07:13 19 Oktober 2017
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    Isabel Weicken, Schauspielerin und Sängerin aus Wien

    Moskau wie eine Heimat – Weickens Lieder erklingen in Russland

    © Sputnik/ Nikolaj Jolkin
    Kultur
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    Isabel Weicken, Schauspielerin und Sängerin aus Wien, gefallen nach eigenen Worten die Menschen in Russland, weil sie viel Herz und viele Emotionen haben. Dort gastierte sie mit dem Liederabend „Meine Lieder: Ein Blick zurück“.

    Sie habe sehr viele Lieder geschrieben, die traurig seien, über das Sterben, über Abschied, und trotzdem stecke dahinter immer eine Art Hoffnung, sagte sie im Interview mit Sputnik-Korrespondent Nikolaj Jolkin.

    „In der Trauer sagt man, komm, aber mein Herz ist frei, mein Herz ist leicht, das Leben ist so, und nimm es an. Das gleiche empfinden auch die Russen, und das gefällt mir total gut bei ihnen.“

    Über Emotionen habe sie gleich den Kontakt zu den Zuschauern hergestellt, obwohl sie auf Deutsch gesungen habe. „Man sieht die Menschen konkret an, und wenn man auch aufgeregt ist, sich jemanden konkret nimmt, in seine Augen schaut, dann zum anderen wechselt und versucht, über die Spannung, über die Emotion eine Nähe, eine Zartheit herzustellen – dann kann man jemanden langsam in eine Geschichte involvieren.“

    Sie erzählt Geschichten ihres Lebens. „Ich habe viel erlebt, Gutes und Schlechtes. Und ich glaube, das betrifft jeden Menschen, wenn er älter ist, dass er ähnliche Emotionen, ähnliche Erfahrungen macht. Und da involviert man die Menschen sofort, weil sie auch das spüren, was mir passiert ist.“

    Die erste deutschsprachige unvergessliche Evita des gleichnamigen Musicals, Isabel Weicken, treibt es immer wieder nach Moskau, und sie kann nicht eindeutig erklären, warum. „Ich weiß nicht, es klingt jetzt sehr dämlich, ich habe eben eine große Wehmut. Ich schaute aus meinem Hotel, und siehe da, diese wunderbaren Türme, und ich habe eine Art Schmerz, eine Art Wehmut, dass ich sage, ach, das ist irgendwie wie eine Heimat. Und das ist, was ich manchmal sagen möchte: Moskau, ach Moskau!“

    Isabel Weicken spielte große klassische Theaterrollen, u.a. Viola und Desdemona in Shakespeares Stücken, mehrere Rollen von Tschechow und Brecht sowie in vielen Musicals im Theater an der Wien. Heute verkörpert sie ihr vielseitiges Talent, den Intellekt und die Erfahrungen einer Sängerin und gleichzeitig einer Schauspielerin in ihren Liedern, die sie selbst komponiert. Ihr Liederabend in Moskau war mit Emotionen, Humor und Dramatik angefüllt – über das Leben einer Frau, über Glück und Leid, Höhen und Tiefen, Enttäuschungen und wieder Hoffnungen.

    Das komplette Interview und Lieder zum Nachhören:

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    Tags:
    Geschichte, Schauspielerin, Sängerin, Nikolaj Jolkin, Österreich, Russland