04:53 19 Januar 2018
SNA Radio
    Salma Hayek in Cannes. Archivbild

    „Аuch mein Monster“: Salma Hayek dazu, wie Weinstein sie belästigte und terrorisierte

    © AP Photo/ Yves Herman/Pool
    Kultur
    Zum Kurzlink
    0 2154

    Die Schauspielerin Salma Hayek hat gegenüber der Zeitung „The New York Times“ erklärt, der US-Regisseur Harvey Weinstein habe auch sie belästigt, bedrängt und erpresst.

    Die aus Mexiko stammende Schauspielerin sagte gegenüber der Zeitung, sie habe es als ihre Mission empfunden, über das Leben und Schicksal der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo zu erzählen. Von einer Karriere in Hollywood habe sie damals nicht mal träumen können, und das Imperium von Harvey Weinstein – damals Miramax Films – sei ein Synonym für Qualität, Perfektion und Risikofreude gewesen.

    Sie habe über den Regisseur Robert Rodriguez und dessen Frau von Weinstein gehört und ihn für einen „hervorragenden Intellektuellen, einen Freund und Familienmenschen“ gehalten, sagte Salma Hayek der Zeitung.

    Die Wirklichkeit sei eine andere gewesen, so das Blatt. Heute sieht die Schauspielerin den Regisseur als „Monster“, denn er habe ihr bei Dreharbeiten Tag und Nacht nachgestellt und keine Ruhe gegeben: „Ich glaube, am meisten hasste er das Wort ‚Nein‘“, so Hayek gegenüber der Zeitung.

    Sie habe die schamlosen Angebote des Regisseurs immer wieder abgelehnt. Dann habe Harvey angefangen, sie mit nächtlichen Telefonanrufen und absurden Drohungen zu terrorisieren. Einmal, während der Eröffnungsfeier der Filmfestspiele von Venedig, wo auch an die mexikanische Künstlerin Kahlo erinnert wurde, habe er sie gewaltsam aus dem Saal weggeführt und sie zu einer Party mit Prostituierten mitgenommen.

    Letztlich hat Hayek nachgegeben: „Er sagte, er würde mir erlauben, die Arbeit an einem Film zu vollbringen, wenn ich mich nackt mit einer anderen Frau filmen lasse. Mir blieb nichts anderes übrig als zuzustimmen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich bereits Jahre in diesen Film investiert. Ich hatte viele talentierte Menschen davon überzeugt, daran teilzunehmen, seit fünf Wochen wurde schon gedreht. Hätte ich denn zulassen sollen, dass ihre hervorragende Arbeit einfach so vergeblich sein würde?“

    Nachdem der Film gedreht worden sei, habe Weinstein erklärt, der Streifen sei nicht gut genug, um in Kinos gezeigt zu werden, und erscheine direkt auf Video. Nach einer Probevorführung in einem Kino habe er es sich jedoch anders überlegen müssen. Dies habe ihn rasend gemacht, so Hayek laut dem Blatt.

    Überhaupt habe Weinstein sie als Schauspielerin überhaupt nicht geschätzt und auch keine Perspektive für ihren Film gesehen. Bis Ende des Jahres habe „Frida“ jedoch zwei Oskar geholt.

    Zum Thema:

    New Yorker Polizei bereit, Weinstein wegen Vergewaltigung festzunehmen
    Splitternackt in Moskau: Frauen demonstrieren vor US-Botschaft für Harvey Weinstein
    Sex-Skandal um Hollywood-Boss: Harvey Weinstein verklagt „The Weinstein Company“
    Sexskandal um Harvey Weinstein: Filmstudio droht Verkauf oder Schließung – Medien
    Tags:
    Hollywood, sexuelle Belästigung, Harvey Weinstein, Salma Hayek, USA