06:54 16 Dezember 2018
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    „Kieke, staune, wunder Dir!“: So weit ist das Berliner Schloss – VIDEO

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    Paul Linke
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    Das Berliner Schloss befindet sich im Endspurt. Fast ein Jahr vor der geplanten Eröffnung laden die Bauherren zu den „Tagen der offenen Baustelle“ ein, an denen auch das fast fertiggestellte Barock-Wunderwerk – der Schlüterhof – präsentiert wird. Sputnik entführt zu einer Besichtigung.

    Bei den letzten „Tagen der offenen Baustelle“ vor der eigentlichen Eröffnung des Berliner Schlosses im November 2019 können Besucher am kommenden Wochenende live ein erstes Gefühl für die einstige preußische Barock-Pracht bekommen. Im berühmten Schlüterhof wird man dann am Samstag das Benefizkonzert der Berliner Philharmoniker für die Rekonstruktion der historischen Fassaden des Humboldt-Forums unter der Leitung des Chefdirigenten Kirill Petrenko miterleben können.

    Der Vorsitzende des Fördervereins Berliner Schloss e.V., Wilhelm von Boddien, verglich im Pressegespräch die Architektur des Schlosses mit einer musikalischen Partitur. „Man hat immer behauptet, Architektur ist einmalig und nicht in der Lage, wiederaufgeführt zu werden. Wir haben hier eine wunderbare Architektur Schlüterscher Art in die Kunst zurückgeholt“, so der Historiker. Der nach seinem Erschaffer Andreas Schlüter benannte Schlüterhof gilt als eines der herausragenden Meisterwerke des Barock.

    Eine Eintrittskarte zum Konzert kostet läppische 295 Euro. Zu einhundert Prozent sollen die fast verkauften 1500 Tickets der Fertigstellung des Schlosses zu Gute kommen, bemerken die Veranstalter. Beim Public Viewing im Berliner Dom nebenan kann man das Konzert kostenlos bestaunen.

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    Schrittweise Eröffnung 2019

    „Der Baufortschritt ist für alle deutlich sichtbar, und ich bin zuversichtlich, dass wir wie geplant ab Ende 2019 das Humboldt-Forum in Etappen eröffnen können“, sagte der Vorstand für den Baubereich der Stiftung Humboldt-Forum im Berliner Schloss, Hans-Dieter Hegner, bei der Baustellenbesichtigung am Dienstag. Wie viel tatsächlich im Herbst 2019 eröffnet wird, wollte Hegner jedoch nicht verraten. Das sei wie beim Weihnachtsmann: „Wenn Sie alle Geschenke vorher wissen, freuen Sie sich nicht mehr darauf.“

    20 Millionen Euro fehlen

    Auch mit den Gesamtkosten von rund 600 Millionen Euro liege man im Plan. „Das Budget reicht. Wir werden es nicht reißen“, betonte Hegner.

    Eine Lücke gebe es allerdings bei den Spenden. Von den zugesagten 105 Millionen Euro zur Rekonstruktion der historischen Fassaden würden noch 20 Millionen Euro fehlen, erklärte der Vorsitzende des Fördervereins, von Boddien. „Als ich vom Schloss anfing zu träumen, war ich 19 Jahre alt. 1989 wurde es Realität. Und wir fingen an, hart zu arbeiten. Wir bauten die Attrappe privatfinanziert, was uns den Kredit gab, dass wir den Rest auch noch schaffen würden. Jetzt stehen wir hier. Ich bin inzwischen 76. Aber ich habe mir vorgenommen, mit dem lieben Gott noch so lange ein gutes Verhältnis zu haben, dass er mich nicht abnibbelt, bevor wir das Geld zusammen haben.“

    Dass der in der DDR erbaute Palast der Republik unter internationalen Protesten abgerissen wurde, um dem altpreußischen Hohenzollern-Schloss Platz zu machen, erwähnte Boddien allerdings nicht.

    Als „Ort der Weltkulturen“ will sich das Humboldt-Forum verstehen. So wird der Schwerpunkt des Hauses die ethnologische und asiatische Sammlung der Berliner Museen sein. Dazu werden zahlreiche Sonderausstellungen und Kulturveranstaltungen angeboten.

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    Tags:
    Schloss, Konzert, Architektur, Bau, DDR, Berlin, Deutschland
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