21:06 18 Dezember 2018
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    Ausstellungsobjekt von „Das Alexandrow-Ensemble – Botschafter des Friedens“

    „Frieden durch Soldaten“: Das legendäre Alexandrow-Ensemble wird 90

    © Foto : Columbia Record / GB – 1956
    Kultur
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    Paul Linke
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    Bei einem Flugzeugabsturz im Jahr 2016 starben 64 Mitglieder des Alexandrow-Ensembles. Doch der Soldatenchor schaffte die Rückkehr auf die Weltbühne. 2018 feiert das berühmte Gesangs- und Tanzkollektiv sein 90-jähriges Jubiläum. Eine Ausstellung erzählt erstmals im deutschsprachigen Raum die bewegende Geschichte der Gruppe.

    Das Alexandrow-Ensemble ist ein international bekanntes Gesangs- und Tanzkollektiv der russischen Armee. Es wurde 12. Oktober 1928, also vor genau 90 Jahren in Moskau von Alexander Alexandrow, dem späteren Komponisten der sowjetischen Nationalhymne, gegründet.

    Die Kuratoren der Ausstellung „Das Alexandrow-Ensemble – Botschafter des Friedens“, Claudia Opitz und Sebastian Köpcke
    © Sputnik / Paul Linke
    Die Kuratoren der Ausstellung „Das Alexandrow-Ensemble – Botschafter des Friedens“, Claudia Opitz und Sebastian Köpcke

    Die Ausstellung „Das Alexandrow-Ensemble – Botschafter des Friedens“ erzählt erstmals im deutschsprachigen Raum die Geschichte der Gruppe. Im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin kann die Ausstellung bis zum 25. Oktober besichtigt werden. Die beiden Kuratoren der Ausstellung, Claudia Opitz und Sebastian Köpcke, möchten damit an die großen Höhepunkte des Ensemble-Schaffens erinnern und seine künstlerische Bedeutung würdigen.

    Tragisches Kapitel

    Als ausschlaggebenden Punkt für die Initiierung der Ausstellung nannte Opitz neben dem 90-jährigen Jubiläum das tragische Flugzeugunglück vom 25. Dezember 2016. Dabei kamen 64 Sänger, Instrumentalisten, Tänzer und der Chorleiter Generalleutnant Waleri Chalilwo ums Leben. Die Maschine TU-154 war zwei Minuten nach dem Start in Sotschi ins Schwarze Meer gestürzt. Das Flugzeug war auf dem Weg zum russischen Luftwaffenstützpunkt bei Latakia in Syrien. Auf dem russischen Militärflugplatz Hmeimim in Syrien sollten die Sänger und Tänzer des Militärchors ein Weihnachtskonzert für die stationierten russischen Soldaten geben.

    Die beiden Fans des Kollektivs waren sehr erschüttert über den tragischen Vorfall. „Aber noch trauriger waren wir, dass es nicht die entsprechend würdigende Resonanz gab“, erklärte Opitz im Sputnik-Interview.

    Friedensbotschaft durch Soldaten?

    Denn neben der hohen künstlerischen Qualität sei bei allen Auftritten weltweit, zu allen Zeiten, die Botschaft des Friedens mitgeschwungen.

    „Mit solchen Gesten, dass man auch Lieder in der Landessprache des Gastgeberlandes gesungen hat, haben sie sehr dazu beigetragen, Kunst als Element der Völkerverständigung zu verstehen“, so die Kuratorin.

    Mit Besorgnis stellt auch Sebastian Köpcke fest, dass sich die politische Lage in der Welt und das Verhältnis zu Russland „im Besonderen“ zuspitzen. „Wir steuern hier geradewegs und ungebremst auf einen neuen Kalten Krieg zu.“ Wenn die Politik nur schwerlich zueinander findet, sei es umso wichtiger, auf kultureller Ebene immer wieder einen Dialog zu übernehmen, betont der Berliner.

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    Tanzaufführung des Alexandrow-Ensemble

    Neben dem 90. Jahrestag seit der Gründung des Ensembles rufen die Aussteller zu einem zweiten Jubiläum auf: Vor 70 Jahren, am 18. August 1948, machte das Alexandrow-Ensemble mit einem legendären Konzert auf dem Berliner Gendarmenmarkt deutlich, „dass sich Sieger und Besiegte nie wieder als Feinde gegenüberstehen müssen. Wann immer die Sänger, Tänzer und Musiker eine Bühne betreten, als Offiziere in Uniform, ist ihre Botschaft machtvoll, klar und unmissverständlich – die des Friedens“, so die Veranstalter.

    Die Ausstellung „Das Alexandrow-Ensemble – Botschafter des Friedens“ im Russischen Haus
    © Sputnik / Paul Linke
    Die Ausstellung „Das Alexandrow-Ensemble – Botschafter des Friedens“ im Russischen Haus

    Bis zum 25. Oktober 2018 führt die Ausstellung im Russischen Haus der Kultur und Wissenschaft durch die 90-jährige Geschichte des Ensembles. Als Wanderausstellung konzipiert, werden zudem weitere Stationen folgen. Seit Februar 2017 tritt das Ensemble in neuer Besetzung wieder auf – vielleicht auch bald wieder in Deutschland.

    Das Interview mit Claudia Opitz und Sebastian Köpcke:

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    Tags:
    Chor, Kultur, Flugzeugabsturz, Russisches Haus der Kultur und Wissenschaft, Rote Armee, Alexander Alexandrow, Sowjetunion, Latakia, Sotschi, Syrien, Deutschland, Russland