16:14 17 Dezember 2018
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    Russische Restauratoren bei der Arbeit

    Deutsch-russischer Leistungsvergleich junger Restauratoren auf DENKMAL Leipzig

    © Sputnik / Alexej Danitschew
    Kultur
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    Natalia Pawlowa
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    Auf der Europäischen Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung denkmal Leipzig sind die Gewinner des ersten „Deutsch-russischen Leistungsvergleichs junger Restauratoren“ gekürt worden. Alle 18 Teilnehmer aus Moskau, Sankt Petersburg und Leipzig wurden mit Diplomen und die Sieger – mit Pokalen geehrt.

    Als Sieger wurden zwei Studenten der Moskauer Akademie für Architektur, Design und Reengineering Nr.26 gekürt. Daria Pack hat das beste Mauerwerk aus Natur- und Kunststein errichtet, und der angehende Tischler Denis Nasredinow hat den Bilderrahmen so kunstvoll restauriert, dass er sich schöner als das Muster erwies. In der Kategorie Stuck haben Nicklas Besnard und Ebbin Bastien aus der sächsischen Metropole die besten Leistungen gezeigt.

    Der Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, Claus Gröhn, merkte an, dass die Handwerkskammer zu Leipzig und Russland in tiefer Freundschaft verbunden seien:

    „Wir fühlen uns durch viele Kooperationsvereinbarungen und den langjährigen Erfahrungsaustausch verbunden. Außerdem ist unser Bildungszentrum seit 2013 eine Plattform, wo sich viele russische Azubis und Fachkräfte auf die Berufsweltmeisterschaft WorldSkills vorbereiten. Alle Teilnehmer der WorldSkills Berufsmeisterschaften haben bereits ihr Land mit Würde auf Weltniveau vertreten. Hoffentlich werden einige von ihnen in Zukunft Gewinner des Wettbewerbs.“

    Die Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut stehen für alle drei Städte im Fokus. Leipzig ist über 1000 Jahre alt, Moskau ist 871 und Sankt Petersburg – 315 Jahre alt. Sie benötigen hochqualifizierte Fachkräfte, die in der Lage sind, das ursprüngliche Antlitz von historischen Gebäuden wiederherzustellen.

    Teilnehmer der Veranstaltung (Archivbild)
    © Sputnik / Natalia Pawlowa
    Teilnehmer der Veranstaltung (Archivbild)

    Moderne junge Restauratoren seien keine Handwerksgesellen aus dem 18./19. Jahrhundert, die man „anpeitschen“ sollte. „Die jungen Leute sind selbst bestrebt, möglichst viele Kenntnisse von ihren Lehrern zu bekommen“, unterstrich der Direktor der Akademie für Architektur Nr. 26, Konstantin Afonin. 

    Es gebe allerdings Probleme in der Ausbildung künftiger Restauratoren. Den russischen Berufseinsteigern mangele es im Vergleich zu den deutschen an Praxis. Die Erfahrungen Deutschlands seien in dieser Hinsicht von besonderem Interesse, da Azubis in Deutschland, die im dualen System ausgebildet werden, ein Vorpraktikum machen.

    „Studierende jeglicher Fachrichtungen haben nach drei Jahren Studium erforderliche Fertigkeiten und sind ‚marktreif‘. Das ist unser traditioneller Weg im Bereich der Ausbildung“, betonte der Vizepräsident der Handwerkskammer zu Leipzig, Frank Tollert. 

    Diese Erfahrung könnte auch in Russland ihre Anwendung finden. Der Staat beschäftigt sich immer mehr mit städtischem Wiederaufbau, Denkmalschutz und Denkmalpflege in ganz Russland. Ohne gut ausgebildete Nachwuchskräfte, an denen es seit den 1990-ern mangelt, wird das aber kaum möglich sein. 

    Die Messe denkmal Leipzig fand vom 8. bis 10. November dieses Jahres statt. Daran nahmen 448 Aussteller aus 19 Ländern teil.

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    Tags:
    Austausch, Wettbewerb, Architektur, Künstler, Restaurierungsarbeiten, St. Petersburg, Leipzig, Moskau, Deutschland, Russland