04:04 11 Dezember 2018
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    Parsifal im Wiener Staatsoper

    Russen sind auch beim 150. Jubiläum der Wiener Staatsoper dabei - Direktor Meyer

    © Foto: Wiener Staatsoper GmbH/ Michael Pöhn
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    Nikolaj Jolkin
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    Im 150. Jahr der Wiener Staatsoper steht der russische Star-Dirigent Valery Gergiev zum ersten Mal am Pult des weltberühmten Musikhauses an der Ringstraße. Wie sein Direktor Dominique Meyer im Sputnik-Interview sagte, wird der Musiker von Weltruf „Parsifal“, Wagners letztes Musiktheaterwerk, am 18. April 2019 dirigieren.

    Zwar arbeitete er mehrfach mit den Wiener Philharmonikern zusammen, nie aber im Orchestergraben der Wiener Staatsoper. Laut Meyer seien russische Künstler sowohl im Sänger- und Ballettensemble als auch im Orchester des Theaters breit vertreten: 16 Opern- und Ballettsolisten. Weitere fünf Russen seien Mitglieder der Wiener Philharmoniker. „Wir haben sehr gute Sängerinnen aus Russland: Aida Garifullina, die bei uns angefangen hat, und unsere wahre Perle, ich nenne sie wegen ihrer kleinen Statur,Taschensopran‘, Maria Nasarowa. Sie ist darüber hinaus eine ausgezeichnete Schauspielerin.“

    Russische Sänger gastieren auch oft im Haus. Die junge Sopransängerin Jelena Gusseva sei vor einem Jahr erstmals in der Wiener Staatsoper aufgetreten, so Meyer. „Sie hat großen Erfolg geerntet. Das Publikum betet sie an. Auch die Kritiken sind positiv ausgefallen. Vor zwei, drei Jahren hatte keiner dieses Mädchen gekannt. Heute ist sie eine solide moderne Sängerin.“

    Sopransängerin Jelena Gusseva
    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Sopransängerin Jelena Gusseva

    An jeder Saison sei Anna Netrebko beteiligt, fährt der Wiener Operndirektor fort. „Zu hören sind Irina Lungu, eine sehr gute Sopranistin, Albina Schagimuratova, die ebenfalls bei uns angefangen hat, Jelena Schidkowa, der wunderbare Tenorist Dmitri Kortschak, der jetzt in Wien lebt, Maxim Mironow, der großartige Dirigent Semjon Bytschkow, der oft an der Wiener Staatsoper auftritt.“

    Der Leitsatz des Direktors Meyer lautet:

    „Ich sehe mir nie den Personalausweis eines Künstlers an: mir liegt nur an seinem Talent. Auch macht es mir große Freude, an der Wiener Oper alle Sprachen zu hören, darunter auch die russische. Außerdem lieben die Wiener das russische Repertoire. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir,Onegin‘ gemacht haben, ohne dass es ausverkauft ist. Und natürlich gab es immer starke Persönlichkeiten bei uns. Es zieht sich zu ihnen durch. Wenn ich junge russische Talente präsentiere, sind sie meistens dann erfolgreich.“

    Es gebe auch viele, die in Wien Gesang studierten, gibt Meyer zu. „Maria Nasarowa und Aida Garifullina sind jetzt große Stars in Wien. Natürlich haben auch sie viel Respekt vor der Wiener Oper. Garifullina war bereit, als eine Platzanweiserin tätig zu sein, um im Haus zu bleiben. Ich habe sie im Domingo-Wettbewerb,Operalia‘ gehört und sie gleich engagiert. Und sie war drei Jahre fest im Ensemble. Sie hat auch bei der Fußballweltmeisterschafts-Eröffnung in Russland und am Schluss gesungen.“

    Der Operndirektor erzählte, dass das Haus viele russische Opern im Programm habe. „Nicht immer gleichzeitig, aber wir haben die Urfassung von,Boris Godunow‘ gemacht, wir haben,Chowanschtschina‘,,Onegin‘,,Pique Dame‘ sowie den,Spieler‘ von Prokofjew gemacht. Was das Österreichisch-Russische Musikjahr betrifft, so gibt es so viele schöne Sachen. Man muss sie nur genießen.“

    Die Jubiläumsfeier der Wiener Staatsoper selbst soll in der Neuproduktion der Oper von Richard Strauss „Die Frau ohne Schatten“ gipfeln, die genau 150 Jahre nach der Eröffnung des Opernhauses, am 25. Mai 2019, stattfinden soll. Am Dirigentenpult wird Christian Thielemann stehen. Auf die Frage: „Warum ausgerechnet diese Oper?“ antwortete Dominique Meyer: „Bei der,Frau ohne Schatten‘ geht es um die einzige Oper von Strauss, die er in Wien komponiert hat und die deshalb vom Wiener Publikum besonders geschätzt wird.“

    Staatsoper Direktor Dominique Meyer
    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Staatsoper Direktor Dominique Meyer

    Am Tage darauf, dem 26. Mai, soll ein grandioses Open-Air-Konzert auf dem Platz vor dem Theater stattfinden. „Dieses Event soll nicht mehr nur die 2.000 Opernfreunde erreichen, sondern alle Interessierten, unentgeltlich. Dabei wird das Orchester auf der Bühne platziert, und die Sänger werden in den Fenstern des Opernhauses und der benachbarten Gebäude erscheinen.“

    Die wichtigste technische Novität der neuen Spielzeit ist der Einsatz des Liveübertragungssystems mit mehrsprachigen Untertiteln, das im scheidenden Jahr im Haus installiert worden ist. Von nun an werden auch russische Nutzer der gebührenpflichtigen Internetübertragungen Opernvorstellungen miterleben können. Für die nächste Saison sind 45 Liveübertragungen mit russischen Untertiteln eingeplant.

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    Tags:
    Talente, Live-Übertragung, Musik, Ballet, Oper, Anna Netrebko, Russland, Moskau, Österreich, Wien