08:51 14 Dezember 2018
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    „Stardirigent des Kreml“: Waleri Gergijew startet „Russische Saison 2019“ - VIDEO

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    Paul Linke
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    Waleri Gergijew, einer der größten Konzertmeister unserer Zeit, dirigiert am kommenden Wochenende die Berliner Philharmoniker. Doch das Konzert ist nur ein Vorgeschmack auf das internationale Kulturfestival „Russische Saisons 2019“, welches im Januar in Berlin eröffnet wird und ein Jahr lang das deutsche Publikum begeistern soll.

    Er ist einer der bekanntesten und gefragtesten Dirigenten weltweit. Durch seine Nähe zum Präsidenten Wladimir Putin und wegen der Unterzeichnung eines offenen Briefs von russischen Kulturschaffenden, in dem die Haltung Putins zur Ukraine und Krim unterstützt wurde, war er in Kritik geraten. Die ukrainische Regierung setzte ihn daraufhin auf eine „schwarze Liste“. Auch in Deutschland entkam er nicht verschiedensten Anfeindungen: „Putins Held am Notenpult“, titelte die „Süddeutsche Zeitung“. „Putins Liebling“, schrieb die „Zeit“.  In letzter Zeit hört man kaum Protestnoten gegen den Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, Waleri Gergijew. Umso mehr hört man von ihm in den großen Konzerthäusern Europas. Vom 7. bis 9.  Dezember 2018 kann man ihn sogar zusammen mit den Berliner Philharmonikern live erleben. Und am 7. Januar 2019 wird der weltberühmte Dirigent und Leiter des Mariinski-Theaters das Festival „Russische Saisons 2019“ mit Tschaikowskis Oper „Jolanthe“ eröffnen.

    400 Shows in ganz Deutschland

    Ein ganzes Jahr lang in über 70 deutschen Städten werden zahlreiche Kulturschaffende führender russischer Theater die Besucher in ganz Deutschland beim internationalen Kulturfestival „Russische Saisons 2019“ verzaubern – darunter Künstler des Mariinski-Theaters, des St. Petersburger Staatlich-Akademischen Ballett-Theaters von Boris Eifman, des Alexandrinski- und des Mossowjet-Theaters. Gäste und Zuschauer blicken Ereignissen entgegen, die die ganze Vielfalt der russischen Kultur zeigen sollen: Ausstellungen und Theateraufführungen, Konzerte klassischer Musik, ein Festival junger Filmemacher, Buchantiquariate und Bildungsprojekte und sogar eine Eisshow – insgesamt über 400 Veranstaltungen werden in ganz Deutschland zu sehen und zu hören sein.

    „Das Erbe von Sergei Djagilew“

    Anfang des 20. Jahrhunderts machte der berühmte russische Impresario Sergei Djagilew die Kunst, insbesondere das russische Ballett, in Westeuropa bekannt. „Auch damals hieß es ‚Russische Saisons‘. Das haben wir geerbt und heute auf der modernen Bühne reanimiert“, erklärt der Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, Sergej Netschajew, beim Pressegespräch am Freitag in Berlin. 

    „Quintessenz der Kulturdiplomatie“

    Die Mission der „Russischen Saisons“ soll den Veranstaltern zufolge „die Eröffnung neuer Möglichkeiten für den interkulturellen Dialog“ sein. Dies sei die „Quintessenz der Kulturdiplomatie des 21. Jahrhunderts“. Zu den Herausforderungen der Künstler in der heutigen, unruhigen Zeit sagte Gergijew gegenüber Sputnik: 

    „Die Welt der Musik ist grenzenlos. Das Vertrauen in die Künstler ist derzeit in der ganzen Welt sehr groß. Wahrscheinlich größer als das Vertrauen zu den Politikern. Aber das ist nicht unser Verdienst.“ Das sei ein Problem der Politiker. „Wir tun einfach das, was wir tun müssen“, betonte Gergijew.

    Im Laufe von zwei Jahren wurden im Rahmen des Festivals „Russische Saisons“ in über 120 Städten Veranstaltungen organisiert. Diese Veranstaltungen wurden von fast 9 Millionen Menschen aus der ganzen Welt besucht. Die „Russischen Saisons“ fanden erstmals 2017 in Japan statt.

    Tags:
    Kulturaustausch, Konzert, Ballett, Musik, St. Petersburger Mariinsky Orchester, Mariinsky Theater, Waleri Gergijew, Deutschland, Russland
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