22:58 20 November 2019
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    Unesco verkündet neue Welterbe-Stätten – auch in Deutschland und Russland

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    Kultur
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    Die UN-Kulturorganisation Unesco hat in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku auf ihre Welterbeliste neue Objekte aufgenommen. Zum besonders schützenswerten Kultur- und Naturerbe gehören nun unter anderem zwei weitere deutsche Objekte sowie 18 historische Bauten der Stadt Pskow im nordwestlichen Teil Russlands.

    Deutschland  hatte drei Nominierungen für die Welterbeliste der Vereinten Nationen, von denen eine scheiterte. Die Zahl der von der Unesco anerkannten deutschen Kultur- und Naturschätze stieg nun auf 46.

    Augsburg

    Mit dem Welterbetitel wurde Augsburg, die Stadt zwischen den Flüssen Lech und Wertach, als Zentrum des Wasserbaus und der Wasserkraft gewürdigt, das sich über acht Jahrhunderte beispielhaft entwickelt hat.

    Laut der Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, spiegelten sich in Augsburg Erfindergeist und Technikgeschichte. Seit 1545 gab es in der Stadt beispielweise eine strikte Trennung von Brauch- und Trinkwasser – „noch lange bevor die Medizin belegen konnte, wie wichtig Hygiene für unsere Gesundheit ist“, zitiert die DPA die Beamtin.

    Erzgebirge/Krušnohoří

    Die Bergbauregion Erzgebirge/Krušnohoří ist die erste gemeinsame Welterbestätte von Deutschland und Tschechien. Seit mehr als 20 Jahren gab es Bemühungen um die Verleihung des UN-Gütesiegels der Montanregion.

    Die Region bewarb sich auf sächsischer Seite mit 17, auf tschechischer Seite mit fünf Bestandteilen um den Titel. Die ausgewählten Denkmäler, Natur- und Kulturlandschaften repräsentieren als Zeugen einer 800-jährigen Geschichte die wichtigsten Bergbaugebiete und Epochen des sächsisch-böhmischen Erzbergbaus.

    Donaulimes

    Gescheitert war der Antrag, den Donaulimes – den Teil der römischen Militärgrenze entlang der Donau im heutigen Deutschland, Österreich, der Slowakei und in Ungarn – zum Weltkulturerbe zu erklären.

    Der Grund für den Misserfolg sollen Änderungswünsche Ungarns sein. Die Regierung hatte kurz vor der Sitzung dem Unesco-Komitee zufolge einen Teil der Stätte im Norden von Budapest – den Statthalterpalast in der archäologisch erhaltenen römischen Stadt Aquincum – aus der Nominierung gestrichen. Der Weltdenkmalrat Icomos hält den Palast allerdings für besonders wichtig in der Bewerbung um den Titel.

    Der ungarische Delegierte sagte der DPA zufolge, dass jede Regierung das Recht auf Änderungen habe. Er bedauere, dass die anderen Staaten die Leidtragenden seien. Die Antragsteller haben die Möglichkeit, ihre Dokumente zu überarbeiten und sich erneut um das Gütesiegel der UN-Kulturorganisation zu bewerben.

    Pskow

    Aus Russland hatten die Bauten der Architekturschule von Pskow Erfolg: Kirchen, Glockentürme, Klöster, Festungen, Türme und Häuser. Das älteste Gebäude stammt aus dem 12. Jahrhundert.

    Als Weltkulturerbe wurden unter anderem Kirchen der Klöster Spasso-Miroschski, Iwanowski und Snetogorski sowie des Pskower Kremls eingestuft. Auf der Unesco-Liste stehen nun auch Schutztürme aus dem 15. und dem 16. Jahrhundert und bürgerliche Bauten aus dem 17. Jahrhundert.

    Außer den neu hinzugekommenen Objekten des alten Pskow gehören 28 Kultur- und Naturschätze zum Welterbe in Russland. Das sind beispielweise der Baikalsee, der Kreml und der Rote Platz in Moskau, das historische Zentrum von Sankt Petersburg und die Vulkan-Region der Halbinsel Kamtschatka.

    Andere Länder

    Das Gütesiegel der UN-Kulturorganisation erhielten am Wochenende auch mehrere andere Objekte, wie etwa die indische „rosarote Stadt“ Jaipur (die Hauptstadt Rajasthans), die Herkunftsregion des italienischen Schaumweins Prosecco in Italien sowie acht Gebäude des US-Architekten Frank Lloyd Wright aus dem 20. Jahrhundert, darunter das Guggenheim-Museum in New York.      

    Mit der Aufnahme auf die Liste verpflichten sich die Länder zum Schutz des Welterbes.

    mo/gs/dpa

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    Tags:
    UNESCO, Uno, UN, Pskow, Bayern, Russland, Deutschland