22:32 14 Dezember 2019
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    Margarita Breitkreiz, Sabrina Reiter, and Darya Nosik in Kaviar (2019)

    Film über Oligarchen, Wodka und Wiener Schmäh – und wer wirklich abzockt

    © Foto : imdb/Witcraft Filmproduktion, Novotny & Novotny Filmproduktion GmbH
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    Seit zwei Wochen läuft die Komödie „Kaviar” in den deutschen und österreichischen Kinos. Er erzählt eine Geschichten über den Zusammenprall von Kulturen und den daraus entstandenen Freundschaften. Regisseurin Elena Tikhonova gibt Sputnik exklusiven Einblick in die Inhalte und Hintergründe der Komödie.

    Seit dem vierten Juli läuft die russisch-österreichische Komödie „Kaviar“ in den deutschen und österreichischen Kinosälen. Elena Tikhonova, Regisseurin und Drehbuchautorin, erzählt eine Geschichte über Freundschaft, Geld und Macht.

    Sie beginnt wie folgt: Der Oligarch Igor Valoshin hat große Pläne und will ein Haus auf der renommierten Schwedenbrücke in Wien bauen, angelehnt an die Ponte Vecchio in Florenz. Geld spielt für ihn dabei keine Rolle, denn davon besitzt er mehr als genug. Österreichische Politiker geben vor, ihm zu helfen, wollen ihn aber eigentlich nur abzocken. Doch damit sind sie nicht die einzigen, die sich gegen den Milliardär verschwören.

    Elena Tikhonova erzählt die Geschichte weiter: „Es gibt drei Frauen – Die Hauptfigur ist Nadia, die Übersetzerin von Igor. Sie ist eine alleinerziehende, klassisch europäische Frau, obwohl sie einen russischen Background hat. Daneben gibt es noch ihre Babysitterin, die Österreicherin Theresa, eine Aktivistin, wie es bei uns in Österreich sehr präsent ist. Und die dritte ist eine Hausfrau, die mit einem Hochstapler verheiratet ist.“ Die Frauen sind auf unterschiedliche Weisen sauer auf Männer und sinnen auf Rache. Sie beschließen, sich gegen Igor zu verschwören und so das Geld für sich zu erbeuten.

    Erfahrungen der Regisseurin

    Hintern den Lachern und dem schwarzen Humor stellt die österreichisch-russische Regisseurin ihren eigenen Erfahrungen dar: „Da wir heutzutage in einer multikulturellen Gesellschaft leben, habe ich mir gedacht, dass ich meine Welt zeigen kann.“ Eine Welt mit Akzent, absurden Begebenheiten und einem Zusammenprall von Kulturen. Tikhonova selbst lebt schon seit 19 Jahren in Österreich. Viele Ereignisse aus dem Film beruhen auch auf eignen Eindrücken und Beobachtung aus ihrem Freundeskreis, der hauptsächlich aus Russen bestehe.

    Damit eröffnet die Regisseurin eine wichtige Thematik in ihrem Film: Integration. Sie sagt, dass man das eher ausländerfeindliche Klima der vorigen Regierung in Österreich auch in der Gesellschaft spüren könnte. „Die Leute haben Angst vor dem Fremden. Aber die Kritik [an Ausländern] ist für mich ab und zu dermaßen absurd, komisch und lustig, dass ich versucht habe, sie im Plot einzubauen.“

    Rezeption

    Die Komödie bedient immer wieder Stereotypen und Klischees und die Regisseurin weiß sie zu nutzen: „Wenn wir ein bisschen darüber philosophieren, kommen [Klischees] nicht vom hellen Himmel. Das sind jahrzehnte-, wenn nicht jahrhundertelange, gegenseitige Beobachtungen von verschiedenen Kulturen.“ Das Genre der Komödie lebe davon, grotesk und „oben drüber“ zu sein. Ein relativ einfaches Mittel, doch das Publikum scheint diesen Humor zu schätzen: Der Film erhielt im Januar den diesjährigen Publikumspreis des Max-Ophüls-Festivals. Auch Tikhonova zeigt sich zufrieden mit dem Endprodukt. „Es gibt natürlich ein paar Witze, die ich hinzufügen würde oder Material, das im Schnitt weggefallen ist, aber im Großen und Ganzen war das der Plan. Und ich bereue in diesem Plan keinen einzigen Zentimeter.“

    Das komplette Interview mit Elena Tikhonova zum Nachhören:

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    Tags:
    Klischees, Film, Russland, Österreich