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12:03 19 August 2019
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    Gäste während der Salzburger Festspielen (Archiv)

    Ein „Szenetreff“ mit 62-Millionen-Budget: Die Salzburger Festspiele beginnen mit Star-Aufgebot

    © AFP 2019 / BARBARA GINDL / APA
    Kultur
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    Beata Arnold
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    Das weltgrößte Musik- und Theaterfestival startet am Sonnabend. Ein prestigeträchtiger Termin seit 99 Jahren: Die Salzburger Festspiele. Klassikliebhaber aus aller Herren Länder pilgern ins malerische österreichische Städtchen. Denn Weltstars und Newcomer geben sich in den sechs Festspielwochen die Klinke in die Hand. 199 Aufführungen gibt es 2019.

    Zu den Highlights gehören in diesem Jahr Auftritte der Opernstars Anna Netrebko und Placido Domingo. Marina Rebeka und auch Cecilia Bartoli sind mit von der Partie. Die idyllische kleine Stadt wird von Sonnabend bis Ende August von bekannten Gesichtern der Szene bevölkert:

    „Alles, was Rang und Namen hat, kommt im Sommer nach Salzburg“, so Daniel Url. Er ist Künstleragent der Münchener „Prima Fila Artists“. Den Festspielrummel macht er als gebürtiger Salzburger gewissermaßen von Kindesbeinen an mit: „Die Atmosphäre ist ganz besonders und das Prestige, in Salzburg aufzutreten, ist einfach wahnsinnig groß. Man braucht nur einmal kurz durch die Stadt zu gehen und trifft auf einen ´Haufen` Leute aus dem ´Business`“. Und eine Vielzahl von Kultur-Touristen, die in den unzähligen Cafés Salzburgs auch den einen oder anderen Blick auf berühmte Künstler erheischen. Im Sommer herrsche weltstädtisches Flair in seiner kleinen Heimatstadt, so Url.

    Für junge Künstler ist die Teilnahme bisheriger Höhepunkt und Sprungbrett für eine weitere internationale Karriere. „Die Liebe zur Musik ist eine enorme Kraft, die alle Grenzen überwindet und uns alle, für die ein Leben ohne die Musik undenkbar ist, eint!“, bemerkt die russische Sängerin Vasilisa Berzhanskaya euphorisch. Sie bereitet sich auf ihren Auftritt im Salzburger „Haus für Mozart“ vor. Dort bringt Kult-Regisseur Barrie Kosky die Oper „Orphée aux enfers“ (Orpheus in der Unterwelt) von Jacques Offenbach zur Aufführung. Für den Australier ist es sein Salzburg-Debüt. Für die Mezzosopranistin Berzhanskaya hingegen ist es bereits der dritte Salzburger Opern-Sommer. 

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    #salzburgfestival2019 #concert #vasilisaberzhanskaya #василисабержанская #mallorca #palmademallorca

    Публикация от Vasilisa Berzhanskaya (@vasilisa_berzhanskaya)

    Etablierte Künstler werden lange im Voraus angefragt und eingeladen oder schaufeln sich den Termin frei – alle folgen dem Ruf nach Salzburg zu den Festspielen. Schließlich hätte auch das Castingbüro vor Ort „gewisse Ideen“, bestimmte Rollen mit großen Namen zu besetzen, um Festival-Tickets dann auch „zu großen Preisen“ anbieten zu können, so Url, dessen Agentur zwei Künstler in Salzburg am Start hat.

    Den 28-jährigen Tenor Levy Segkapane etwa. Im Jahr 2017 hat der Südafrikaner den renommierten „Operalia“-Gesangswettbewerb, den Placido Domingo 1993 ins Leben rief, gewonnen. Seither hat die Karriere Segkapanes an Fahrt aufgenommen: Das Hamburger Elbphilharmonie-Publikum und das der Deutschen Oper Berlin kennt den junge Südafrikaner bereits. Er singt international, kommt gerade vom englischen Glyndebourne-Festival, im August veröffentlicht er sein erstes Album „Giovin fiamma“ (Junge Flamme). Die Einladung nach Salzburg erschien ihm wie ein Traum - „ein bisschen surreal“, gesteht er. Der Sänger hätte nicht gedacht, bereits so früh diese bedeutende Karrieresprosse zu erklimmen, erzählt er. Er sei sehr glücklich und fühle sich „privilegiert“, in der Rolle des Arbace in der Mozart-Oper „Idomeneo“ mit den „besten Musikern unserer Zeit“ auf der Bühne zu stehen.

    Dazu gehört jedenfalls die Lettin Marina Rebeka: Die aus Riga stammende Sängerin zählt zu den führenden Sopranistinnen. Sie freut sich, auch in diesem Sommer wieder in Salzburg aufzutreten: „Es ist das Epizentrum des Opernlebens“, schwärmt Rebeka im Sputnik-Interview. „Die Festspiel-Saison ist ganz verrückt: Mit all den Opern, den Musikliebhabern und Events - es ist ein großartiger Ort, um in kultureller Hinsicht zu wachsen und sich zu bilden.“ Sie wird Alben Ihres eigenen Labels „Prima Classic“ promoten, in der Oper „Simon Boccanegra“ von Giuseppe Verdi auf der Bühne stehen und sich Konzerte anhören, erzählt sie. Vielleicht an den See fahren. Die zauberhaften Seen im Salzkammergut empfiehlt auch ihr Agent Daniel Url - oder einen Ausflug in die Berge, schließlich liege Salzburg direkt in den Alpen. 

    Wenn man denn die Zeit dafür findet: Viele der 199 Aufführungen starten schon frühmorgens und ziehen sich über einen nachmittäglichen Konzertbesuch zum abendlichen Opern-Höhepunkt. Ein sportliches Programm an 16 Spielstätten, die Theatergänger und Klassikliebhaber sechs Wochen in Atem halten. Die Besucher erwarten 42 Opernvorstellungen, 55 Schauspielvorstellungen und 81 Konzerte. Um eine der begehrten 240.000 Karten zu ergattern, sind übrigens von fünf bis 440 Euro zu berappen – Schwarzmarktpreise für besonders begehrte ausverkaufte Aufführungen einmal unterschlagen.

    Daniel Url
    © Foto : Snappy Bird Photography/Irina Pancis
    Daniel Url

    Die Salzburger Festspiele starten am 20. Juli. Der Festivalsommer endet am 31. August 2019. 

    Hier das gesamte Interview mit Künstleragent Daniel Url zum Nachhören: 

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    Tags:
    Festival, Salzburger Festspiele, Österreich