10:06 14 November 2019
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    Christian Flake Lorenz

    Rammstein-Keyboarder enthüllt, warum manche Deutsche die Band als „Verräter“ erachten

    © AFP 2019 / Christophe Gateau / DPA
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    Der Rammstein-Keyboarder Christian „Flake“ Lorenz hat in einem Interview für die russische Zeitung „Iswestija“ verraten, wie die legendäre Band in ihrem Heimatland wahrgenommen wird und warum einige Deutsche Rammstein misstrauisch gegenüberstehen.

    Bei dem Rammstein-Konzert im Moskauer Luschniki-Stadion am vergangenen Montag haben etwa 80.000 Russen eifrig die Lieder ihrer Lieblingsband mitgesungen. Viele treue Fans haben sogar die deutsche Sprache gelernt – vermutlich, um die Rammstein-Texte besser verstehen zu können (oder weil sie eben durch diese Musik großes Interesse an Deutschland entwickelt haben). Und das ist wohl nicht nur in Russland der Fall, sondern auch in vielen anderen Ländern.

    Eigentlich sollte Deutschland stolz auf diese Band sein – sie ist eine seiner besten „Exportprodukte“, die weltweit das Interesse an dem Land, seiner Sprache und Kultur fördert.

    Doch in ihrer Heimat wird Rammstein laut dem Keyboarder Christian Lorenz nicht immer so positiv gesehen. Die Musiker würden nicht gerade angehimmelt, der Umgang mit ihnen sei manchmal eher misstrauisch.

    Weil Rammstein so viel im Ausland spiele, sähen manche Deutsche die Musiker als „Verräter“, so Lorenz. Diesen Menschen gefalle es nicht, dass Rammstein auch in andern Ländern so beliebt sei und oft im Ausland spiele.

    In dem Interview erinnerte sich der 52-Jährige auch an sein Leben in der damaligen DDR. Wie er sich vor dem Wehrdienst gedrückt hatte, weil ihm sein Bruder die Schrecken des Alltags in der Armee geschildert hatte. Wie hoffnungsvoll er gewesen sei, als die Mauer fiel – wie auch viele andere seiner Landsleute. Dass Michail Gorbatschow für ihn natürlich ein Held sei – wie könne man diesen tapferen Mann denn anders bezeichnen?

    Den ersten Präsidenten der Sowjetunion kennt Lorenz sogar persönlich: Er habe Gorbatschow bei einer Musikveranstaltung in Köln getroffen und sich kurz mit ihm unterhalten.

    Lorenz, der nach Beobachtung einer Iswestija-Korrespondentin ein „ruhiger und positiver“ Mensch ist, schreibt in seinem biografischen Buch „Der Tastenf*cker“ viel über den Tod. Der Musiker erklärt: Es liege daran, dass er sich dessen bewusst sei, wie schnell die Zeit vergeht und dass das Leben, wie auch alles andere, endlich sei. Er sei sich aber des Wertes des Lebens bewusst und wisse jede Minute davon zu schätzen.

    ta/ae

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