16:49 17 November 2019
SNA Radio
    Kirill Petrenko (in d. M.), Philharmonie Berlin, Saisoneröffnung am 24. August 2018

    „Freude, schöner Götterfunken“: Russischer Star-Dirigent neuer Chef der Berliner Philharmoniker

    © Foto : Monika Rittershaus
    Kultur
    Zum Kurzlink
    5342
    Abonnieren

    Mit Beethovens Neunter Symphonie startet Kirill Petrenko am Freitag als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker. Das Konzert wird europaweit in rund 145 Kinos übertragen. Samstag spielt das Orchester die „Neunte“ mit dem Schlusschor über Schillers „Ode an die Freude“ am Brandenburger Tor - als Teil der Feiern zum 30. Jahrestag des Mauerfalls.

    Zum Konzert am Brandenburger Tor werden mehr als 30 000 Menschen erwartet, teilte die Intendantin der Berliner Philharmoniker Andrea Zietzschmann mit.

    Als Austragungsort für dieses besondere Antritts-Konzert wurde das Brandenburger Tor bewußt gewählt: Symbol der Freiheit und Wiedervereinigung, die sich 2019 zum 30. Mal jährt. Auch die Werkauswahl Kirill Petrenkos mit der Neunten Symphonie von Ludwig van Beethoven mit ihrem humanitären Grundgedanken liefert die perfekte Botschaft, ist zugleich Vorgeschmack auf die Feierlichkeiten zum 250. Geburtstag des Komponisten 2020.

    Die Berliner Philharmoniker hatten Petrenko vor vier Jahren als Nachfolger von Simon Rattle zu ihrem neuen Chefdirigenten gewählt. In seiner ersten Hauptstadt-Saison wird der russische Dirigent mit den Philharmonikern auf Deutschland-Tournee gehen. Zudem wird das Orchester zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs ein Konzert in Tel Aviv geben.

    Petrenko ist der siebente Chefdirigent des im Jahr 1882 gegründeten Berliner Orchesters. Der gebürtig aus Omsk stammende Russe ist ein Geschichtenerzähler mit Tönen: Denn auch die Entstehung eines Gefühls sei immer mit einer Geschichte verbunden, wird er im Portrait auf der Webseite seiner zukünftigen Wirkungsstätte zitiert:

    „Wir können uns nicht vom Umfeld lösen und uns rein musikalisch mit Klängen beschäftigen. Es gibt einfach historisch und sozial Verbindungen, die in die Musik einfließen und die man wieder hervorholen muss, wenn man sie interpretiert“, sagt Petrenko.

    Drei bedeutende Stationen in seiner Biographie sind Meiningen, München, Berlin. In der kleinen thüringischen Residenzstadt brachte er 2001 Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ an vier aufeinanderfolgenden Abenden zur Premiere. Die Staatsoper der bayerischen Landeshauptstadt führte er zu noch glanzvollerem Renommée, dort ist er noch bis 2020 Generalmusikdirektor.

    Und die deutsche Hauptstadt? „Ich kenne Berlin schon als Stadt, ich habe ja elf Jahre hier gelebt (war fünf Jahre Intendant der Komischen Oper – Anm. d. Red.), und so ist es für mich ein bisschen wie eine Rückkehr. Allerdings habe ich mir nie vorstellen können, dass ich die Berliner Philharmoniker als Künstlerischer Leiter übernehmen könnte – das war für mich völlig undenkbar. Bis heute fällt es mir nicht leicht, mich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen. Aber jetzt nehme ich mit großer Freude diese Herausforderung an“, wird er bei den Berliner Philharmonikern zitiert.

    Beim Gratis-Open-Air-Konzert am Brandenburger Tor wollen die Berliner Philharmoniker mit den Berlinern sowie den Gästen der Stadt den Amtsantritt des neuen Chefdirigenten feiern, das Konzert wird live im TV vom Rundfunk Berlin-Brandenburg ab 20.15 Uhr übertragen.

    ba

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Musiker, Philharmonie, 30 Jahre Mauerfall, Berlin, Deutschland