06:37 18 November 2019
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    Filmstill aus TRACING ADDAI

    dokumentART 2019: Film über IS-Radikalisierung eines Mannes aus Deutschland gewinnt Hauptpreis

    © Foto: Filmuniversität Babelsberg / Omri Aloni
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    Bei dem Europäischen Filmfestival dokumentART 2019 in Neubrandenburg hat ein Film über die IS-Radikalisierung eines jungen Mannes aus Deutschland den Hauptpreis gewonnen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag.

    Bei dem Neubrandenburger Filmfestival dokumentART 2019 hat der Film „Tracing Addai“ (dt. „Auf den Spuren von Addai“) am 19. Oktober den Hauptpreis gewonnen. Dieser war mit 5000 Euro dotiert. Der Dokumentarfilm behandelt den Werdegang eines jungen Mannes aus Deutschland. Während seiner Reise konvertiert er zum Islam und zieht als islamistischer Kämpfer nach Syrien. Die Regisseurin kannte den Protagonisten und seine Mutter schon als kleinen Jungen und versucht zu erklären, wie und warum jemand zum Terroristen wird.

    „Dieser Film hat uns am meisten berührt“, kommentierte die Sprecherin der internationalen Jury Margit Schild ihre Entscheidung. Der Dokumentarfilm mit Animationsteilen erzählt eine wahre Begebenheit, dauert 30 Minuten und wurde bereits in vier Ländern ausgezeichnet.

    „Das Thema Syrien ist gerade wieder brennend aktuell“, erläuterte Schild. „Tracing Addai“ zeige, wie sich ein Sohn von der Mutter entfremdet, sich radikalisiert und später stirbt. Diese Radikalisierung sei ein sehr persönlicher Weg, wie bei vielen Schicksalen.

    Migranten an Bord des Rettungsschiffes Ocean Viking
    © AFP 2019 / ANNE CHAON

    Es war nicht der einzige Film, der Migration und Flüchtlinge thematisierte: Drei weitere Preise gingen an Streifen, die die gleiche Problematik behandelten. Den zweihöchsten „Preis der Stadt Neubrandenburg“ erhielt der Film „Biotop“, welcher von einer Lärmschutzwand in einem Vorort Münchens handelt. Diese wurde aus Angst und Abgrenzungsbestrebungen errichtet, um sich vor einem Asylbewerberheim zu schützen. Den erstmals vergebenen „Preis des Latücht e.V“ bekam der Schweizer Andreas Muggli, der die Reise von zwei afrikanischen jungen Männern über die Alpen in die Schweiz dokumentierte.

    „Das Programm hatte 2019 ein sehr hohes Niveau“, sagte Schild im Namen der Jury. Beim Festival wurden 82 Filme aus 30 Ländern gezeigt, 49 davon traten um die fünf Preise an.

    dg/ae/dpa

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    Sieger, Filmfestival, IS, Film