03:11 26 Februar 2020
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    Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste hat einen Leitfaden zur Provenienzforschung für Kulturgut, das während der NS-Zeit verfolgungsbedingt entzogen wurde, herausgebracht.

    Wer Zwei­fel an der Herkunft, also der Pro­ve­ni­enz, von Kul­tur­gü­tern in eige­nen Be­stän­den hat – egal, ob Gemäl­de, Skulp­tur, Buch, Mün­ze, Por­zel­lan, Gra­fik oder Sil­ber­be­steck – soll im neuen Leitfaden das nötige Instru­men­ta­ri­um finden: prakti­sche Hin­wei­se, Fallbeispie­le so­wie al­le wichti­gen Adres­sen, Quel­len und In­ter­net­zu­gän­ge, so das Zentrum für Kulturgutverluste.

    Der ers­te etwa 135 Seiten starke Leit­fa­den Provenienzfor­schung zur Iden­ti­fi­zie­rung von NS-ver­fol­gungs­be­dingt ent­zo­ge­nem Kul­tur­gut ist als pra­xis­ori­en­tier­ter Werk­zeug­kas­ten für Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter von Mu­se­en, Bi­blio­the­ken und Ar­chi­ven, für den Kunst- und Antiquariats­han­del und auch für pri­va­te Samm­lun­gen kon­zi­piert. Das mit fünf Partnern herausgegebene Buch liefert politische und rechtliche sowie ethische Grundlagen für die Herkunftsforschung. Es be­fasst sich ausdrücklich nicht mit an­de­ren The­men­fel­dern der Pro­ve­ni­enz­for­schung wie den Ent­eig­nun­gen in der So­wje­ti­schen Be­sat­zungs­zo­ne, der DDR, mit Kriegs­ver­lus­ten oder den so­ge­nann­ten ko­lo­nia­len Kon­tex­ten.

    Der Leit­fa­den könne zudem nicht je­der in­sti­tu­tio­nel­len und struk­tu­rel­len Be­son­der­heit ge­recht wer­den, aber er würde al­len, die sich mit Herkunfts­for­schung be­fas­sen, wich­ti­ge Aus­gangs- und An­satz­punk­te bei der prak­ti­sche Ar­beit der Si­che­rung und Be­wah­rung des kul­tu­rel­len Erbes bieten, so das Zentrum in Magdeburg. Auch eine englische Übersetzung ist geplant.

    Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste Magdeburg wurde Anfang Januar 2015 als Stiftung von Bund, Ländern und den drei kommunalen Verbänden gegründet.

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    Tags:
    Kunst, Kunstwerk, Drittes Reich, NS-Zeit, Kulturgüter