14:04 15 Juli 2020
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    In der Ukraine braut sich gerade ein Skandal um den Präsidenten Wladimir Selenski zusammen. Dieser soll persönlich interveniert haben, damit der schwedische Popstar Dr. Alban in der Silvestershow der Comedy-Sendung, die den Präsidenten berühmt machte, auftreten darf. Alban hat eigentlich Einreiseverbot wegen eines Auftritts auf der Krim.

    Der ukrainische Präsident Wladimir Selenski soll persönlich interveniert haben, damit der schwedischen Popstar Dr. Alban („It’s my life“) für ein Konzert in die Ukraine einreisen durfte. Dies behauptete der Sänger auf seinem Instagram-Account. Laut ukrainischem Gesetz landet jeder, der zuvor über Russland auf die Krim gereist ist, automatisch auf einer Schwarzen Liste und erhält Einreiseverbot in die Ukraine. Dr. Alban trat 2017 in einer Ferienanlage in Jalta auf der Krim auf.

    Jetzt trat der 1990er-Jahre-Star beim Silvesterkonzert von „Studio Kvartal 95“ in Kiew auf. Bis zu seiner Wahl zum Präsidenten 2019 war Selenski der Hauptstar dieser populärsten Comedy-Show in der Ukraine, die von Selenskis Firma produziert wurde.

    Dr. Alban dankt dem Präsidenten

    Dr. Alban postete bereits am 16. Dezember ein Foto von sich zusammen mit dem Präsidenten auf seinem Instagram-Account und schrieb dazu:

    „Ich hatte Einreiseverbot in die Ukraine wegen meines früheren Auftritts auf der umstrittenen Halbinsel Krim. Dank der Intervention des Präsidenten konnte ich nun doch in die Ukraine kommen. Sehr gute Party in Kiew mit dem Präsidenten im Publikum.“
    Screenshot des Original-Instagram-Posts von Dr. Alban vom 16. Dezember 2019 zu seinem Auftritt in Kiew
    © Foto vom Blogger Instagram/dralbanofficial
    Screenshot des Original-Instagram-Posts von Dr. Alban vom 16. Dezember 2019 zu seinem Auftritt in Kiew

    Medial bekannt wurde der Instagram-Post erst am 4. Januar, als ihn Reporter von „Radio Free Europe“ entdeckten und darüber berichteten. Neben der Rolle des Präsidenten mokierten sich ukrainische Instagram-Nutzer auch über die Schreibweise der ukrainischen Hauptstadt – die Ukraine strebt Kyiv anstelle des russischen Kievs an – und über den Ausdruck „umstritten“ in Bezug auf die Krim. Aus ukrainischer Sicht ist die Krim ukrainisch.

    Der Popstar hat seinen Instagram-Post inzwischen abgeändert und sowohl die Passage mit dem Eingreifen des Präsidenten, als auch das Wort „umstritten“ im Zusammenhang mit der Krim entfernt. Jetzt lautet der Text:

    „Ich hatte Einreiseverbot in die Ukraine wegen meines früheren Auftritts auf der Halbinsel Krim. Ich wusste nicht, dass die Ukrainer das nicht mögen, aber war glücklich, den Präsidenten zu treffen.“

    Der Präsident schweigt

    Während in der Ukraine jetzt eine Diskussion darüber läuft, inwiefern Selenski hier möglicherweise unmoralisch und ungesetzlich gehandelt hat, gab es bisher keinen offiziellen Kommentar dazu vom Büro des Präsidenten. Selenski befindet sich nach wie vor in den Neujahrsferien, die in Russland und der Ukraine gewöhnlich bis zum 9. Januar gehen.

    Allerdings hat Sergej Deineko, der Chef des ukrainischen Grenzschutzes, am 5. Januar auf Facebook geäußert, dass der Präsident nicht interveniert hätte und dass die Einreise von Dr. Alban legal war.

    Es ist bisher unklar, ob es für den Künstler ein formales Einreiseverbot in die Ukraine gab, Dagegen spricht, dass er bereits im September 2019 in Kramatorsk, im ukrainischen Teil des Donbass aufgetreten ist.

    In der Vergangenheit erhielten Künstler, die auf der Krim aufgetreten sind, automatisch Einreiseverbot in die Ukraine. Dies betraf auch internationale Stars wie die deutsche Band Scooter oder den italienischen Sänger Al Bano.

     

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    Tags:
    Popmusik, Wladimir Selenski, Ukraine