20:50 06 Juli 2020
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    Filmjournalisten vom Verband der Auslandspresse (HFPA) haben zum 77. Mal in Los Angeles Preise für Filme und Fernsehsendungen des Jahres 2019 verliehen. Die Ergebnisse wurden in der Nacht auf Montag bekanntgegeben. Darüber hinaus erregten bissige Sprüche des Moderators, des Komikers Ricky Gervais, Aufsehen.

    Die Zeremonie fand am Sonntag in Beverly Hills (US-Bundesstaat Kalifornien) statt, wie üblich in Form eines Gala-Dinners. Preise wurden für beste Filme, Sendungen und Animationsfilme sowie für beste Regie, Drehbuch und Filmmusik vergeben. Außerdem kürte der HFPA beste Haupt- und Nebendarsteller und beste fremdsprachige Filme. Viele Kategorien wurden nochmals in „Drama“ und „Komödie oder Musical“ unterteilt.

    Das Weltkriegsepos „1917“ vom britischen Regisseur Sam Mendes wurde zum „Besten Film-Drama“ erklärt. Das ist Medienberichten zufolge die inoffizielle Königsdisziplin. Mendes nahm auch den Preis für die beste Regie entgegen.

    In der Komödien-Sparte siegte „Once Upon a Time in Hollywood“ von Regisseur Quentin Tarantino. Der Film wurde noch mit zwei weiteren Preisen geehrt: Tarantino gewann für das beste Drehbuch, Brad Pitt als bester Nebendarsteller.

    Als beste Schauspielerin wurde die US-Amerikanerin Renée Zellweger geehrt. Die 50-Jährige holte die Trophäe für ihre Verkörperung der Schauspiel-Ikone und Sängerin Judy Garland in dem Filmdrama „Judy“. Es ist der vierte Globe in Zellwegers Karriere.

    Beste Hauptdarsteller

    Der amerikanische Schauspieler Joaquin Phoenix gewann für seine Rolle in dem Thriller „Joker“ den Preis als bester Drama-Darsteller. Der 45-Jährige wurde damit zum zweiten Mal in seiner Karriere mit einem Golden Globe geehrt.

    Mit einer Auszeichnung in der Kategorie „Beste Hauptdarstellerin – Komödie oder Musical“ für ihre Rolle in der Tragikomödie „The Farewell“ erhielt die US-Komikerin und Musikerin Awkwafina als erste asiatisch-amerikanische Schauspielerin einen Golden Globe.

    Elton Johns „Bester Filmsong“

    Gleich zwei Auszeichnungen gab es auch für „Rocketman“ über das Leben des britischen Sängers Elton John. Der Brite Taron Egerton gewann den Golden Globe als bester Hauptdarsteller in der Sparte Komödie/Musical. Elton John selbst wurde für den besten Filmsong geehrt.

    Moderator teilt aus

    Zum fünften Mal stand der Brite Ricky Gervais als Gastgeber auf der Bühne. Mit riskanten Witzen hielt er nicht zurück und bildete ein großes Gesprächsthema im Internet.

    Unter anderem mokierte der Komiker Hollywood-Schauspieler wegen leidenschaftlicher politischer Reden, die sie bei Preisverleihungszeremonien oft gäben. Aus Gervais‘ Sicht ist das Heuchelei. Denn die Filme und Serien, in denen Schauspieler auftreten, würden von großen Unternehmen wie Apple, Amazon oder Disney produziert. Der Brite verglich Unterhaltungskonzerne mit Terroristen des „Islamischen Staates“*:

    „Wenn der IS einen Streamingdienst starten würde, ihr würdet sofort euren Agent anrufen.“

    Außerdem kritisierte Gervais, dass in diesem Jahr keine Regisseurin im Bereich Film nominiert worden sei – trotz der Diskussionen um den Hollywood-Filmproduzenten Harvey Weinstein und die MeToo-Kampagne.

    Die „Goldene Weltkugel“

    In den Bereichen Film und Fernsehen der amerikanischen Unterhaltungsindustrie gelten die Golden Globes nach den Academy Awards (den Oscars) beziehungsweise den Emmys als jeweils zweitbedeutendste Auszeichnung. Über die Preisverleihung in 25 Film- und Fernsehkategorien entscheiden rund 90 internationale Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten. Die Show gilt als Barometer für die glamouröse Oscar-Gala Anfang Februar.

    Causa Weinstein und MeToo-Kampagne

    Mehr als 80 Frauen hatten Harvey Weinstein seit 2017 sexuelle Übergriffe vorgeworfen, darunter auch namhafte Schauspielerinnen. Die Hauptverhandlung gegen den Produzenten ist für den 6. Januar anberaumt.

    Im Zuge des Skandals um Weinstein fand der Hashtag #MeToo ab Mitte Oktober 2017 Verbreitung in den sozialen Netzwerken, als mehrere Frauen den Hollywood-Mogul der sexuellen Belästigung, Nötigung oder der Vergewaltigung beschuldigten.

    Der Ausdruck „Me too“ geht auf die Aktivistin Tarana Burke zurück und wurde als Hashtag durch die US-Schauspielerin Alyssa Milano populär. Sie ermutigte betroffene Frauen, mit Tweets auf das Ausmaß sexueller Belästigung und sexueller Übergriffe aufmerksam zu machen. Seitdem wurde dieser Hashtag millionenfach verwendet.

    *Auch IS / Daesh: Terrororganisation, in Russland und Deutschland verboten

    mo/sb/rtr

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    Tags:
    Golden Globe, USA