17:04 26 Februar 2020
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    „Geschmacklos und dumm“: Polizist filmt Hitler-Imitator in Sachsen – Video

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    Ein Polizist filmt amüsiert bei einem Biker-Treffen in Sachsen einen Hitler-Imitator. Das Video erreicht die Sozialnetzwerke und sorgt dort für weitgehendes Entsetzen. Inzwischen muss der Polizist mit Konsequenzen rechnen, sagte ein Sprecher der Polizei am Dienstag.

    Ein Motorradfahrer war am Samstag bei dem Biker-Treffen auf der Augustusburg (nahe Chemnitz) mit einem als Adolf Hitler verkleideten Beifahrer vorgefahren. Auf einem Video ist zu sehen, wie der Fahrer seine Maschine, die wie ein Wehrmachtsmotorrad aussieht, unmittelbar neben einem Polizeifahrzeug einparkt – und der Polizist am Lenkrad des Autos die Aktion offensichtlich amüsiert mit dem Handy aufnimmt.

    ​Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer verurteilte die Aktion auf Twitter als „geschmackslos“:

    ​Einige User warfen Kretschmer vor, dabei das Benehmen des Polizisten ignoriert zu haben.

    Der Bürgermeister von Augustusburg, Dirk Neubauer, erwähnte in seiner Facebook-Ansprache die Polizei, räumte jedoch ein, es sei falsch, der Polizei allein den Vorwurf zu machen:

    „Dass hier ein Polizist beim Filmen lacht, ist sicher nicht glücklich. Dennoch aber sollten wir nicht vergessen: Die Verursacher sind die Täter, nicht umgedreht.“

    Auf Twitter zeigten sich mehrere Nutzer sowohl von der Aktion als auch von dem Benehmen des Polizisten empört.

    Geschmacklos und dumm“, schrieb einer.

    Grünen-Kreisvorsitzender im Landkreis Mittelsachsen, Sebastian Walter, bedauerte, dass das Biker-Treffen in Augustusburg „immer mal wieder dubiose Typen in Uniform anzeigt“.

    ​Der unabhängige Journalist Johannes Grunert verwies darauf, dass die Zusammenkunft auf der Augustusburg nicht zum ersten Mal wegen nationalsozialistischer Kleidung in die Schlagzeilen gerate. Bereits 2009 berichteten Medien über in Wehrmachtsuniform verkleidete Biker, die dem Treffen beiwohnten.

    Laut Polizeiangaben prüft der Staatsschutz mögliche Gesetzverstöße. Auch der Polizist, der die Aufnahme gemacht hatte, muss mit Konsequenzen rechnen. Der Beamte habe sein Fehlverhalten in einem „konstruktiven Gespräch“ mit der Leitung der Polizeidirektion Chemnitz eingesehen. Dienstrechtliche Konsequenzen würden dennoch geprüft. Der Auftritt des Hitler-Imitators stelle eine Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung dar. Der Beamte hätte deshalb einschreiten müssen.

    msch/mt/dpa

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    Michael Kretschmer, Adolf Hitler, Nazis, Chemnitz, Sachsen