09:59 05 Juli 2020
SNA Radio
    Kultur
    Zum Kurzlink
    227
    Abonnieren

    Drei Wochen vor der Berlinale steht das Festivalprogramm: 18 Filme gehen ins Rennen um den Goldenen Bären, 16 Weltpremieren sind am Start, so die Festivalleitung. Gleichzeitig teilten die Veranstalter mit, den Alfred-Bauer-Preis auszusetzen. Der Namensgeber war hochrangiger Funktionär der NS-Filmbürokratie – und 25 Jahre Direktor der Berlinale.

    Im Wettbewerb der 70. Berlinale konkurrieren 18 Filme um Goldene und Silberne Bären. Gleich 16 Weltpremieren sind am Start, so die neue Festivalleitung, bestehend aus der Niederländerin Marianne Rissenbeek und dem Italiener Carlo Chatrian.

    Die diesjährige Jury wird vom britischen Schauspieler und Oscar-Preisträger Jeremy Irons geleitet. Seine Kollegin Helen Mirren erhält den Goldenen Ehrenbären für ihr Lebenswerk. Der 74-Jährigen wird auch eine Hommage gewidmet.

    NS-Schatten der Vergangenheit

    Nach einem Bericht der Zeitung „Die Zeit“ über die Vergangenheit des früheren Berlinale-Leiters Alfred Bauer will das Filmfestival den nach ihm benannten Preis nicht mehr vergeben. Bauer sei ein „hochrangiger Funktionär der NS-Filmbürokratie“ gewesen, so der Bericht.

    In dem Artikel würden „Quellen zitiert, die die Rolle von Alfred Bauer, dem ersten Leiter der Internationalen Filmfestspiele Berlin, in der nationalsozialistischen Filmpolitik neu beleuchten“, teilte das Festival auf seiner Webseite mit. Die Interpretation der Quellen lege nahe, dass er bedeutende Positionen in der NS-Zeit innegehabt habe. Angesichts dieser neuen Erkenntnisse würde die Berlinale den „Silberner Bär Alfred Bauer Preis“ aussetzen und die Festivalgeschichte mit externer fachwissenschaftlicher Unterstützung aufarbeiten.

    Bauer leitete das Festival von 1951 bis 1976. Der nach ihm benannte Preis wurde seit 1987 verliehen, zuletzt als eine von mehreren Bären-Auszeichnungen im Wettbewerb.

    340 Filme – vom 20. Februar bis 1. März

    Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals der Welt. Eröffnet werden die 70. Internationalen Filmfestspiele am 20. Februar mit der Romanverfilmung „My Salinger Year“ des Regisseurs Philippe Falardeau. Sigourney Weaver („Alien“) spielt darin eine Agentin des Schriftstellers J. D. Salinger („Der Fänger im Roggen“). Bis zum 1. März will das Festival rund 340 Filme zeigen.

    Das sind die Filme im Wettbewerb

    • „Berlin Alexanderplatz“ (Deutschland/Niederlande) von Burhan Qurbani, mit Welket Bungué, Jella Haase, Albrecht Schuch, Joachim Król, Annabelle Mandeng, Nils Verkooijen, Richard Fouofié Djimeli.
    • „DAU. Natascha“ (Deutschland/Ukraine/Vereinigtes Königreich/Russische Föderation von Ilja Chrschanowski, Jekaterina Oertel mit Natalia Bereschnaja, Olga Schkabarnja, Wladimir Ashippo, Alexej Blinow, Luc Bigé.
    • „Domangchin yeoja (The Woman Who Ran)“ (Republik Korea) von Hong Sangsoo mit Kim Minhee, Seo Younghwa, Song Seonmi, Kim Saebyuk, Lee Eunmi, Kwon Haehyo, Shin Seokho, Ha Seongguk.
    • „Effacer l'historique (Delete History)“ (Frankreich/Belgien) von Benoît Delépine, Gustave Kervern mit Blanche Gardin, Denis Podalydès, Corinne Masiero.
    • „El prófugo (The Intruder)“ (Argentinien/Mexiko) von Natalia Meta mit Érica Rivas, Nahuel Pérez Biscayart, Daniel Hendler, Cecilia Roth, Guillermo Arengo, Agustín Rittano, Mirta Busnelli.
    • „Favolacce (Bad Tales)“ (Italien/Schweiz) von Damiano & Fabio D‘Innocenzo mit Elio Germano, Barbara Chichiarelli, Lino Musella, Gabriel Montesi, Max Malatesta.
    • „First Cow“ (USA) von Kelly Reichardt mit John Magaro, Orion Lee, Toby Jones, Scott Shepherd, Gary Farmer, Lily Gladstone.
    • „Irradiés (Irradiated)“ (Frankreich/Kambodscha) von Rithy Panh.
    • „Le sel des larmes (The Salt of Tears)» (Frankreich/Schweiz) von Philippe Garrel mit Logann Antuofermo, Oulaya Amamra, André Wilms, Louise Chevillotte, Souheila Yacoub.
    • „Never rarely Sometimes Always“ (USA) von Eliza Hittman mit Sidney Flanigan, Talia Ryder, Théodore Pellerin, Ryan Eggold, Sharon Van Etten.
    • „Rizi (Days)“(Taiwan) von Tsai Ming-Liang mit Lee Kang-Sheng, Anong Houngheuangsy.
    • „The Roads Not Taken (Vereinigtes Königreich)“ von Sally Potter mit Javier Bardem, Elle Fanning, Salma Hayek, Laura Linney.
    • „Schwesterlein (My Little Sister)“ (Schweiz) von Stéphanie Chuat, Véronique Reymond mit Nina Hoss, Lars Eidinger, Marthe Keller, Jens Albinus, Thomas Ostermeier, Linne-Lu Lungershausen, Noah Tscharland, Isabelle Caillat, Moritz Gottwald, Urs Jucker.
    • „Sheytan vojud nadarad (There Is No Evil)“ (Deutschland/Tschechische Republik/Iran) von Mohammad Rasoulof.
    • „Siberia (Italien/Deutschland/Mexiko)“ von Abel Ferrara mit Willem Dafoe, Dounia Sichov, Simon McBurney, Cristina Chiriac.
    • „Todos os mortos (All the Dead Ones)“ (Brasilien/Frankreich) von Caetano Gotardo, Marco Dutra mit Mawusi Tulani, Clarissa Kiste, Carolina Bianchi, Thaia Perez, Alaíde Costa, Leonor Silveira, Agyei Augusto, Rogério Brito, Thomás Aquino, Andrea Marquee.
    • „Undine“ (Deutschland/Frankreich) von Christian Petzold mit Paula Beer, Franz Rogowski, Maryam Zaree, Jacob Matschenz.
    • „Volevo nascondermi (Hidden Away)“ (Italien) von Giorgio Diritti mit Elio Germano.

    ba/dpa

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Virologe Streeck zu Coronavirus: Darum wird es keine zweite Welle geben, sondern…
    „Geschmacklos ohne Ende“: „Seriöse“ Medien, Drosten und Lockdown im Regierungsviertel missbilligt
    Frau posiert für Foto mit wildem Bären und rennt um ihr Leben – Video
    Drama im Zoo Zürich: Tigerin tötet Tierpflegerin
    Tags:
    Filmfestival, Berlin, Berlinale