08:26 13 August 2020
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    In den vergangenen fünf Jahren ist in 111 Fällen wegen versuchten oder besonders schweren Diebstahls in Museen und Ausstellungen in Sachsen ermittelt worden. Das ergab eine Anfrage aus der Afd-Fraktion im Sächsischen Landtag.

    Die Liste reicht von entwendeten Geldkassetten im Nostalgiemuseum Leipzig über Sammlergegenständen samt Pistole aus dem Stadtmuseum Hoyerswerda bis hin zu abhandengekommenen Edelmetallen aus dem Glauchauer Schloss. Vom jüngsten Coup im Dresdener Grünen Gewölbe ganz zu schweigen.

    Zweifel an der Sicherheit

    Letzterer habe Zweifel an der Sicherheit der in Sachsen befindlichen Museen und Sammlungen entstehen lassen, so die Anfrage. Die Fragesteller sähen nicht nur herausragende Einrichtungen wie jene der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, sondern auch die vielen über den Freistaat Sachsen verstreuten kleineren Heimatmuseen und Sammlungsgebäude in Gefahr.

    Nach Angaben des Innenministeriums zur Anfrage aus der AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag wurden in den vergangenen fünf Jahren 111 Ermittlungsverfahren wegen versuchten oder vollendeten besonders schweren Falls des Diebstahls sowie wegen schweren Bandendiebstahls in Museen und Ausstellungen im Freistaat Sachsen kriminalstatistisch erfasst. Davon seien 92 der Verfahren eingestellt worden, in neun Fällen kam es zu Verurteilungen zu Haftstrafen bis zu zwei Jahren, Bewährung oder Geldstrafe.

    Was erfasst wird

    Grundlage der Auskunft sind die Werte im Polizeilichen Auskunftssystem Sachsen (PASS) mit dem Recherchebegriff „Ausstellung/Museum“ in dem Katalogfeld „Tatörtlichkeit“. Für Sammlungsgebäude und Depots gibt es in PASS allerdings keine Katalogwerte, so dass eine Auskunft zu diesen als möglichen Tatorten nicht gemacht werden konnte.

    Besorgniserregende Zahlen und Sicherheitsmängel

    Die Regierung „muss endlich für mehr Sicherheit“ der Kunst- und Kulturschätze sorgen, forderte die AfD und sprach von „besorgniserregenden“ Zahlen. Auch die Sicherheitsmängel im Dresdner Grünen Gewölbe wie die veraltete Videoaufzeichnung dürften nicht länger ignoriert werden.

    Einer der 111 Fälle seit 2015 war der Juwelendiebstahl aus dem Schatzkammermuseum. Zwei Unbekannte waren im vergangenen November im Schutz der Dunkelheit über eines der vergitterten Fenster in das Grüne Gewölbe eingedrungen und hatten dann mit einer Axt eine Vitrine im Juwelenzimmer eingeschlagen. Nach kurzer Zeit konnten sie mit Diamanten und Brillanten von unschätzbarem Wert flüchten. Noch immer soll es zu Tätern und Beute keine heiße Spur geben, trotz einer Belohnung von einer halben Million Euro.

    ba/dpa

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    Tags:
    Grünes Gewölbe, Hoyerswerda, Museum, Dresden, Leipzig, Sachsen