00:48 29 September 2020
SNA Radio
    Kultur
    Zum Kurzlink
    1912
    Abonnieren

    Fünf Monate nach dem Tod des Starfotografen Peter Lindbergh präsentiert der Kunstpalast in Düsseldorf eine Ausstellung seiner Arbeiten. „Untold Stories“ zeigt rund 140 Fotografien aus den frühen 1980er Jahren bis in die Gegenwart. Lindbergs letzte SMS an das Museum: „Ausstellung ist fertig“. Er hatte die Schau selbst kuratiert.

    Als Peter Lindbergh im vergangenen September im Alter von 74 Jahren starb, war seine Vorarbeit für eine Ausstellung in Düsseldorf just beendet: Der in Duisburg aufgewachsene Fotograf hat zwei Jahre an der Präsentation gearbeitet. Der Kunstpalast zeigt nun diese Schau seiner Werke. Den Titel „Untold Stories“ (Unerzählte Geschichten) hatte Lindbergh noch selbst ausgesucht.

    • Linda Evangelista, Michaela Bercu  & Kirsten Owen Pont-à-Mousson, 1988
      Linda Evangelista, Michaela Bercu & Kirsten Owen Pont-à-Mousson, 1988
      © Foto : Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)
    • Uma Thurman, New York, 2016
      Uma Thurman, New York, 2016
      © Foto : Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)
    • Cindy Crawford, Tatjana Patitz, Helena Christensen, Linda Evangelista, Claudia Schiffer, Naomi Campbell, Karen Mulder und Stephanie Seymour
      Cindy Crawford, Tatjana Patitz, Helena Christensen, Linda Evangelista, Claudia Schiffer, Naomi Campbell, Karen Mulder und Stephanie Seymour
      © AFP 2020 / LIONEL BONAVENTURE
    • Karen Elson, Los Angeles, 1997
      Karen Elson, Los Angeles, 1997
      © Foto : Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)
    • Querelle Jansen, Paris, 2012
      Querelle Jansen, Paris, 2012
      © Foto : Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)
    • Milla Jovovich mit Lindberghs Fotoalbum vom Taschen-Verlag
      Milla Jovovich mit Lindberghs Fotoalbum vom Taschen-Verlag
      © AFP 2020 / Getty Images / Frazer Harrison
    • Sasha Pivovarova, Steffy Argelich, Kirsten Owen & Guinevere van Seenus. Brooklyn, 2015
      Sasha Pivovarova, Steffy Argelich, Kirsten Owen & Guinevere van Seenus. Brooklyn, 2015
      © Foto : Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)
    • Peter Lindbergh (Archivbild)
      Peter Lindbergh (Archivbild)
    1 / 8
    © Foto : Peter Lindbergh (Courtesy Peter Lindbergh, Paris)
    Linda Evangelista, Michaela Bercu & Kirsten Owen Pont-à-Mousson, 1988

    Testament, Vermächtnis, Manifest

    „Als ich meine Fotos das erste Mal an der Wand im Ausstellungsmodell gesehen habe, habe ich mich erschreckt, aber auch positiv. Es war überwältigend, auf diese Art vor Augen geführt zu bekommen, wer ich bin“, so Lindbergh im Juni 2019 in einem Interview für den Ausstellungskatalog.

    Die Präsentation ermögliche einen Blick auf sein umfangreiches Werk und lade zum Entdecken bislang unerzählter Geschichten ein, heißt es aus dem Düsseldorfer Museum.

    Die Schau selbst besteht aus mehreren Teilen: Da wäre zunächst die monumentale Installation „Manifest“, die eine eindringliche Einführung in Peter Lindberghs Idee von Modefotografie darstellt. Doch es gibt nicht nur Fotos von Mode, Models, schönen Menschen zu sehen. Auch bislang unbekannte Motive – etwa Stillleben, Landschaften, das Porträt eines Delfins, ein Pferd vor einer Steinmauer sind aufgereiht.

    Eine unbekannte Seite des künstlerischen Schaffens des deutschen Fotografen illustriert eine zum ersten Mal gezeigte Filminstallation über einen Mann in der Todeszelle mit dem Titel „Testament“ aus dem Jahr 2014. Der durch einen Einwegspiegel aufgenommene Film zeigt eine stumme Auseinandersetzung zwischen Lindberghs Kamera und Elmer Carroll. Der im US-amerikanischen Florida zum Tode verurteilen Mörder Carroll betrachtet 30 Minuten lang und ohne mimische Bewegung sein Spiegelbild. Gerade dieser Film zeige eine neue Bedeutungsschicht und soll eine Debatte um Themen anstoßen, die zentral für Lindbergh gewesen sein sollen: Introspektion, Ausdruck, Empathie und Freiheit, fasst es die Mitteilung des Kunstpalasts zusammen.

    Linda, Kate und Claudia – Mode und Models

    Kaum jemand allerdings, der Lindberghs Model-Bilder nicht kennt: der Deutsche wurde berühmt mit intensiven schwarz-weißen Modefotos, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen, die Kleidung schien immer sekundär. Und er hatte sie alle vor der Kamera: Die Supermodels Linda Evangelista, Kate Moss und Claudia Schiffer, Schauspielerinnen wie Nicole Kidman oder Julianne Moore. Ein Großteil der Aufnahmen sei noch nie gezeigt worden und Lindbergh selbst habe die Modefotos auch weiteren Lesarten zugänglich machen wollen, hatte eine spezifische Hängung der Bilder in der Ausstellung veranlasst:

    „Allerdings geht es mir nicht darum zu sagen, dass meine Bilder keine Modefotografie seien, denn das wäre auch falsch. Ich bestehe auf der Definition „Modefotografie“, weil für mich dieser Begriff nichtbedeutet, dass man Mode abbilden muss – die Fotografie ist viel größer als die Mode selbst, sie ist Bestandteil der Gegenwartskultur“, so der deutsche Fotograf im Interview zum Katalog der Düsseldorfer Schau.

    Die Ausstellung „Untold Stories“ dauert vom 5. Februar bis zum 1. Juni und wird anschließend im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg, dem Hessische Landesmuseum in Darmstadt und im Museum für zeitgenössische Kunst Donnaregina in Neapel im kommenden Jahr gezeigt.

    ba

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren

    Zum Thema:

    Dieses Land könnte den Ölmarkt crashen
    Bundestag spricht von möglicher Klärung im Fall Nawalny
    USA üben Druck auf Deutschland wegen Huawei aus – Medien
    Tags:
    Peter Lindbergh