11:51 06 Juli 2020
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    Die Besucher der Arthur M. Sackler Gallery in Washington, DC können derzeit einen einzigartigen Blick auf die syrischen und irakischen Städte Palmyra, Aleppo und Mosul werfen. Die mit 3D-Rekonstruierungen ausgestattete Ausstellung zeigt unter anderem, wie die Städte vor ihrer Zerstörung durch den „IS“* aussahen.

    Die Exposition, die letzten Monat in der von der Smithsonian Institution betriebenen Galerie eröffnet wurde, umfasst Fotos, Videointerviews, Vorträge und eine Virtual-Reality-Komponente mit 3D-Modellen von Kulturerbestätten in Syrien und im Irak. Diese wurde von dem 3D-Kulturerbe-Projekt Iconem und dem Spielentwickler Ubisoft mit Unterstützung der UNESCO sowie der Universität Lausanne entwickelt.

    Den Unterschied zwischen den Städten vor und nach ihrer Verwüstung kann man mithilfe von 3D-Blaupausen sehen. Die Bilder wurden aus Tausenden mittels Drohnen aufgenommenen Fotos zusammengestellt. Im Rahmen des Projekts können Besucher einen Eindruck von den Schäden bekommen, die der Prophet-Jona-Moschee im irakischen Mosul, dem alten Suq-Marktplatz von Aleppo, den römischen Ruinen sowie dem Baaltempel von Palmyra zugefügt wurden.

    ​Simon Rettig, Kurator der Galerie, hofft auf spürbare Auswirkungen der Ausstellung. Die Menschen sollten den Regierungen sagen, dass „wir die Bewohner dieser Städte und anderer Städte auf der ganzen Welt unterstützen müssen“, so Rettig.

    Die Ausstellung wird bis Ende Oktober dauern.

    Syriens Wiederaufbaumaßnahmen durch westliche Sanktionen behindert

    Alte syrische und irakische Städte wurden in den letzten zehn Jahren während der Kämpfe mit dem „Islamischen Staat“ und anderen Terrorgruppen sowie durch absichtliche Sprengungen zerstört.

    Damaskus hat in den letzten Jahren Maßnahmen zur Rettung der architektonischen und kulturellen Schätze Syriens getroffen. In den letzten Jahren, als sich die Lage im syrischen Bürgerkrieg stabilisierte, haben die Behörden versucht, religiöse und historische Stätten wie die Zitadelle von Aleppo (die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört) wiederherzustellen, die zwischen 2012 und 2016 bei Kämpfen mit Terroristen beschädigt wurden. Außerdem bemüht sich Syrien um die Rückkehr von geplünderten Artefakten, deren Schmuggel Damaskus den USA, Frankreich und der Türkei vorwirft.

    Syriens Wiederaufbauanstrengungen wurden durch westliche Sanktionen, die Zurückhaltung der USA und Europas bei der Bereitstellung von Hilfsgeldern sowie die Bemühungen der Trump-Regierung, die Ölressourcen des Landes zu entwenden, behindert. Der syrische Präsident Bashar Assad schätzte 2018, dass der Wiederaufbau bis zu 400 Milliarden US-Dollar kosten und bis zu einem Jahrzehnt dauern könnte.

    *Islamischer Staat, auch Daesh – Terrororganisation, in Deutschland und Russland verboten

    msch/ae/sna

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    Denkmäler, Kulturerbe-Objekt, Kulturerbe, Architektur, Museum, Washington, Irak, Islamischer Staat, Syrien, Palmyra