04:03 07 August 2020
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    Nach geplatzten Auftritten von Opernsänger Plácido Domingo in Los Angeles, New York oder Madrid, melden nun auch deutsche Opernhäuser Absagen: Der Grund sind die gegen den Sänger vorliegenden Belästigungsvorwürfe – und COVID19.

    Die Deutsche Oper Berlin hat geplante Auftritte des Starsängers Plácido Domingo abgesagt. Nach Domingos persönlicher Entschuldigung wegen sexueller Übergriffe habe das Haus sich zur Absage entschieden, so Intendant Dietmar Schwarz am Dienstag. Bisher sei an der Vermutung von Domingos Unschuld festgehalten worden.

    Auftritt nicht mehr vertretbar

    Da der Sänger selbst die Übergriffe eingestanden habe, sei sein Auftritt gegenüber den Frauen nicht mehr vertretbar. „Es tut uns sehr leid, dass es am Ende so ist“, sagte Schwarz in Berlin. Domingo sollte im kommenden Jahr in einer Wiederaufnahme von Giuseppe Verdis Oper „Don Carlo“ auftreten. Der 79-Jährige hatte sein Debüt an der Deutschen Oper 1967 gefeiert. Er wollte deswegen eine Abschiedsvorstellung geben.

    Vorwürfe und Eingeständnisse

    Mehrere Opernhäuser hatten bereits wegen der Vorwürfe Domingo aus dem Programm genommen. Der spanisch-mexikanische Sänger hatte sich Ende Februar bei den Frauen entschuldigt, die ihm im Zuge der MeToo-Bewegung Übergriffe vorgeworfen hatten. Er übernehme die volle Verantwortung für sein Handeln. Eine Untersuchung des US-Verbands der Musikkünstler (AGMA) hatte zuvor die Vorwürfe zahlreicher Kolleginnen des Künstlers bestätigt.

    Rückzieher in Hamburg

    Am Dienstag meldete sich die Staatsoper Hamburg via Twitter und verkündete, dass Domingo seinen Auftritt an der Staatsoper Hamburg abgesagt habe. 

    ​Die Absage erfolgte allerdings auf Grund von medizinischen Empfehlungen im Zusammenhang mit Alter und Konstitution des Sängers, was ein hohes Risiko im Falle einer Infektion mit COVID-19 bedeute.

    Die Vorstellungen der Oper „Simon Boccanegra“ im Rahmen der noch bis Anfang April laufenden Italienischen Opernwochen 2020 in Hamburg sollen jedoch bislang trotz der Aussagen von Domingo zu den Belästigungsvorwürfen stattfinden.

     „Wir sind irritiert über diese neuen Entwicklungen und nehmen die Thematik rund um Plácido Domingo sehr ernst“, so Pressesprecher Michael Bellgardt noch Ende Februar zu den Vorwürfen sexueller Belästigung gegen Domingo. Die Staatsoper beschäftige sich genau mit den neuesten Entwicklungen und informiere sich umfassend. „Wir werden uns auch mit den anderen Institutionen in Europa austauschen und danach an die Öffentlichkeit treten“, hieß es aus Hamburg.

    ba/dpa

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    Tags:
    Deutsche Oper Berlin, Plácido Domingo