06:46 12 August 2020
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    Coronavirus-Ausbruch: Aktuelle Entwicklungen zur neuartigen Lungenkrankheit (198)
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    Es hagelt Absagen und Schließungen ob der Maßnahmen gegen die COVID19-Ausbreitung. Am Dienstag wurde just vor dem Start das Literaturfest Lit.Cologne abgesagt. US-Sänger wie Madonna und Richard Marx sagten Gigs ab, auch Star-Gitarrist Carlos Santana oder Opernstar Plácido Domingo. Der deutsche Kulturrat spricht von existenzgefährdenden Bedingungen.

    Die Lit.Cologne teilte mit, die Absage geschehe auf Empfehlung der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos). Man bemühe sich um eine Verlegung der Veranstaltungen auf einen späteren Zeitpunkt. „In der jetzigen Situation müssen wir alles dafür tun, die Infektionsketten zu durchbrechen“, wurde Reker zitiert. Mit mehr als 200 Veranstaltungen und über 100 000 Besuchern an zwölf Tagen ist die Lit.Cologne nach eigenen Angaben das größte Literaturfestival Europas.

    Angst vor Ansteckung: Dinge haben sich minütlich überschlagen

    „Die Absage der Lit.Cologne trifft uns unendlich schwer“, bedauerte Geschäftsführer Rainer Osnowski. Für das privatwirtschaftlich organisierte Literaturfest, das bisher ohne Subventionen auskam, sei dies existenzgefährdend. Eine Reihe von Autoren, vor allem aus dem Ausland, hatten ihre Veranstaltungen bereits abgesagt oder verschoben. Zuletzt hätten aber auch deutsche Schriftsteller einen Rückzieher gemacht, sagte Osnowski. Sie hätten gesagt: „Ich habe Angst, mich in NRW, vor allen Dingen in Köln, anzustecken.“ Gerade ältere Autoren hätten nicht mehr in das Bundesland mit den meisten Infektionen reisen wollen. „Die Dinge haben sich minütlich überschlagen.“

    Zuvor waren in den vergangenen Tagen schon die Leipziger Buchmesse sowie Buchmessen in Bologna, London und Paris abgesagt worden. Das Literaturfestival „Eventi letterari Monte Verità“ im Schweizer Kanton Tessin wurde in den Herbst verschoben.

    Situation freiberuflicher Künstler  

    Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus treffen den Kulturbereich nach Darstellung des Deutschen Kulturrats insgesamt stark. „Insbesondere kleinere und mittelständische Unternehmen sowie … Freiberufler haben oft keine finanziellen Polster, um Einnahmeausfälle aufzufangen“, so Geschäftsführer Olaf Zimmermann. Honorare würden oft nur bei der Durchführung von Veranstaltungen fällig.

    Viele öffentlich geförderte Kultureinrichtungen befürchten laut Kulturrat, dass öffentliche Mittel von Kommunen, Ländern oder dem Bund zurückgefordert werden könnten, weil sie für bestimmte Vorhaben genehmigt wurden, die nun nicht stattfinden. Vielfach seien aber schon Ausgaben entstanden. Rückforderungen könnten sich existenzbedrohend auswirken, deshalb müsse darauf verzichtet werden.

    Theater schließen vorsorglich – Hamburger Elbphilharmonie: Keine Veranlassung

    In Bayern sind alle staatlichen Theater, Konzertsäle und Opernhäuser vom 11. März bis zum Ende der Osterferien am 19. April geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Die Bayerische Staatsoper will während der Schließung ausgewählte Stücke trotzdem auf die Bühne bringen - vor leeren Rängen. Zuschauer könnten die Aufführungen live übers Internet verfolgen, sagte ein Sprecher.

    Der Notfallplan der österreichischen Regierung zwingt auch weltbekannte Spielstätten wie das Burgtheater und die Staatsoper in Wien dazu, ihre Aufführungen bis Ende März abzusagen.

    Der Intendant der Hamburger Elbphilharmonie, Christoph Lieben-Seutter, sieht für eine generelle Absage der Veranstaltungen in dem berühmten Konzerthaus dagegen keine Veranlassung. „In einem Konzertsaal wie diesem hier - der ist geräumig, der ist modern, hat eine super Klimaanlage - hier ist die Gefahr auch für 2000 Leute, sich anzustecken, sicher wesentlich geringer als in einem kleinen, engen, alten Saal oder in einem Club oder ähnlichem“, sagte er den ARD-„Tagesthemen“ am Montagabend.

    Madonna, Marx, Santana, Pearl Jam: Alle bleiben weg

    Auch Popkonzerte fallen dem Coronavirus zum Opfer. Star-Gitarrist Carlos Santana sagte die Europatermine seiner „Miraculous World Tour“ aufgrund „gesundheitsbehördlicher Entscheidungen und lokaler Reisebeschränkungen“ ab. Damit entfallen auch die geplanten Konzerte am 22. März in München und am 23. März in Köln. „Ich bin sehr enttäuscht, dass ich meine bevorstehenden Auftritte absagen muss“, ließ Santana verlautbaren. Die Sicherheit der Fans habe aber oberste Priorität. Der US-Sänger und Songwriter Richard Marx sagte seine Auftritte in Europa (in Deutschland Berlin und Leipzig betroffen) ebenfalls ab. Es bestehe die Gefahr, dass er wegen des Virus in einem Land feststecke und seine Tour deshalb nicht fortsetzen könne, sagte der 56-Jährige in einem Instagram-Post. Am kommenden Montag wollte Marx seine Deutschlandtour in Hamburg beginnen. Deutschlandweit sind sechs Konzerte betroffen - Hamburg, Berlin, Düsseldorf, München, Frankfurt und Leipzig.

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    Auch Popstar Madonna sagte zwei Konzerte ihrer aktuellen „Madame X“-Tour am Dienstag und Mittwoch in Paris ab.

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    I take nothing for granted. 🇫🇷Thank you Paris. #madamextheatre #legrandrexparis @chazbuzan @nicolas_huchard

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    „Ein bitter-süßer Abschied“ – man dürfe nichts für selbstverständlich halten, so die Queen of Pop und bedankt sich bei ihren französischen Fans.

    Die US-Rockband Pearl Jam verschob den ersten Teil ihrer geplanten Nordamerika-Tournee auf unbestimmte Zeit. Die US-Sängerin Miley Cyrus (27) sagte wegen des weltweit grassierenden Coronavirus ein Buschfeuer-Benefizkonzert in Australien ab.

    Der Belästigungsvorwürfen ausgesetzte Opernstar Plácido Domingo sagte seinen Auftritt in Hamburg wegen des COVID-19-Virus ab.

    Operndiva Anna Netrebko macht Mut

    Mut macht Operndiva Anna Netrebko: Am Dienstag wandte die russische Opernsängerin sich an Ihre Fans, geplant sind noch immer Auftritte in New York Ende März und Anfang April.

    „In dieser für uns alle auf diesem Planeten schwierigen und unklaren Zeit will ich alle, die unter diesem schrecklichen Virus leiden, unterstützen: Die Kranken, diejenigen, die ihre Arbeit verloren haben, jene, die sich in Quarantäne begeben mussten, ohne die Möglichkeit zu haben, die Stadt oder das Land zu verlassen. Wir wissen nicht, was das Morgen bringt, lasst uns deshalb stark sein und die Zeit nutzen, die richtigen Entscheidungen zu treffen …“

    Oberammergauer Festspiele

    Die Sorgen wegen der Ausbreitung des Coronavirus haben auch das oberbayerische Oberammergau erreicht: Dort laufen die Vorbereitungen auf die am 16. Mai geplante Premiere der nur alle zehn Jahre aufgeführten Passionsspiele. „Stand heute gehen wir davon aus, dass die Premiere stattfinden kann“, sagte Sprecher Frederik Mayet am Dienstag. Mit der Ankündigung der bayerischen Staatsregierung, zunächst bis Karfreitag Veranstaltungen mit mehr als 1000 Gästen zu untersagen, gebe es allerdings eine neue Situation. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Maßnahme über den 10. April hinaus verlängert wird. Das würde dann langsam in den Zeitraum der Premiere fallen. Auf diese Situation müssen wir uns vorbereiten.“

    ba/dpa

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    Tags:
    Plácido Domingo, Anna Netrebko, Madonna, Coronavirus