00:44 07 April 2020
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    Nach einem polarisierenden Video von Xavier Naidoo hat nun der deutsche Fernsehsender „RTL“ entschieden, die Zusammenarbeit mit dem Sänger zu beenden. Das bestätigte ein Sprecher des Fernsehsenders. Zuvor war Naidoo Jury-Mitglied in der RTL-Sendung „Deutschland sucht den Superstar“.

    Erst am Nachmittag hatte Naidoo Rassismus-Vorwürfe gegen sich vehement zurückgewiesen. Naidoo schrieb am Mittwoch bei Facebook, seine Aussagen seien absolut falsch interpretiert worden. Er reagierte damit auf eine Debatte um ein Video, in dem zu sehen ist, wie er ein Lied mit umstrittenen Textzeilen singt.

    Naidoo wirft den Menschen in Deutschland Tatenlosigkeit vor. In den Textzeilen heißt es unter anderem, dass „jeden Tag ein Mord geschieht“, bei dem „der Gast dem Gastgeber“ das Leben stehle. Daraufhin ruft er dazu auf, das zu beenden.

    In den Kommentarspalten zu dem Video werfen zahlreiche Nutzer dem Sänger Rassismus vor. Wann und durch wen das Video ins Netz gestellt wurde, ist unklar. In einem Twitter-Posting von RTL heißt es:

    „1. Wir distanzieren uns von jeglicher Form von Rassismus 2. Auch wir sind irritiert von dem aufgetauchten Video 3. Wir erwarten klare Antworten von Xavier #Naidoo.“

    Naidoo saß bis jetzt mit Dieter Bohlen in der Jury der aktuellen Staffel der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS). An diesem Samstag geht die Show in die Live-Phase.

    Kurz nachdem das Video im Netz die Runde gemacht hatte, kündigte RTL eine Entscheidung über die weitere Zusammenarbeit mit Xavier Naidoo an.

    Stellungnahme von Naidoo

    Der Sänger wehrte sich gegen die Vorwürfe. Rassenhass und Fremdenfeindlichkeit seien ihm völlig fremd, auch wenn er sich zuweilen emotional künstlerisch äußere, schrieb Naidoo auf seiner Facebook-Seite.

    „Ich setze mich seit Jahren aus tiefster Überzeugung gegen Ausgrenzung und Rassenhass ein. Liebe und Respekt sind der einzige Weg für ein gesellschaftliches Miteinander“, so der Sänger weiter.

    Er verwies auf die jüngsten rassistisch motivierten Verbrechen in Deutschland. Tragische Gewalttaten wie etwa in Chemnitz, Halle, Hanau und andernorts gilt es laut dem Sänger zu verhindern. Es könne auch nicht sein, dass etwa jüdische Schulkinder verstärkt Angst vor antisemitischen Übergriffen haben müssten.

    Auch seine Familie sei als Gast nach Deutschland gekommen und hätte sich natürlich an Recht und Moralvorstellungen des Gastgebers gehalten. Diese „Selbstverständlichkeit“ sollte für alle gelten, auch wenn nur „ein sehr kleiner Teil dies missverstanden“ habe, so Naidoo. Aber gerade dieser kleine Teil belaste alle anderen, die hierdurch in „Sippenhaft“ genommen und durch "eine erschreckende Zunahme an Gewaltakten" in Gefahr gebracht würden.

    mka/gs/dpa

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    Tags:
    Jury, Castingshow DSDS, RTL