16:41 09 Juli 2020
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    Das Museum für politische Geschichte in St. Petersburg hat eine Ausstellung der antifaschistischen Satire des Zweiten Weltkriegs eröffnet, die dem 75. Jahrestag seines Endes gewidmet ist. Hier werden Zeichnungen westlicher und russischer Künstler präsentiert.

    „Antifaschistische Zeichnungen, Plakate und Karikaturen sind echte Dokumente ihrer Zeit und einzigartige Kunstwerke. Sie wurden zu einem Symbol der Epoche und zu einer Erinnerung daran, was die Generation des Zweiten Weltkriegs erleben musste“, sagte die Kuratorin der Ausstellung Ekaterina Kostina. 

    Zu den Exponaten zählen Karikaturen des berühmten dänischen Grafikers Herluf Bidstrup, Werke von Meistern des sowjetischen Plakats, satirische Ausgaben des Vereins „Gefechts-Stift“ sowie grafische Werke von den Moskauer Künstlern Efimow, Kukryniksy und Deni, die die „TASS-Fenster“ geschaffen haben. 

    Mitte der 1930er Jahre veröffentlichte das antifaschistische Magazin "Kulturkampen" eine Reihe von Zeichnungen von Herluf Bidstrup, begleitet von Zitaten aus Hitlers Reden.

    Bidstrup selbst schrieb: „Ich bin während des Bürgerkriegs in Spanien zum echten politischen Satiriker geworden. Die Nazis haben dort grausame Gräueltaten begangen. Ich habe versucht, sie zu brandmarken und die Zusammenhänge der Ereignisse aufzuhellen.“

    Bidstrups Satire hat den spanischen General Francisco Franco, den italienischen Diktator Benito Mussolini, die nationalsozialistischen deutschen Politiker Hermann Göring und Joseph Goebbels ins Visier genommen. 

    Herluf Bidstrup, Zeichnung, 1940
    © Foto : Museum der politischen Geschichte
    Herluf Bidstrup, Zeichnung, 1940

    Die einheimische Antikriegssatire entstand kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Leningrader Vereinigung von Künstlern und Dichtern „Gefechts-Stift“ produzierte die Werbe - und Satireplakate im Volksstil, die von scharfen lakonischen Versen begleitet wurden. Das Plakat "Faschismus – Feind der Menschheit!", veröffentlicht im Juni 1941, war die erste Reaktion des Teams auf den Ausbruch des Krieges. Die Plakate wurden von Menschen in Notunterkünften, Werkstätten und Krankenhäusern angesehen, an die Front geschickt, von Hand zu Hand in den Gräben weitergereicht, an Kampfpanzern befestigt. Nikolai Muratow, einer der Gründer des Kreativteams, diente von den ersten Kriegstagen an in der Luftverteidigung und schuf weiterhin Propagandaplakate, Cartoons und Karikaturen zusammen mit Wladimir Galba, der für seine Kunst als persönlicher Feind von Hitler eingestuft wurde. 

    Eine solche Ausstellung konnte natürlich nicht ohne die Grafiken von Moskauer Künstlern auskommen, die die „TASS-Fenster“ kreierten – politische Werbung, die von der Telegraph-Agentur der Sowjetunion herausgegeben wurden. Dies sind die Werke von Kukryniksy, Boris Efimow, Wiktor Deni – eine besondere Art von Poster, das nicht durch Drucken, sondern von Hand hergestellt wurde, indem Klebefarben durch eine Schablone auf Papier aufgetragen wurden. Ihre satirischen Flugblätter entlarvten den Mythos der Unbesiegbarkeit der Nazis und verstärkten den Glauben der Sowjetmenschen an den Sieg. 

    Herluf Bidstrup, Zeichnung „Der Tradition treu“ (Hess - Lügner). 1945 Deutschland
    © Foto : Museum der politischen Geschichte
    Herluf Bidstrup, Zeichnung „Der Tradition treu“ (Hess - Lügner). 1945 Deutschland

    Wie die Mitarbeiter des Museums mitteilten, gibt es auf der Website des Museums für politische Geschichte (MPG) eine Onlinebibliothek, wo man einen virtuellen Rundgang durch das Museum unternehmen, Audio- und Videotouren sowie Vorträge anhören und Filme ansehen kann. All dies ist heute relevant für diejenigen, die aufgrund der Coronavirus-Quarantäne zu Hause bleiben müssen.

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    Tags:
    St. Petersburg, Ausstellung, Antifaschisten, Satire, Zweiter Weltkrieg