04:02 11 August 2020
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    Die Klorolle für rund 200.000 Dollar: Soviel brachte Richters 1965 gemalter Alltags-Bedürfnisartikel 1995 ein. Heute dient sein Bild vom Haushaltsobjekt zur Illustration Corona-induzierten Hamsterns von Toilettenpapier und nachfrageorientierten Preisen. Recht ist Richter das nicht. Die Pandemie erlebt er wie die meisten alten Menschen: isoliert.

    Das besagte Gemälde „Klorolle“ war seinerzeit geradezu ein Schnäppchen, denn Richters Werke zählen heute mit Preisen in zweistelliger Millionenhöhe auf dem Kunstmarkt zu den teuersten eines lebenden Künstlers. Noch im Jahr 2015 kam Richters Arbeit „Abstraktes Bild 599“ bei Sotheby’s London für rund 46 Millionen US-Dollar unter den Hammer.

    Viele Ausstellungen – zurückgezogenes Leben

    Der Maler ist momentan mit fünf Solo-Ausstellungen weltweit gelistet – von New York über Berlin bis Winterthur, bei Gruppenshows sind es gar zwölf. Wegen Corona allerdings lebt der Maler jetzt wie die meisten alten Menschen: isoliert.

    Richter habe aber auch vor der Corona-Krise schon ein relativ zurückgezogenes Leben in seinem Haus in Köln geführt, so der 88 Jahre alte Künstler. „Insofern merke ich den Unterschied nicht so sehr.“ Er informiere sich regelmäßig über die Pandemie in den Medien. Sonst bekomme er nicht allzu viel davon mit. Hin und wieder zeichne er ein wenig.

    Statt Klorolle die Kerze

    Dass im Zusammenhang mit dem Hamstern von Toilettenpapier sein Gemälde „Klorolle“ aus dem Jahr 1965 jetzt mitunter als Illustration genutzt werde, sei ihm nicht so recht. Eher ließen sich zum Beispiel – so man es denn unbedingt wolle – seine Bilder von brennenden Kerzen auf die derzeitige Krise beziehen. Manche erblickten darin vielleicht ein Zeichen der Hoffnung und des Trostes, so der deutsche Malerfürst.

    ​Er sei sich aber nicht sicher, dass die Kunst den Menschen in einer solchen Lage helfen könne. „Das weiß ich nicht, da bin ich nicht der Richtige“, sagt Richter. Vermutlich hänge es vom Einzelnen ab. Fest stehe nur, dass sich die äußeren Umstände des Lebens einschneidend verändert hätten: „Die hektische Betriebsamkeit, die wir hatten, entfällt.“

    ba/dpa

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    Coronavirus, Malerei