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    Corona-Pandemie breitet sich weiter aus – alle Entwicklungen (512)
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    Die besten italienischen Museen warten auf Anweisungen der Behörden, um im Zuge der Corona-Lockerungen ihre Türen für die Besucher zu öffnen. Museumsvertreter legten am Sonntag gegenüber der Agentur RIA Novosti die Details offen, welche Maßnahmen nun zum Schutz des Publikums ergriffen werden. 

    Am 4. Mai hat Italien einige der ernsthaften Beschränkungen aufgehoben, die seit Mitte März wegen der Covid-19-Ausbreitung gelten. Das derzeit aktuelle Maßnahmenpaket wird für weitere zwei Wochen gültig sein, aber bei einem günstigen Verlauf der Ereignisse wird es am 18. Mai neue Lockerungen geben. Es ist geplant, dass dann Museen, Galerien und Bibliotheken ihre Arbeit wieder aufnehmen können.

    Thermoscanner und Masken

    Die Galerie der Uffizien in Florenz (Gallerie degli Uffizi) bereitet für Kunstliebhaber Termoscanner am Eingang und Handschuhe sowie Gesichtsmasken für ihre Mitarbeiter vor.
    „Was das Datum anbetrifft, (…) werden wir dann darüber entscheiden, wenn wir die Anweisungen (vom Kulturministerium — Anm. d. Red.) erhalten. Die Uffizien sind zur Wiederöffnung bereit und haben eine Reihe von Maßnahmen geplant, um Infektionen zu vermeiden: Gesichtsschutzmasken und Handschuhe für Mitarbeiter, ein Desinfektionsgel für Besucher sowie Mitarbeiter am Eingang sowie in den Toiletten und Thermoscanner am Eingang“, sagte ein Vertreter der berühmten Galerie.

    Russische Militärs helfen beim Desinfizieren von Seniorenheimen in Italien
    © Sputnik / Russlands Verteidigungsministerium
    Man werde auch die Besucherzahl kontrollieren, hieß es. Um diese einzuschränken, werde der Besuch auf einen bestimmten Zeitpunkt festgelegt.

    Bezüglich der bereits reservierten Tickets betonte der Uffizien-Mitarbeiter, dass diese weiterhin gültig seien. Für diejenigen, die während des Lockdowns Eintrittskarten bestellt hatten, würden neue Tickets ausgestellt.

    Der Direktor der Uffizien, Eike Schmidt, betonte wiederum, dass die Wiederöffnung „ohne Triumph und Feier“ stattfinden werde, da die Corona-bedingte Notsituation noch nicht beendet sei. Er erklärte, die Galerie habe früher bis zu 900 Besucher gleichzeitig aufnehmen können, so dass pro Person 22 Meter Platz vorhanden gewesen seien.

    „Jetzt wird diese Zahl reduziert“, sagte Schmidt und stellte dabei fest, dass die Uffizien nach dem Ende der Quarantäne drei Sonderausstellungen gleichzeitig veranstalten würden. Eine davon – eine Ausstellung mit Werken der italienischen Barockkünstlerin Giovanna Garzoni – sei fertig und werde wenige Tage nach der Wiederröffnung für das Publikum zugänglich sein.

    In Erwartung der Behördenanweisungen

    Von ganz besonderem Interesse ist, wie es um die Wiederöffnung des römischen Ausstellungshauses Scuderie del Quirinale steht, wo im März, kurz vor der Corona-Quarantäne, eine große Ausstellung mit Werken von Raffael eröffnet wurde. Damals war sie nur drei Tage lang für das Publikum zugänglich, die Besucherzahl belief sich auf 6.000 Menschen. Insgesamt seien 77.000 Tickets gebucht worden, hieß es. Nun sei für diejenigen, die sie nicht nutzen konnten, ein Rückgabeverfahren vorgesehen, aber es sei keine Rede davon, die Ausstellung vorzeitig zu schließen.

    Die Zeitung „La Repubblica“ berichtete zuvor, die Organisatoren würden daran arbeiten, die Ausstellung fortsetzen zu können, obwohl diese laut Zeitplan am 2. Juni geschlossen werden sollte.

    „In Bezug auf die Eröffnung der Galerie in diesen Tagen wägen wir viele Aspekte ab, darunter die Einführung von Eintrittsänderungen, um einen sicheren Abstand einhalten zu können“, sagte eine Sprecherin der Scuderie.

    Auch die Pinacoteca di Brera in Mailand, eines der bedeutendsten Kunstmuseen Italiens, berichtete, keine Anweisungen von den Behörden erhalten zu haben. Die Angaben zu einem Eröffnungstermin werde am 13. oder 14. Mai erwartet, hieß es dort. 

    „Bisher ist noch nichts vorgesehen, aber wir arbeiten an verschiedenen Plänen. Sie werden die Kriterien für Gastfreundschaft, Betreuung der Besucher und deren Sicherheit berücksichtigen“, sagte ein Sprecher des Museums.  

    James Bradburn, der Direktor der Pinacoteca di Brera, betonte seinerseits, dass es zu früh sei, von einer Wiederöffnung zu sprechen.

    „Wir arbeiten hart daran, die Vorbereitungen abzuschließen und die Türen des Museums und der Bibliothek wieder für die Besucher zu öffnen. Langsam, achtsam und vorsichtig. Es sollte eine Insel der Ruhe sein. Das Publikum wird zurückkehren, aber langsam, und vielleicht werden wir nie die Besucherzahlen erleben, die wir zuvor hatten. Die Welt der Post-Pandemie ist Terra Incognita, und wir wissen mit Sicherheit, dass sie niemals mehr so sein wird wie zuvor“, sagte Bradburn. 

    Vatikanische Museen: Wiedereröffnungstermin ungewiss

    Obwohl die Vatikanischen Museen nicht der italienischen Gerichtsbarkeit unterliegen, konnten auch sie nicht bestätigen, dass sie innerhalb von zehn Tagen zur Eröffnung bereit wären.
    „Aufgrund der Unsicherheit der aktuellen Umstände können wir Ihre Fragen nicht beantworten. Die Vatikanischen Museen sind, wie die meisten solcher Einrichtungen in Italien, eine komplexe Angelegenheit. Nur sehr wenige von ihnen können am 18. Mai eröffnet werden“, sagte ein Mitarbeiter der Vatikanischen Galerie gegenüber RIA Novosti.

    pd/sb/sna

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    Florenz, Kultur, Uffizien-Galerie, Museen, Italien