23:50 09 Juli 2020
SNA Radio
    Kultur
    Zum Kurzlink
    120
    Abonnieren

    Das ägyptische Ministerium für Tourismus und Altertümer bietet auf seinem Facebook-Account einen virtuellen 3D-Rundgang durch das weltweit größte Museum für Islamische Kunst in Kairo mit etwa 100.000 Exponaten an. Es ist das jüngste Angebot in einer Reihe von Online-Ausstellungen, die dem heiligen Fastenmonat Ramadan gewidmet sind.

    Es handelt sich um ein dreidimensionales Panorama des Museums, begleitet von Kommentaren der Museumsführer; in 25 Räumen sind Exponate ausgestellt.

    Die Sammlung bietet einen Einblick in die Entwicklung der islamischen Kunst von der Zeit des Umayyaden-Kalifats (661 bis 745) bis zum späten Osmanischen Reich. Auch gibt es Exponate, die aus Nordafrika, Andalusien, den Ländern der Levante, der Türkei, Persien, Indien und sogar China nach Ägypten kamen. In weiteren Räumen sind Objekte ausgestellt, die sich auf die Entwicklung von Wissenschaft und Technik, Wasserversorgung und Landschaftsgärtnerei beziehen.

    Geschichte

    Die Idee, ein Museum für islamische Kunst und Antiquitäten zu errichten, kam in der Zeit der Herrschaft des Gouverneurs der osmanischen Provinz Ägypten, Ismail Pascha, im Jahr 1869 auf. Der Vorschlag wurde aber erst 1880 unter Khedive (persisch, türkisch: Herr; Titel der osmanischen Vizekönige von Ägypten — Anm. d. Red.) Muhammad Tawfiq realisiert.

    Zunächst wurde die vom Ministerium für islamisches religiöses Eigentum gebildete Sammlung in einem kleinen Gebäude im Innenhof der Al-Hakim-Moschee in Kairo untergebracht und als „Arabisches Museum“ bezeichnet. 1899 wurde der Grundstein für ein größeres Gebäude am Bab Al-Khalq-Platz in Kairo gelegt, dessen Bau 1902 abgeschlossen war.

    Das Museum für arabische Kulturdenkmäler wurde ein Jahr später offiziell eröffnet. 1951 bekam es seinen aktuellen Namen. Viele der Exponate wurden der Einrichtung gespendet; die Herrscher Ägyptens und ihre Familienangehörigen fungierten häufig als Spender. Zwischen2003 und 2010 wurde in dem Museum eine groß angelegte Rekonstruktion durchgeführt.

    Virtuell wegen Corona

    Das ägyptische Ministerium für Tourismus und Altertümer macht die Menschen seit Anfang April auf seinen Accounts in den sozialen Netzwerken mit der Kultur des Landes bekannt, da die Besichtigung wegen der coronabedingten Einschränkungen unmöglich ist.

    Die spektakulärsten Sehenswürdigkeiten waren virtuell zu besuchen: Die Stufenpyramide des altägyptischen Königs Djoser, die Gräber der Pharaonen in den Nekropolen am Westufer des Nils bei Luxor und Saqqara, die griechisch-römischen Katakomben in Alexandria, die alten Moscheen von Kairo und die koptischen Tempel. Den Exponaten des Ägyptischen Museums in Kairo ist eine separate Reihe von Rundgängen gewidmet.

    pd/sb

    Zum Thema:

    Nicht konkurrenzfähig: Europa und Asien verzichten auf Flüssiggas aus Amerika
    Läster-Attacke: „Mahlzeit, Frau Bundeskanzlerin“ – Spottrede von EU-Abgeordnetem Sonneborn
    Sowjettechnik: Die S-75-Rakete war der Sargnagel für den Superbomber der USAF
    Tags:
    Museum, Kairo, Ägypten