00:10 25 Oktober 2020
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    Hat Minister Heiko Maas sein Credo für Deutschlands EU-Ratsvorsitz ausgegeben? „Physische Distanz durch kulturelle Nähe überwinden, persönliche Begegnung in digitalen Räumen fördern“. Ob nun Henne oder Ei: Voran ging ein Auftrag an Künstler Olafur Eliasson. Sein Onlineprojekt steht im künstlerischen Zentrum der im Juli startenden deutschen Periode.

    Ob er nun große Gletschereisblöcke in Kopenhagen, Paris oder London („Ice Watch“) ausstellt oder riesige Wasserfälle entlang der Küste New Yorks und unter der Brooklyn Bridge („The New York City Waterfalls“) entstehen lässt: Immer wieder bringt der dänisch-isländische Konzeptkünstler Olafur Eliasson Kunst von den Museen in den öffentlichen Raum. Seine Kunstwerke sollen einladen, die kollektive Wahrnehmung der Umwelt und den Umgang mit ihr zu hinterfragen – als Wetter-Installation in vier Wänden oder in der Gesellschaft.

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    Публикация от Studio Olafur Eliasson (@studioolafureliasson)

    Kinder-Experten Gehör verschaffen

    „Earth Speakr“ (soviel wie Erden-Lautsprecher) heißt das neue Kunstwerk, das Eliasson für die deutsche EU-Ratspräsidentschaft schuf: Das Projekt soll vor allem Kinder und Jugendliche in Europa ansprechen und „Kunst in einem Raum schaffen, in dem jede Stimme gehört wird“.

    Auf der Digital-Plattform können junge  - vorzugsweise noch nicht wahlberechtigte  - Menschen ihre Sprachbotschaften hinterlassen und „von ihren Hoffnungen und Ideen für die Zukunft Europas und die Erde erzählen“, so der Plan. Eliasson wolle das Thema gemeinsam mit der Jugend gestalten, da er überzeugt sei, dass sie genau verstünden, was mit unserem Planeten geschehe: „Kinder sind Experten. Wir sollten uns an sie wenden, uns von ihrer Vorstellungskraft inspirieren lassen, ihnen wirklich zuhören und von ihnen lernen“.

    Unter earthspeakr.art können sich Interessierte das Projekt anschauen. Darüber hinaus wird das Kunstwerk beim Rat der Europäischen Union in Brüssel, im Europäischen Parlament in Straßburg und im Auswärtigen Amt in Berlin als Installation präsentiert. So würden die Stimmen direkt in die Zentren der europäischen Politik geholt.

    Das sieben Millionen Euro teure Projekt ist Mittelpunkt eines für zehn Millionen Euro realisierten Kulturprogramms zum deutschen EU-Ratsvorsitz im zweiten Halbjahr 2020. Zum Start des Projekts soll es eine App geben. Bundesaußenminister Maas hatte Eliasson bereits im vergangenen Jahr mit einer führenden Rolle im Kulturprogramm der bundesrepublikanischen Periode beauftragt.

    Austauschen, Streiten, Zusammenschließen

    „Mit dem Kunstwerk von Olafur Eliasson schaffen wir einen digitalen Raum für junge Menschen, zum Austauschen, Streiten und Zusammenschließen. Gerade in der aktuellen Situation müssen wir physische Distanz durch kulturelle Nähe überwinden und persönliche Begegnung in digitalen Räumen fördern“, so Maas. Das ist wohl bezogen auf die Distanz, die durch die COVID-19-Pandemie in diesem Frühjahr entstand. Das Kunstwerk von Olafur Eliasson stünde nun genau dafür: Menschen trotz physischer Distanz in einem gemeinsamen Raum der Kultur zu verbinden und ihnen Gehör zu verschaffen, so der Minister.

    Das Kunstwerk wird vom Auswärtigen Amt finanziert und in Kooperation mit dem Goethe-Institut realisiert.

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    Tags:
    Kinder, Kunst, Heiko Maas, Deutschland, EU