04:15 06 August 2020
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    Bis Ende August sind Großveranstaltungen mit über 1000 Leuten verboten – dazu gehört auch die jährliche Zeremonie zum Bundesfeiertag auf der Rütli-Wiese. Am Samstag ist die Schweiz gezwungen, im Privaten zu feiern: Welche Alternativen sehen die Schweizer, um den Tag dennoch zu zelebrieren und woher stammt eigentlich die Tradition des ersten August?

    Jetzt, wo die Corona-Fallzahlen wieder langsam ansteigen in der Schweiz, warnen die ersten Behörden auch vor Erster-August-Feiern. Im letzten Jahr waren 2200 Menschen auf der Rütli-Wiese, um den Schweizer Nationalfeiertag zu begehen. Solche Veranstaltungen seien in diesem Jahr nicht mehr möglich. Auch wurden schon viele kurzfristige Absagen erteilt: Da sich die Situation rund um die Corona-Pandemie in den letzten Tagen verschärft hätte, laut Schweizer Medienberichten, würden viele Kantone ihre Veranstaltungen trotz Schutzkonzept absagen.

    Grundsätzlich raten auch viele Kantone von großen Privatfesten in Familien- und Freundeskreisen ab – da solche Feste oft zu Superspreader-Events werden. Dennoch gibt es viele Aktionen, um den Tag zu zelebrieren. So veranstaltet das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) die „Mission 1. August“. Hier soll erstmalig eine digitale Version des Feiertags zustande kommen, um sowohl der Auslandschweizergemeinschaft, als auch Schweiz-interessierten aus aller Welt den Feiertag zu ermöglichen.

    Auch viele Politiker appellieren dafür, den Bundesfeiertag nicht zu vergessen. Dabei sollte man jedoch immer auf die Sicherheitsmaßnahmen achten. Das schreibt beispielsweise auch der Bundesrat-Sprecher André Simonazzi:

    ​Der Mythos

    Zurückgeführt wird der Nationalfeiertag auf den „Rütlischwur“, der auch in Friedrich Schillers berühmtem Drama „Wilhelm Tell“ vorkommt. Zu diesem Anlass versammelten sich mutmaßlich die Vertreter der Talgemeinden Uri, Schwyz und Unterwalden und schlossen ein Landfriedensbündnis ab. Grund dafür war die Unterdrückung durch die Habsburger. Dieser Zusammenschluss sei die Geburtsstunde der Schweizerischen Eidgenossenschaft gewesen. Der Name „Rütli“ bezieht sich dabei auf die Wiese am Vierwaldstätter-See, auf der diese Versammlung stattgefunden hat.

    Doch das offizielle Datum der Vereinigung wurde erst im 19. Jahrhundert von den Bernern bestimmt, den Einwohnern der Schweizer Hauptstadt. Im Zuge dessen wurde der auf Latein verfasste „Bundesbrief“, der auf das Jahr 1291 datiert, zur Gründungsurkunde der Schweiz. Allgemein besteht noch Unsicherheit darüber, welches das eigentliche Datum der Gründung war.

    lm/tm

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    Feiertag, Kultur, Schweiz, Coronavirus