02:15 27 November 2020
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    Mit hochkarätiger Besetzung startet am Dienstag die achte Ausgabe des Literaturfestivals „LIT:potsdam“: Mit Ingo Schulze, Peter Sloterdijk, Durs Grünbein oder André Heller. Die meisten Festwoche-Veranstaltungen finden an den schönsten Orten Potsdams statt – vor allem unter freiem Himmel. Nobelpreisträger Orhan Pamuk ist ein Extra-Teil gewidmet.

    Unter Einhaltung aller coronabedingten Vorgaben findet ab dem 4. August das Literaturfestival „LIT:potsdam“ statt. Die meisten Veranstaltungen sind Open Air: Im Park der Villa Jacobs, im Garten der Villa Quandt, im Kunst- und Kulturquartier Schiffbauergasse oder im Treffpunkt Freizeit am Heiligen See.

    „Was für ein Festival! Fünf Monate mussten wir bangen, ob LIT:potsdam 2020 überhaupt möglich sein wird; fünf Monate haben wir nicht aufgegeben zu hoffen. Nun kann das Literaturfest beginnen – zwei Monate später als ursprünglich geplant und mit einem neu konzipierten Programm“, so Richard Gaul, Vorsitzender des Vereins lit:pots e.V.

    Das Thema „Fakten, Fakes und Fiktionen“ zieht sich als roter Faden durch die „LIT:potsdam“ 2020. Damit kennt sich der diesjährige „Stipendiat vor Ort“, sogenannter „Writer in Residence“  – der Schauspieler und Autor Matthias Brandt – wie kein zweiter aus. Im Film „Im Schatten der Macht“ spielte er den Agenten Günter Guillaume, der seinen Vater, Bundeskanzler Willy Brandt, ausspionierte. Einem großen Publikum bekannt wurde er mit seiner Rolle des Ermittlers Hanns von Meuffels in „Polizeiruf 110“. 2018 erschien sein literarisches Debüt, der Erzählband „Raumpatrouille“, 2019 gefolgt von dem Roman „Blackbird“.

    Zu Lesungen und Gesprächen kommt der Schriftsteller, Musiker und Regisseur André Heller –mit einer Premiere seines autobiographischen Buches „Zum Weinen schön, zum Lachen bitter“, Philosoph Peter Sloterdijk und Literaturkritiker Denis Scheck, der über seinen Kanon der 100 Bücher spricht, die den Blick auf die Welt verändern. Der renommierte ostdeutsche Schriftsteller Ingo Schulze, dessen Wende-Werk frei von jeder „Nachwendeweinerlichkeit“ ist und den schon Günter Grass als einen „großartigen Erzähler“  der neuen Bundesländer bezeichnete, ist dabei sowie Jan Brandt. Mit von der Partie sind zudem Anke Stelling und Lea Streisand, die Lyriker Rami Al-Asheq, Durs Grünbein und Monika Rinck und Filmregisseur Christian Petzold. 

    Istanbul mit den Augen Pamuks 

    Literaturnobelpreisträger Orhan Pamuk kommt zwar nicht persönlich nach Potsdam, doch sein Werk wird gesondert gefeiert: Die Photo-Ausstellung „The Changing Colours of Istanbul“ (Die sich wandelnden Farben Istanbuls) wird am Mittwoch im Kunstraum Potsdam eröffnet. Sie zeigt Pamuk als visuellen Chronisten seiner Heimatstadt Istanbul. Die Bilder seines vor Kurzem erschienenen Buches „Orange“ führen nächtliche Stadtlandschaften vor, denen die warme orangefarbene Beleuchtung der alten Gaslaternen ihren charakteristischen Ausdruck verlieh, die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Schein verwischen ließ.  

    Theaterautorentreffen zugänglich für Alle

    LIT:potsdam 2020 ist zusätzlich im Netz erlebbar: Unter LIT:podcast gibt es Mitschnitte von Veranstaltungen und Back-Stage-Informationen. Auch das Theaterautorentreffen „Next Stage Europe“ (soviel wie „Zukunftsbühne Europa“) ist dieses Jahr zugänglich für alle: Zeitgenössisches Theater aus der Ukraine, Russland, Belarus und der Republik Moldau wird als Videoserie „NSE 2020“ auf der Festival-Website vorgestellt.

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    Tags:
    Buchmarkt, Literatur, Potsdam