01:55 27 November 2020
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    Auch Sängerin Anna Netrebko muss sich in Salzburg auf Corona testen lassen. Das bedeutendste Theater- und Klassikfestival läuft in diesem Jahr unter dem Brennglas: Alle Welt will wissen, ob ein Festival erfolgreich unter Pandemiebedingungen stattfinden kann, ohne zum „Ischgl der Kultur“ zu werden. Und die Russin gehört zur Kategorie „Rot“.

    Die Salzburger Festspiele laufen in diesem Jahr gewissermaßen nur in halber Auslastung, mitnichten aber auf halber Kraft. Es herrscht große Erleichterung, dass das bedeutendste Klassikfestival der Welt überhaupt stattfinden kann - Dank pandemiebedingt modifiziertem Programm und ausgefeiltem Hygienekonzept. Ausgerechtet im Jubiläumsjahr der Festspiele zum 100. ein Wagnis wie weltweit vielbeachteter Testlauf gleichermaßen dafür, ob große Publikumsmengen ohne erhöhtes Ansteckungsrisiko und Infektionsanstieg erfreut werden können. Tausende Salzburg-Jünger, ja die gesamte Kulturwelt blickt gespannt auf die Mozartstadt, denn um diese Zeit im Hochsommer platzt der Ort üblicherweise aus allen Nähten. Und das soll künftig auch wieder möglich sein, wenn alles klappt.

    Netrebko mit Tschaikowski zum 100. Jubiläum

    Als Garant für volle Häuser gilt die russische Sopranistin Anna Netrebko alle mal. Sie debütierte einst bei den Festspielen – legte den Grundstein für ihren Ruhm. Seither ist sie ständiger Gast – ob nun in Opernproduktionen oder konzertant.
    Mit einem euphorischen „Mozartstadt. Legendäres Salzburg!“ hat sich sommerlich-bunt gewandet Operndiva Netrebko nun auch vor ihrem diesjährigen Festspielauftritt am Dienstag gemeldet. 

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    City of Mozart 💙 Legendary Salzburg!!! Город Моцарта! Великолепный Зальцбург!!!

    Публикация от @ anna_netrebko_yusi_tiago

    Ursprünglich sollte sie die Titelrolle in Giacomo Puccinis „Tosca“ geben, doch Dank Corona kommt Peter Tschaikowskis Oeuvre zu Gehör: Die Netrebko singt an der Seite ihres Ehemannes, des aserbaidshanischen Tenors Yusif Eyvazov, und begleitet vom Mozarteumorchester Salzburg unter der Leitung des russischen Dirigenten Mikhail Tatarnikov Szenen, Arien und Duette - aus der Oper „Pique Dame“, das Rosen-Adagio aus dem Ballett „Dornröschen“, Tatjanas Liebesbriefszene aus der Oper „Eugen Onegin“ und die Netrebko als Iolanta in der gleichnamigen Oper.

    Social Media und viele Kontakte

    Noch genießt die österreichische Kammersängerin mit ihrer Familie – Sohn Tiago und ihrem Ehemann „Yusi“ - die so von ihr vermissten Alpen. Familienzeit und Ausflüge werden bei der in Wien lebenden Russin ganz groß geschrieben. Dank ihres regen Gebrauchs der Social-Media-Plattform Instagram kann der geneigte Fan auch fast überall dabei sein – ob sie eine Achterbahnfahrt im Prater wagt, nun beim Bootsausflug in Fuschl am See ist, Abendroben anprobiert, ihre Dachterrasse renoviert oder sich in den Kochtopf schauen lässt.

    Die Diva kommt gerade von einer längeren Tournee, die sie von der Dresdener Semperoper über Italiens Palermo, Neapel, Rom und Verona auch ins Slowenische Ljubljana führte – viele Reisen, Kontakte und Fototermine.

    Die „rote Gruppe“

    In Zeiten, wo soziale Distanz ein Gebot der Stunde ist, sind Corona-Tests da sicher keine schlechte Idee. Zudem hat Salzburg ein ausgefeiltes „Sicherheits- und Präventionskonzept" vorgelegt, welches die erfolgreiche Durchführung gewährleisten soll. Insbesondere, wenn weder Abstandsregelungen noch Maskenpflicht eingehalten werden können. Die Künstler gehören zur "roten Gruppe". Sie müssen sich über die für alle Mitarbeiter der Salzburger Festspiele verpflichtenden Initialtests hinaus regelmäßig einem Corona-Test unterziehen. Zudem müssen sie ein Gesundheits- und Kontakttagebuch führen. So sollen mögliche Infektionen umgehend erkannt, Betroffene eingegrenzt und isoliert werden. So soll aus Salzburg kein "Ischgl der Kultur" werden – der Tiroler Skiort galt zu Beginn der Pandemie als Corona-Zentrum.

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    Konzert, Oper, Anna Netrebko, Kunst, Österreich, Klassiker, Festival, Kultur, Pandemie, Tests, Coronavirus, Salzburger Festspiele, Salzburg