05:12 27 Oktober 2020
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    Kruden Zeiten begegne besser bester Laune: Getreu diesem Motto ist es wahrlich kein Geheimrezept, dass schon ein paar Klänge der 50er-Jahre-Kulthits „Strangers in the Night“, „Spanish eyes“oder „Que sera“ den gewünschten Effekt herbeizuzaubern vermögen. Da kommen die Neuinterpretationen des maltesischen Tenors Joseph Calleja gerade recht.

    In diesen Tagen gastiert Startenor Joseph Calleja in Berlin an der Deutschen Oper. Er gibt den „Enzo“ in einer konzertanten Aufführung von „La Gioconda“. Das ist übrigens die Oper, deren schmissige Weisen seinerzeit werbetechnisch köstlich platziert auch einem Tiefkühltorten-Fabrikanten ein Vielfaches an Zuspruch bescherten. Gegen Zuckerwerk ist nichts einzuwenden und schon gar nicht gegen ebensolch süßen Schmelz in sonorem Fach.

    Wem Sänger wie der legendäre Enrico Caruso und Hollywoodglamour-Barde Mario Lanza ein Begriff sind, der kommt heute an deren würdigem Nachfolger Joseph Calleja nicht vorbei. Zwar singt der maltesische Hüne Calleja mit der samtig-ausdrucksvollen Stimme für gewöhnlich eher klassisches Opernrepertoire von Puccini, Rossini oder Verdi an der Mailänder „Scala“, der New Yorker „Met“ und eben der Deutschen Oper Berlin.

    Doch wie schon der große Lanza vor ihm, kann wohl auch der 42-jährige Calleja seinem Hang zur Populärmusik nicht widerstehen – warum sollte er auch. Seine Bewunderung für die Großen ihrer Zeit spiegelt sich regelmäßig in Eigeninterpretationen deren größter „Hits“ in lackschwarzen Vinylpressungen wider.

    Zuckrig-verträumte Nostalgie-Reise und der Verheißung auf bessere Zeiten

    Kurz: Ein neues Album kommt am Freitag auf dem Markt, in welchem Calleja auf alte Original-Stereo-Bänder von „Mantovani and his orchestra“ singt. Die Neuerscheinung folgt Callejas bisher größtem Erfolg „Be My Love“ und nimmt mit auf eine verträumte Nostalgie-Reise durch die Orchester-Gassenhauer der 1950er Jahre.

    Annunzio Mantovani mit seinem Orchester war seinerzeit Großbritanniens erfolgreichster Album-Act - vor den Beatles. Die Karriere des Dirigenten und Arrangeurs war durchweg von Nr. 1- Hits gepflastert: „Charmaine" - sein „Signature-Track“,  war die erste Single, die 1 Million Exemplare verkaufte, es folgten „Cara Mia", mit einer 10-wöchigen Platz 1-Positionierung in den UK Singles Charts. Über 80 Alben, die in vier Jahrzehnten entstanden krönten Mantovani mit einem globalen Superstar-Status und über 100 Millionen Plattenverkäufen seiner weichen romantischen wie herrlich Tränendrüsen-lastigen Arrangements, die meist ohne Vokalbegleitung gedacht waren.

    Nun haucht Tenor Calleja dem weltberühmten Mantovani-Sound samt dessen so eigenen Streicher-Kaskaden als Markenzeichen in Kompositionen von Leonard Bernstein, Bert Kaempfert und Richard Rodgers neues Leben ein – mit „You’ll Never Walk Alone“, „Moon River“, „Strangers In The Night“ oder „Edelweiss“. Ein Album wie ein zuckersüßes Trostpflaster für die Massen und eine Verheißung, dass am Ende alles wieder gut wird.

    „The Magic of Mantovani" erscheint am 25.September beim Label Decca.

    ba

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    Deutsche Oper Berlin, Musik, Sänger, Oper