21:07 23 November 2020
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    Der US-Schauspieler Johnny Depp hat seinen Rechtsstreit gegen die britische Zeitung „Sun“ verloren. Dies ist einer am Montag erschienenen Mitteilung des High Courts in London zu entnehmen.

    Depp hatte gegen den Verlag wegen eines Artikels geklagt, in dem behauptet wurde, er habe seine Ex-Frau Amber Heard körperlich misshandelt.

    „Der Kläger ist in seiner Ehrenbeleidigungsklage nicht erfolgreich gewesen“, so die Institution.

    Depp habe zwar die notwendigen Gründe für seine Verleumdungsklage vorgelegt, die Angeklagten hätten aber gezeigt, dass die Berichterstattung der „Sun“ der Wahrheit entsprochen habe. Die Klage des 57 Jahre alten Schauspielers werde daher abgewiesen. Beide Seiten könnten sich schriftlich dazu äußern.

    Depps Anwälte wollen Einspruch erheben

    Die Anwälte des Schauspielers bezeichneten die Gerichtsentscheidung als „widersinnig“ und „verwirrend“. Der Richter habe „einen Berg“ von Dokumenten und Aussagen ignoriert, die von Polizisten, Ärzten, Heards Assistenten und weiteren „keinen Zweifel erregenden Zeugen“ gestammt und die Anschuldigungen gegen Depp widerlegt hätten.

    „Das Urteil ist so unkorrekt, dass es absurd wäre, wenn Herr Depp es nicht anfechten würde“, hieß es von Jenny Afia von der Anwaltsfirma „Schillings“.

    Reaktion der „Sun“

    Ein Sprecher der „Sun“ dankte dem Richter für seine „sorgfältige Überlegung“ und der Schauspielerin Amber Heard für ihren Mut, so umfassend vor Gericht auszusagen.

    „Opfer von häuslicher Gewalt dürfen niemals zum Schweigen gebracht werden“, hieß es in einem Montag-Bericht der Zeitung.

    Die heutige Niederlage lasse Depps Ruf „in die Brüche gehen“, der Karriere des Schauspielers drohe nun der Ruin.

    Hintergrund

    Depp, der zu den bestbezahlten Schauspielern Hollywoods zählt, und Heard hatten sich bei den Dreharbeiten zum Film „The Rum Diary“ kennengelernt. Das Paar trennte sich 2016 nach 15 Monaten Ehe; es begann ein langer Rosenkrieg. Im Prozess übermittelten auch Depps Ex-Partnerinnen Vanessa Paradis und Winona Ryder schriftliche Aussagen zur Unterstützung des Schauspielers.

    Der Promi-Prozess am High Court im Juli hatte weltweite Aufmerksamkeit erregt und sich zum Rosenkrieg zwischen Depp und Heard entwickelt. Wochenlang zeichneten Depp („Fluch der Karibik“) und seine 23 Jahre jüngere Ex-Ehefrau („Zombieland“) das Bild einer zutiefst zerstörerischen Beziehung. Zum Ende gab es keinen Termin vor Ort mehr, das Urteil wurde im Internet veröffentlicht.

    Die Schauspielerin hatte vor Gericht ausgesagt, sie habe Todesangst vor Depp gehabt: Er habe sie oft angeschrien, getreten und sogar gewürgt. Der Beschuldigte hatte wiederum behauptet, seine Ex-Frau sei selbst gewalttätig gewesen. Sein Anwalt nannte Heard zum Abschluss sogar eine „zwanghafte Lügnerin“. Völlig unstrittig war im Prozess: Depp litt immer wieder unter seiner Drogen- und Alkoholsucht. Auch er selbst räumte das ein.

    Es ist nicht die einzige gerichtliche Auseinandersetzung zwischen den Ex-Partnern: Auch in den USA hat Depp wegen der Gewaltvorwürfe eine Verleumdungsklage eingereicht. Er klagt dort aber direkt gegen Heard. Sie hatte in der „Washington Post“ über ihre Gewalterfahrungen berichtet – ohne Depp jedoch beim Namen zu nennen.

    mo/mt/sna

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