06:22 03 Dezember 2020
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    Anlässlich einer von deutscher wie russischer Seite organisierten Ausstellung in der Sankt Petersburger Eremitage hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters den rechtlichen Status der im Zuge der Ereignisse des Zweiten Weltkrieges aus Deutschland nach Russland verbrachten Kunstgegenstände thematisiert. Die Rückführung sei offen.

    Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat zur Eröffnung einer Ausstellung über die europäische Eisenzeit in der Staatlichen Eremitage in Sankt Petersburg an die Problematik von Beutekunst und deren Rückgabe erinnert. Zugleich betonte Monika Grütters, Deutschland sei sich seiner Verantwortung gegenüber Russland für 27 Millionen sowjetische Opfer stets bewusst.

    Im Zentrum der am Dienstag startenden Ausstellung „Eisenzeit“ innerhalb der Reihe „Europa ohne Grenzen“ stehen die 1945 kriegsbedingt in die Sowjetunion verlagerten Objekte des Museums für Vor- und Frühgeschichte in Berlin. Die Gegenstände werden erstmals seit 1939 wieder öffentlich präsentiert, die zusammengeführten Fundkomplexe durch Exponate aus dem Berliner Museum ergänzt. 

    Die kulturgeschichtliche Entwicklung in Gesamteuropa wird durch weitere Leihgaben beteiligter Museen in St. Petersburg und Moskau mit mehr als 1600 Exponaten auf jeweils mehr als 1000 Quadratmetern umfassend dargestellt. Erstmalig könne so die europäische Vorgeschichte des 1. Jahrtausends v. Chr. zwischen Atlantik und Ural bis zum Kaukasus der Öffentlichkeit präsentiert werden. Nie zuvor konnten die Kulturen der Kelten, Skythen, Sarmaten und anderer Völkerschaften gemeinsam als Gesamtbild dieser bedeutenden Epoche gezeigt werden.

    Grütters: Frage der Rückführung offen

    Die Rückführung der kriegsbedingt nach Russland verbrachten Kulturgüter aus deutschen Einrichtungen sei auch heute noch weitgehend offen, erklärte Grütters in ihrem Grußwort für den Ausstellungskatalog. Laut Grütters werden die in den 1990er Jahren begonnenen Verhandlungen über eine Rückführung durch ein russisches Gesetz von 1998 erschwert.

    Schon in den 1950er Jahren wurden rund drei Viertel des Gesamtvolumens der verlagerten deutschen Kunst- und Kulturgegenstände auf Beschluss der sowjetischen Regierung an die DDR zurückgegeben. Der Rest blieb jedoch in der UdSSR und wurde schließlich per Gesetz zum Eigentum der Russischen Föderation erklärt.

    Eremitage: Harmonische und freundschaftliche Zusammenarbeit der Museen

    Vonseiten der Eremitage heißt es, „Eisenzeit“ sei ein international bedeutendes Wissenschafts- und Ausstellungsprojekt. Zudem sei es ein weiterer Schritt auf dem Gebiet der Zusammenarbeit zwischen den Museen in Russland und Deutschland: Aufgrund ihres Status als sogenannte „Trophäenkunst“ seien die Exponate lange Zeit für Studienzwecke unzugänglich gewesen, umso wertvoller erscheint die gemeinsame Ausstellung vor dem Hintergrund der noch andauernden Streitigkeiten über den Besitz dieser archäologischen Sammlungen. Die Schau zeige, dass eine harmonische wie freundschaftliche Zusammenarbeit der Museumsmitarbeiter beider Länder möglich ist.

     

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    Tags:
    Eremitage, Zweiter Weltkrieg, Kunst, St. Petersburg, Russland, Deutschland