05:39 18 Juni 2018
SNA Radio
    Leserbriefe

    Matthias Bublitz

    Leserbriefe
    Zum Kurzlink
    0 0 0

    Liebe Freunde, mit großem Mitgefühl habe ich die Leserzuschrift Milans gelesen und muss zugeben, dass ich seine Verbitterung gegenüber Russland verstehen kann. Niemand stand dem tapferen Volk der Serben während des völkerrechtswidrigen Krieges der NATO gegen Jugoslawien zur Seite - bis auf Belarus! Hier sei an das Treffen Lukaschenko-Milosevic während des Krieges 1999 erinnert.

    Jedoch sollte man nicht vergessen, dass zu jener Zeit (1999) noch die Jelzin-Bande im Kreml sein Unwesen trieb. Mit einem Wladimir Putin an der Spitze des Landes wäre es niemals zu diesem fürchterlichen Krieg gekommen.

    Das heutige Russland verantwortlich zu machen für die derzeitige Lage im Kosovo wird weder der Wahrheit noch der Russischen Förderation gerecht. Bei aller Sympathie für das serbische Volk muss festgehalten werden, dass es die Serben selbst waren und sind, die sich diese prowestliche Regierung ins Amt wählten und bei den Kosovo-Verhandlungen in Wien von Außenminister Lawrow dazu aufgefordert werden mussten, stärker für die serbischen Interessen einzutreten: "Wir können nicht serbischer sein als die Serben selbst!", so Lawrow zu seinen serbischen Kollegen im vergangenen Jahr.

    Keine Frage, Jugoslawien wurde unter der federführenden Regie Deutschlands zerschlagen; aus Serbien versucht der Westen jetzt als finalen Schlag, einen abhängigen und paralysierten Rumpfstaat zu schaffen, der - wenn die Pläne des Westens aufgehen sollten - kaum wieder in der Lage wäre, als souveränes Völkerrechtssubjekt seine nationalen Interessen zu vertreten. Deshalb muss es auch im Interesse Russlands sein, diesem Treiben ein Ende zu bereiten. Aber den ersten Schritt müssen die Serben selbst tun, indem sie sich endlich eine Regierung wählen, die wirklich die Interessen der serbischen Nation vertreten. Warum? Nun, Valentin Falin hat RIA-Nowosti letztes Jahr ein sehr aufschlussreiches Interwiev gegeben, in dem es hieß: "Der vorletzte US-Präsident, Bill Clinton, hatte 1997 ein internes Treffen mit Kongressmitgliedern. "Mit unserer aktiven Hilfe", sagte er zu den Versammelten, "wurde Jugoslawien zersplittert. Unsere nächste Aufgabe ist die Zersplitterung der Russischen Föderation".

    Das Schicksal Serbiens wird auch weiterhin untrennbar mit dem Russlands verbunden sein; und sei es nur der moralische Schaden, den Russland bei einer Abwendung vom serbischen Brudervolk riskierte - dies würde schwer auf der russischen Seele lasten. Noch mehr Ballast kann sie nicht vertragen, denn Gorbatschow und Jelzin haben schon großen Schaden hinterlassen.

    In diesem Sinne wünsche ich den Serben für die Zukunft Kraft, Weitsicht und alles erdenklich Gute. Möge Euer Kampf um die serbische Souveränität am Ende siegreich sein.

     

    Mit solidarischen Grüßen,

    Matthias Bublitz.

     

    "Niko nesme da vas bije!"