01:16 11 Dezember 2017
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    Dieter Krogmann

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    Merkels Reise ans Schwarze Meer. Was wollte Angela Merkel eigentlich mit ihrer Reise nach Sotschi erreichen?

    Glaubte sie, mit ihrer Forderung nach einem Abzug der russischen Truppen aus Georgien auch nur einen Schritt im Gespräch mit Medwedew weiter zu kommen? So naiv kann auch eine Frau Merkel nicht sein! Ist es ihre Unfähigkeit, Gesprächsstrategien zu entwickeln, die vorweg die Grundlage schaffen für eine gemeinsame Ausgangsbasis? Oder ist es ihre Abhängigkeit von den USA, die sie kurz nach ihrem Amtsantritt mit aller Deutlichkeit vor der Weltpresse scheinbar auf immer und ewig zementierte. Letztlich hätte sie sich den Besuch bei Medwedew sparen können.

    Warum aber ist sie ans Schwarze Meer gereist?

    Frau Merkel ließ sich wieder einmal als Zuarbeiterin von Bush's Gnaden benutzen. Eine wirkliche Vermittlerrolle war von vornherein nicht geplant. Die frontale Forderung „nach einem Truppenabzug aus Georgien" muss sofort jede Kompromissbereitschaft der Gegenseite im Keime ersticken.

    Und so endete dann das Gespräch mit Medwedew ohne irgend ein Ergebnis. Es war eher die Demonstration einer Katzbuckelei gegenüber der Bush-Administration. Die Fronten dürften sich nach diesem Gespräch eher noch verhärtet haben, als dass sich neue Ansatzpunkte für weitere Verhandlungen in Richtung einer Lösung auf diplomatischer Ebene ergeben hätten.

    Die Mimik von Frau Merkel auf den Fotos, die während der Gespräche mit Medwedew geschossen wurden und durch die Weltpresse gingen, sprachen für sich. Hier spiegelte sich die Unfähigkeit wider, eine Kommunikation auf „gleicher Augenhöhe" zu praktizieren. Ein Paradebeispiel dafür, wie man die hohe Kunst einer diplomatischen Außenpolitik eben nicht betreiben sollte.

    Nach der jahrelang geübten Bussikultur, sollte sie aber auch diese Form der Diplomatie sicher beherrschen.

    Aber insgesamt ist diese Sachlage auch ein Beweis dafür, wie gefährlich sich die Fronten im kurzen Verlauf der Ereignisse festgefahren haben.

    Der diplomatische Himmel über Europa scheint sich weiterhin zu verdunkeln.