10:12 11 Dezember 2017
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    Lothar Häupl

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    Die militärische Expansion der NATO in Richtung Osten begann am 24.3.1999.  Jeder kann sich seine Gedanken machen und zur Lage im Kaukasus äußern.

    Natürlich steht das Herrn Michael Gorbatschow (ehem. Präsident der UdSSR) genauso zu.

    Dennoch sind zu diesem Interview „Der Plan war, die Schuld auf Russland zu schieben" einige Anmerkungen dringend notwendig:

    1. Ich glaube Herrn Gorbatschow, dass er sich Sorgen macht, wie sich die Lage noch zuspitzen könnte, welche Interessen (u.a. der USA) dort eine Rolle spielen, wie viel Waffen und Geld Seitens der USA und der NATO für Georgien bereit gestellt wurden und das dieser Krieg eine Inszenierung und Politik gegen Russland darstellt.

    2. Meines Wissens ist Herr Gorbatschow aber schon lange nicht mehr Mr. Präsident. Präsident Russlands ist Herr Medwedew. Vielleicht wird Herr Gorbatschow von Herrn Larry King deshalb noch als „Mr. Präsident" angesprochen, weil seine „Verdienste" damit für die zeitweilige politische und militärische Offensive der USA und der NATO gewürdigt werden sollen.

    3. Am 24.4.1999 war ich mit einem Friedenskonvoi (einen Monat nach Beginn der Bombardierung Belgrads) in Subotica und Belgrad. Nachdem ich nun die Bilder der Zerstörung aus Südossetien gesehen habe, kommen mir die Bilder zerstörter Krankenhäuser, Schulen und Wohnhäuser in Serbien in Erinnerung, was die Folge der massiven Einmischungspolitik der NATO in die inneren Angelegenheiten Jugoslawiens gewesen ist.

    Klar dürfte nunmehr auch dem russischen Volk werden, dass sich überall dort, wo seit 1990 politisches, organisatorisches und militärisches Terrain aufgegeben wurde, sich sofort die NATO samt ihrer „Wirtschaftsmanager" und Militärberater eingenistet und breit gemacht haben.

    Die Politik von Perestroika und Glasnost zu verbinden mit dem Glauben, die Welt wird sicherer und Frieden und Abrüstung sind seit dem wahrscheinlicher, das war der Irrglaube und die Lüge des Jahrhunderts!

    4. Uneingeschränkt befürworte ich alle diplomatischen, militärischen und humanistischen Maßnahmen der russischen Regierung und verurteile die Verbrechen unter Leitung Saakaschwilis mit Unterstützung der NATO.

    Dennoch: Wirklicher Frieden wird erst dann in greifbare Nähe kommen, wenn in den Staaten, die sich an dem expansionistischen Streben beteiligen, durch den Willen dieser Völker ein Abrücken vom Wettrüsten, Expansion und Neuaufteilung der Welt politisch und organisatorisch erzwungen wird.

    Diese Achse des Frieden gilt es dringend zu organisieren! Damit wird über „Krieg oder Frieden" entschieden. Gelingt das nicht, scheint eine weitere militärische Eskalation vorprogrammiert und fast unausweichlich!

    5. Wieder einmal kann nur der Appell lauten: An alle, an alle - helft alle mit, den Frieden durch die Völker der Welt selbst zu organisieren! Dies dient auch dem notwendigen Ziel: Hände weg von Russland! Jetzt erst Recht - Frieden geht alle an!

     

    Lothar Häupl

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