17:05 19 Juli 2018
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    Christoph Sanders

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    Zu: Die Chefredakteurin von RIA Novosti ruft zum vorsichtigen Umgang mit der Geschichte auf

    Zu: Die Chefredakteurin von RIA Novosti ruft zum vorsichtigen Umgang mit der Geschichte auf

    Der Artikel hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen und es ist sehr achtenswert, wenn die Presse solche Probleme, die es ja immer wieder einmal gibt, auf vernünftige Weise anpackt.

    Allerdings wirken die Äußerungen zur deutschen Gesellschaft und ihrer Geschichte geradezu grotesk. Die deutsche Gesellschaft hat die Einschätzung zu ihrer Vergangenheit alles andere als selbst hervorgebracht. Die Geschichtsschreibung der Nachkriegszeit war die Geschichtsschreibung der Siegermächte und sie ist es bis heute.

    Der deutschen Gesellschaft wurde in Schule und über die Medien gesagt, was sie zu denken hat und die meisten haben es geglaubt. Erst mit dem Internet und der Entwicklung der freien Medien hat die offizielle Version der deutschen Geschichte in größerem Maße zu bröckeln begonnen. Heute gibt es keine von allen akzeptierte Einschätzung der Vergangenheit in Deutschland mehr, und so etwas zu behaupten ist schlichtweg beleidigend.

    Ein Blick in die freie deutsche Internetpresse genügt, um das zu erkennen. Ebenso ist klar zu sehen, das andere Meinungen zur deutschen Vergangenheit nur begrenzt aus der Ecke der sogenannten Verschwörungstheorien oder aus extremistischen  Lagern kommen.

    Heutzutage kann sich immer noch niemand umfassend mit der deutschen Geschichte des 20. Jh. beschäftigen, ohne sich ernsthafte Probleme einzuhandeln. Selbst dann nicht, wenn die Geschichtsforschung sachlich, neutral und objektiv ist.

    Frau Mironjuk sollte wissen, was sich hinter dem Begriff "political correctness" verbirgt. Das Hitlerregime hatte letzten Endes den 2. Weltkrieg ausgelöst und ist letzten Endes auch für den Tod von weit mehr als 20 Millionen Zivilisten verantwortlich. Doch hatten da auch noch andere ihre Finger im Spiel, die sich heute mit blütenweißer Weste präsentieren und die von der offiziellen Geschichtsschreibung nicht erwähnt werden.

    Ein aktuellerer Teil der deutschen Geschichte ist die Wiedervereinigung. Was war denn seit Jahrzehnten für diesen Fall Deutschland betreffend vorgesehen und was ist real passiert? Was waren die Vereinbarungen bezüglich einer NATO-Osterweiterung im Falle der Wiedervereinigung und wie sah die Realität aus? Und die wichtigste Frage dazu: Was steht davon in den Mainstream-Medien und deutschen Geschichtsbüchern?

    Das Volk kann sich eine objektive Meinung nur dann bilden, wenn es ausreichend mit wahren Informationen versorgt wird. Werden den Menschen Fakten vorenthalten oder werden Tatsachen verdreht und verfälscht, bilden sie sich zwar auch schnell ihre Meinung, die aber mehr oder weniger weit von der Realität entfernt ist.

    Genau da liegt das Problem und die europäische Presse, an deren Objektivität und hohen Standards Frau Mironjuk nach eigenen Worten ja glaubt, tut nicht das geringste, um diesen Zustand zu ändern und die Wahrheit ans Licht zu bringen. Nicht nur in diesen Fällen.

    Und die starke Neigung zumindest der deutschen Presse zur Methode "copy - paste" dürfte Frau Mironjuk auch schon bemerkt haben.

    Gerade heute sollte man sich zur deutschen Geschichte objektiv und ehrlich äußern; auch wenn man sich da leicht die Finger verbrennen kann. Wem der Mut dazu fehlt oder wer nicht umfangreich informiert ist, sollte besser gar nichts dazu sagen.

     

    Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat. (Voltaire)

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