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    MOSKAU, 24. Mai (RIA Nowosti)

    "ISWESTIJA"

    Sicherheitskontrolle der Atomwaffenlager gemeinsam mit den USA kommt nicht in Frage

    Russische Atomwaffenlager seien zwar noch nicht ganz mit modernsten Systemen der physischen Sicherheit ausgestattet. Eine gemeinsame Sicherheitskontrolle, auf der die USA beharren, komme jedoch nicht einmal theoretisch in Frage, denn sie widerspreche russischem Recht.

    Dies erklärte Generaloberst Igor Walynkin, Chef der 12. Hauptverwaltung des russischen Verteidigungsministeriums, in einem Interview mit der allgemeinpolitischen Tageszeitung Iswestija.

    Die Sicherheitssysteme werden momentan modernisiert, unter anderem mit Hilfe der USA und Deutschlands. Diese stellen jährlich 50 Millionen Dollar für diese Zwecke bereit. Die USA dürfen dreimal die Anlage besuchen, die für ihr Geld modernisiert wird: Vor Beginn der Arbeiten, nach dem 50-prozentigen Abschluss und nach vollem Abschluss der Arbeiten. Die Modernisierung wird dabei von russischen Firmen ausgeführt. Amerikanische Experten werden aber nur zur Umzäunung und zu den technischen Sicherheitsmitteln zugelassen. Unmittelbar bis an die Atomwaffendepots dürfen sie nicht.

    „Der menschliche Faktor" ist das schwächste Kettenglied im Sicherheitssystem der Atomwaffendepots. Jetzt ist in Russland ein Sicherheitssystem entwickelt, das es ermöglicht, das betreffende Objekt ohne Wachleute zu schützen. Kürzlich gelang es bei einer Übung nicht einmal durchtrainierten Spezialeinheiten, dieses Sicherheitssystem aufzubrechen. Das würde auch keinem Anderen gelingen. Das Verteidigungsministerium plant, alle Objekte mit solchen Systemen auszustatten. Dadurch wird die Sicherheitsstufe wesentlich erhöht.

    Außerdem werden die Absolventen von Schulen und Akademien, die an solchen Objekten arbeiten werden, einer strengen Auswahl und Überprüfung (unter anderem auch mit Lügendetektoren) unterzogen. Sie werden auch während des Dienstes überprüft.

    Regelmäßig finden speziale Trainings statt. Im vergangenen Jahr wurde im Rahmen des Russland-Nato-Rates eine Übung, genannt Avaria-2004, durchgeführt. Bei der Übung wurden verschiedene Havarien simuliert, die beim Überfall von Terroristen auf eine Fahrzeugkolonne oder einen Zug entstehen können.

    Im April dieses Jahres nahm eine Gruppe russischer Offiziere an einem Training des Weltraumkommandos der US-Luftstreitkräfte und des amerikanischen Energieministeriums teil. Die amerikanische Seite gewährte Einblicke in die Ausbildung der Schutzeinheiten und in die Organisation des Schutzes einer Kolonne.

    Beide Seiten gelangten zu dem Schluss, dass die allgemeinen Prinzipien der Atomwaffensicherheit in Russland und den USA identisch sind und dass man bei einzelnen Sicherheitsmethoden und Methoden der Beseitigung von Havariefolgen voneinander lernen kann.

    "WREMJA NOWOSTEJ"

    Kirgisien könnte Russland einen neuen Stützpunkt anbieten

    Auf dem Territorium Kirgisiens wird voraussichtlich ein weiterer russischer Militärstützpunkt entstehen. Das Angebot kam aus der Umgebung des ersten Vizepremiers Felix Kulow und wurde vergangene Woche beim Kirgisien-Besuch einer Delegation Russlands unter Leitung des Vorsitzenden des Staatsduma-Ausschusses für GUS-Angelegenheiten, Andrej Kokoschin, formuliert, teilt die Tageszeitung „Wremja Nowostej" am Dienstag mit.

    Allerdings folgte am Montag aus Bischkek ein Dementi. „Während des Treffens des amtierenden Präsidenten Kirgisiens, Kurmanbek Bakijew, mit der Delegation Russlands am 19. Mai wurde die Gründung eines Militärstützpunkts in der Stadt Osch nicht erörtert", erklärte Bakijews Pressesekretär Awasbek Atachanow. „Für die Gewährleistung der Sicherheit in Kirgisien und in der Zentralasiatischen Region besteht ein bewährter Mechanismus der Zusammenarbeit im Rahmen solcher regionalen Vereinigungen wie GUS, Schanghaier Kooperationsorganisation (Kasachstan, China, Kirgisien, Russland, Tadschikistan und Usbekistan) und Organisation des kollektiven Sicherheitsvertrags (Armenien, Weißrussland, Kasachstan, Kirgisien, Russland und Tadschikistan)."

    Derzeit sind in Kirgisien zwei Luftstützpunkte stationiert: der russische in Kant und der amerikanische Ganssi im Flughafen Manas. Wie ein Gesprächspartner der Zeitung im Generalstab Russlands annahm, geht die Information über einen Ausbau der russischen Militärpräsenz von einem der Zweige der neuen kirgisischen Macht aus. Man wolle damit die Ausrichtung der außenpolitischen Zusammenarbeit signalisieren und zeigen, wer in schwerer Zeit helfen würde. Die russische Seite hat nicht vor, offizielle Erklärungen abzugeben, weil dafür noch kein Grund besteht, so die Zeitung.

    Sollte der Stützpunkt in Osch doch noch gegründet werden, würden russische Truppen damit an den Ort eines durchaus wahrscheinlichen geopolitischen Bruchs in Zentralasien geraten. Das Gebiet Osch ist vorwiegend von ethnischen Usbeken besiedelt, seine Bevölkerung zeigte eindeutiges Mitgefühl mit dem jüngsten Aufstand gegen das Regime Islam Karimows im benachbarten usbekischen Gebiet Andischan. Deshalb ist die Gefahr einer territorialen Umverteilung in diesem Teil Zentralasiens im Falle neuer politischer Erschütterungen überaus groß, schreibt das Blatt.

    „BISNES"

    Russland bekommt eine Fregatte und ein neues Landungsschiff

    Admiral Wladimir Kurojedow, Oberbefehlshaber der Seekriegsflotte der Russischen Föderation, gab die Kiellegung einer Fregatte und eines großen Landungsschiffes einer neuen Baureihe bekannt. Ihm zufolge werde die Kiellegung der Fregatte zum Tag der Flotte am 31. Juli geplant, teilt die ökonomische Tageszeitung „Bisnes" mit.

    Die neue Mehrzweckfregatte des Projekts 22350 ist für die U-Boot-Abwehr und Angriffsaufgaben in der fernen Seezone gedacht. Nach Schätzungen von Spezialisten wird der Bedarf der russischen Seekriegsflotte an solchen Schiffen um das Jahr 2015 zehn bis zwanzig Einheiten betragen. Ein Schiff kostet ungefähr fünf bis zehn Milliarden Rubel. Bei normaler Finanzierung wird die Fregatte im Laufe von drei bis vier Jahren gebaut.

    „Wahrscheinlich wird das Projekt auf technischen Lösungen beruhen, die beim Bau von Fregatten des Projekts 11356 für die Seestreitkräfte Indiens verwendet wurden", nahm Konstantin Makijenko, stellvertretender Direktor des Zentrums für Analyse von Strategien und Technologien, an.

    „Faktisch geht es um einen großen Zerstörer, der aus politischen Erwägungen Fregatte genannt wurde", meint Michail Barabanow, wissenschaftlicher Redakteur der Zeitschrift „Eksport woorushenij" („Waffenexport").

    Indessen lösen die vom Oberbefehlshaber genannten Fristen der Kiellegung der Fregatte - zum 31. Juli - bei Spezialisten Befremden aus: Ein Vertrag für den Bau von Schiffen muss im Ergebnis einer Ausschreibung zuerkannt werden, von der jedoch bislang nichts bekannt gegeben wurde, schreibt die Zeitung.

    Admiral Kurojedow zufolge werde auch ein neues großes Landungsschiff mit einer Wasserverdrängung von acht bis neun Tonnen bis zum Jahresende auf Kiel gelegt. „Heute hat die Seekriegsflotte, meint man, zwei große Landungsschiffe. Aber beide sind kampfunfähig", sagte Barabanow. Er bewertet den Bau des Landungsschiffes wenigstens mit fünf Milliarden Rubeln.

    „Seit 1991 wurde kein einziges Kampfschiff für die russischen Seestreitkräfte projektiert und gebaut", teilte eine kompetente Quelle in den Seestreitkräften mit. Heute aber stelle der Staat Mittel dafür bereit.

    Die Belebung beim Bau von russischen Kampfschiffen wirkte sich auch günstig auf den Waffenexport aus. Nach Worten des Leiters von Rosoboronexport, Sergej Tschemesow, werden 50 Prozent des Erlöses aus dem Export russischer Waffen (über 2,5 Milliarden US-Dollar) auf den Verkauf von Technik an ausländische Seestreitkräfte entfallen.

    Nach dem Zerfall der UdSSR ging die Gesamtzahl von Schiffen im Bestand der Seekriegsflotte auf 273 und die Zahl von Schiffen im Gefechtsdienst auf 28 zurück.

    Wie Flottenadmiral Wladimir Kurojedow, Oberbefehlshaber der Seekriegsflotte, in diesem Mai erklärte, müssen sich wenigstens 300 Schiffe unterschiedlicher Klassen im Kampfbestand der russischen Seekriegsflotte für die Gewährleistung der Sicherheit Russlands befinden.

    "ISWESTIJA"

    Indien wird 140 Jagdflugzeuge des Typs Su-30 in Lizenz bauen

    Militärtechnische Zusammenarbeit war das Hauptthema beim Russland-Besuch des indischen Präsidenten Abdul Kalam. Am Montag besuchte er die Flugzeugbauholding „Suchoi", berichtet die „Iswestija" am Dienstag. Indien soll 140 Jagdflugzeuge Su-30 MKI in eigenen Produktionsstätten herstellen.

    Indiens Präsident erörterte mit Michail Pogossjan, dem Chef des Unternehmens „Suchoi", Indiens Teilnahme am Projekt eines Zukunftsjägers der 5. Generation und des für mittlere Strecken bestimmten Passagierflugzeugs RRJ, die beide von „Suchoi" entwickelt werden. Delhi wäre bereit, allein in RRJ 100 Millionen US-Dollar zu investieren.

    Im vergangenen Jahr gewann „Suchoi" ein Staatsausschreiben für die Entwicklung eines Jagdflugzeugs der 5. Generation, das die heutigen Su- und MiG-Jagdbomber ablösen soll. Die Flugtests der neuen Maschine sollen 2007 beginnen. Moskau bot Frankreich und Indien eine Beteiligung an diesem Projekt an.

    Mit Frankreich kooperiert „Suchoi" seit 2002. Moskau lieferte Su-30-MKI-Jagdflugzeuge mit französisch-israelischer Avionik an Delhi. Paris gab allerdings bekannt, es werde nicht ins russische Projekt investieren und wolle sich auf die Entwicklung des eigenen Jagdflugzeugs Rafale konzentrieren. Auch mit Indien gibt es Probleme. Delhi hat sich geweigert, ein Abkommen zum Urheberrecht abzuschließen (es sieht vor, dass Russland Prozente vom Verkauf der gemeinsam entwickelten Technik an dritte Länder bekommt).

    Allerdings könnte das Abkommen bereits in einigen Wochen fertig sein, teilte Kalam mit. Derzeit arbeitet eine russisch-indische Expertengruppe daran. Delhi hat sich allerdings noch nicht festgelegt, welche Maschine es bekommen möchte, so die Zeitung.

    Es bleibt vorerst offen, ob dieses Problem mit dem „Suchoi"-Besuch Kalams beseitigt wurde oder nicht. Offiziell heißt es: Dies ist nicht die Ebene, auf der konkrete Fragen geregelt werden. Dennoch würde sich Dr. Kalam, einer der Väter der indischen Atomwaffen und Trägerraketen, kaum ohne Grund derart stark für die russischen Kampfflugzeuge interessieren. In diesem Jahr lieferten „Suchoi" und die Gesellschaft „Irkut" 32 Jagdflugzeuge des Typs Su-30 MKI an die Inder, aufgenommen wurde auch die Lizenzproduktion der Maschinen in Indien. Dies ist mit mehr als drei Milliarden US-Dollar das größte Geschäft in der gesamten Geschichte der russisch-indischen Zusammenarbeit.

    "WEDOMOSTI"

    Lukoil kann turkmenische Ölfirma Dragon Oil kaufen

    Russlands größtes Ölunternehmen Lukoil verhandelt über den Kauf der turkmenischen Ölfördergesellschaft Dragon Oil, berichtet die Wirtschaftszeitung „Wedomosti" am Dienstag.

    Das Kontrollaktienpaket von Dragon Oil (52 Prozent) gehört der National Ölgesellschaft der Emirate (ENOC). Ein ENOC-Sprecher teilte mit, das Unternehmen habe am Vortag das Geschäft über den Verkauf seines Dragon-Oil-Anteils an Lukoil geschlossen. Zugleich nannte er weder den Wert des Geschäfts noch die Menge der verkauften Aktien.

    Auch ein Top-Manager von Lukoil bestätigte das Geschäft. Seinen Worten nach sei dieses geraume Zeit vorbereitet worden und müsste bald zu Ende geführt werden.

    Nach Ansicht von Analytikern ist dies ein günstiges Geschäft für Lukoil. In einem Bericht des Investmentunternehmens Aton über Dragon Oil wird festgestellt, dass die EBITDA-Rentabilität des Unternehmens 74 Prozent erreicht hat und voraussichtlich auch weiter steigen wird.

    Steven Dashevsky, Chef der analytischen Abteilung von Aton, ist der Auffassung, dass der Marktwert von 52 Prozent der Dragon-Oil-Aktien bei 450 Millionen Dollar liegt. Das Kontrollaktienpaket setzt allerdings eine Prämie voraus, insofern könnte das vollständige Paket 550 bis 600 Millionen Dollar kosten. Für Lukoil ist dies ein recht einträglicher Erwerb: Für einen Barrel der Ölvorräte zahle die russische Firma drei bis 3,5 US-Dollar, während der Durchschnittspreis in der Kaspiregion bei sieben Dollar pro Barrel liege.

    Das Unternehmen ist interessant und passt in die Lukoil-Strategie der Erweiterung der Präsenz im postsowjetischen Raum, so Lew Snykow, Analytiker der Investmentgesellschaft Sovlink Securities. Nach seiner Schätzung ist aber das Kontrollaktienpaket von Dragon Oil wesentlich weniger wert als es von Aton errechnet wurde, nämlich rund 350 Millionen US-Dollar, einschließlich der Prämie für den Kontrollanteil, stellt die Zeitung fest.

    Die Gesellschaft Dragon Oil baut das Vorkommen Tscheleken auf dem turkmenischen Teil des Kaspisee-Schelfs ab, dessen Vorräte auf 661 Millionen Barrel geschätzt werden, von denen 315 Millionen Dragon Oil gehören. 2004 förderte die Firma 3,1 Millionen Barrel Öl. Nach Angaben von Aton erfolgt der Abbau unter den Bedingungen eines Product-Sharing-Abkommens, das zwischen Dragon Oil und der Regierung Turkmenistans für 25 Jahre geschlossen wurde und bestimmte Steuervergünstigungen für die Firma vorsieht. Dragon Oil hat ein Exklusivrecht auf Verhandlungen über die Verlängerung des Vertrags um weitere zehn Jahre.

    Das Unternehmen Lukoil förderte 2003 81,5 Millionen Tonnen Öl und 5,5 Milliarden Kubikmeter Gas.

    Auf der Liste der Agentur Energy Intelligence Group steht die russische Gesellschaft Lukoil auf Platz 20 der größten Öl- und Gasfirmen der Welt nach dem Stand von 2003.

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