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    MOSKAU, 25. Mai (RIA Nowosti)

    "KOMMERSANT-WLAST"

    Russlands Unterhändler gegen unbegründete Zugeständnisse bei WTO-Beitrittsverhandlungen

    Die Ergebnisse des Verhandlungsprozesses über Russlands WTO-Beitritt müssen für das Land positiv sein, unbegründete Zugeständnisse seitens Russlands müssten ausgeschlossen sein. Diese Meinung äußerte Maxim Medwedkow, Direktor des Ressorts Handelsverhandlungen des Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung und Handel, im Wochenmagazin „Kommersant-Wlast".

    „Wir haben die Verhandlungen maximal intensiviert", führte Medwedkow weiter aus. „Es ist äußerst wichtig für uns, bis zum Dezember ein positives Ergebnis zu haben, der Verhandlungsprozess kann nicht endlos sein."

    Nach seinen Worten sind die kompliziertesten Fragen ungelöst geblieben. Zu diesen gehören Probleme der Landwirtschaft. Erstens: die veterinäre und die phytosanitäre Kontrolle. Die EU und die USA sind der Auffassung, dass einige Kontrollmaßnahmen Russlands keine wissenschaftliche Begründung haben. Zweitens: der Umfang der staatlichen Unterstützung, die das Land den Agrarproduzenten nach dem Beitritt zur Welthandelsorganisation erweisen darf. „Vorerst kommen wir nur schleppend voran", räumte Medwedkow ein. „Dies ist eine überaus schwierige Frage."

    Die Verhandlungspartner sind der Ansicht, dass die staatliche Unterstützung der Landwirtschaft in Russland mit dem jetzigen Stand von maximal drei Milliarden Dollar im Jahr eingeschränkt werden soll, während die Agrarsubventionen in der EU mehr als 90 Milliarden Dollar im Jahr (50 Prozent des Wertes eines landwirtschaftlichen Erzeugnisses in der EU macht die staatliche Subvention aus), in Japan mehr als 59 Milliarden und in den USA mehr als 48 Milliarden Dollar betragen. Deshalb bestehen wir darauf, zumindest auf den Stand der staatlichen Subventionen von Mitte der 90-er Jahre - etwa zehn Milliarden Dollar im Jahr - zurückzukommen."

    Der Prozess des WTO-Beitritts Russlands kann nicht unendlich dauern. „Die jetzige Verhandlungsrunde über die Liberalisierung des internationalen Handels, bei dem der reiche Norden eine Einigung mit dem armen Süden ebenfalls über Agrarsubventionen erreichen soll", stellte Medwedkow fest. „Danach wird Russland mit seinen Handelspartnern bereits ausgehend von den neuen WTO-Regelungen verhandeln müssen. Insofern wäre es in unserem Interesse, der Organisation früher, wenn möglich, Ende 2005, beizutreten, um zumindest den Abschluss der Verhandlungen im Rahmen dieser Runde zu erwischen."

    "WREMJA NOWOSTEJ"

    Lukoil beginnt Erschließung eines gigantischen Ölvorkommens in Irak

    Der Präsident der größten Ölgesellschaft Lukoil, Wagit Alekperow, hat am Dienstag Perspektiven der internationalen Aktivitäten seiner Ölfirma bekanntgegeben. Die Hauptnachricht: Gemeinsam mit der amerikanischen Firma ConocoPhillips beginnt Lukoil mit der Erschließung des gigantischen Vorkommens West Qurna-2 in Irak, berichtet die Tageszeitung „Wremja Nowostej" am Mittwoch.

    Die förderbaren Vorräte des Vorkommens werden von Cambridge Energy Research Associates auf 11,3 Milliarden Barrel geschätzt. West Qurna-2 ist das drittgrößte Vorkommen in Irak.

    „Heute sind in Irak alle Bedingungen für den Beginn der Realisierung des Projekts geschaffen", erklärte der Lukoil-Präsident. „Demnächst wird Andrej Kusjajew, Leiter von Lukoil Overseas, nach Bagdad reisen, Ende des Jahres werde voraussichtlich auch ich reisen." Alekperow ist völlig zuversichtlich, dass die irakische Seite das Projekt als gültig betrachtet, und denkt, dass Bagdad dessen Bedingungen kaum revidieren wird. Er betonte, das Unternehmen Lukoil habe seine Vertretung in Bagdad für keinen einzigen Tag geschlossen.

    Offenbar beruht Alekperows Zuversicht darauf, dass die US-Firma ConocoPhillips im September vergangenen Jahres ein Lukoil-Beteiligter geworden ist und ihre Beteiligung in nächster Zeit auf 20 Prozent erhöhen will. ConocoPhillips schloss sich der Erschließung von West Qurna-2 an, indem die USA-Partner einen 17,5prozentigen Anteil bei Lukoil erwarben (das Kontrollaktienpaket blieb beim russischen Unternehmen). Wie Alekperow am Dienstag mitteilte, wird die Erschließung unbedingt gemeinsam mit ConocoPhillips geführt.

    Mit diesem Unternehmen will Lukoil auch den amerikanischen Markt aktiv erschließen. So will die russische Ölfirma geologische Erkundungsarbeiten und Ölförderung in Venezuela betreiben. Das Öl wird anschließend an die ConocoPhillips Raffinerien in den USA geliefert. Die Ölprodukte werden auf den inzwischen mehr als 2000 Lukoil-Tankstellen in Amerika abgesetzt.

    Zugleich will Lukoil die Rohstofflieferungen in Richtung Osten verringern. Hatte Lukoil ursprünglich die Lieferung von drei Millionen Tonnen Öl in China für dieses Jahr geplant, so wird diese nun höchstens zwei Millionen Tonnen betragen. Nach den Worten des Lukoil-Chefs ist es nun einträglicher geworden, Öl in Russland zu verkaufen und dieses in russischen Raffinerien zu verarbeiten, schreibt das Blatt.

    2003 hatte Lukoil 81,5 Millionen Tonnen Erdöl und 5,5 Millairden Kubikmeter Erdgas gefördert. Auf der Liste der von der Agentur Energy Intelligence Group zusammengestellten Liste der größten Öl- und Gasunternehmen nach dem Stand von 2003 steht Lukoil auf Platz 20.

    „POLITITSCHESKI SCHURNAL"

    Russlands Bürger könnten Silvester 2008 in einem anderen Land feiern

    Dem Projekt des russisch-weißrussischen Unionsstaates, das seit rund zehn Jahren in der Anabiose liegt, wurde im Kreml grünes Licht gegeben, behauptet das Wochenmagazin «Polititscheski Schurnal». Mehrere Experten kommentieren die Realisierung dieses Projekts.

    Mark Urnow, Präsident des Fonds Expertisa: Das Projekt des russisch-weißrussischen Unionsstaates wird gebraucht, um Möglichkeiten für die Gründung eines neuen Staates zu sondieren und dementsprechend allen heute aktiven Politikern in beiden Ländern die Amtszeit zu verlängern. Dieses Projekt ist auf das Jahr 2008 orientiert, wenn die 2. Amtszeit Wladimir Putins abläuft. Um es zu realisieren, ist aber notwendig, dass Weißrusslands Staatschef Alexander Lukaschenko eine bestimmte Einigung mit Putin erreicht, denn im neuen Staat ist ihm bei weitem nicht die erste Rolle zugedacht. Da es bei Lukaschenko in der Innen- und der Außenpolitik nicht gerade bestens läuft, während in Russland mit der Wahl eines Nachfolgers Putins vorerst nichts Gescheites gelingt, könnten die Präsidenten wahrscheinlich eine Einigung unter sich erzielen. Außerdem würde eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung Russlands eine Fusion mit Weißrussland billigen. An die finanziellen Folgen dieses Schritts für die Russische Föderation denkt die Bevölkerung nicht.

    Pawel Borodin, Staatssekretär des Unionsstaates: Die jüngsten Begegnungen zwischen den Präsidenten Russlands und Weißrusslands haben gezeigt, dass die Idee einer zwischenstaatlichen Integration im Rahmen der GUS von ihnen nicht nur gebilligt, sondern auch umfassend unterstützt wird. Es ist anzunehmen, dass die Probleme eines einheitlichen Zahlungsmittels sowie des Unionseigentums und einer gemeinsamen Zollgrenze noch in diesem Jahr geregelt werden.

    Sergej Markow, Direktor des Instituts für politische Studien: Die gegenwärtigen Prozesse außerhalb dieser beiden Staaten haben die Entwicklung der russisch-weißrussischen Beziehungen in letzter Zeit radikal stimuliert. Es ist die Gefahr entstanden, dass in Weißrussland ein antirussisches Regime an die Macht kommen könnte und dass dieses Land in eine antirussische Koalition einbezogen werden könnte, womit Russland blockiert wird. Deshalb wurde der Integrationsprozess in den beiden Ländern wieder aufgenommen. Davon zeugen eine Vergrößerung des Etats des Unionsstaates und die Arbeit an der Einführung einer Einheitswährung. Gelingt es Lukaschenko, eine Einigung mit Putin über den Platz der weißrussischen Elite im neuen Staat zu erzielen, so wird es eine russisch-weißrussische Vereinigung zu einem einheitlichen Land geben. Wahrscheinlich ist eine entsprechende Entscheidung bereits getroffen.

    „NOWYJE ISWESTIJA"

    Russen über sinkende Moral besorgt

    79 Prozent der russischen Bürger meinen, das moralische Bild der russischen Gesellschaft habe sich in den letzten Jahren verschlechtert. Wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts WZIOM ergab, könnte nach Auffassung einer Mehrheit nur eine Einmischung der Regierung zur Hebung der Kultur und zur Verbesserung des moralischen Antlitzes der Gesellschaft beitragen, schreibt die Tageszeitung „Nowyje Iswestija" am Mittwoch.

    Zum Thema des moralischen Klimas in der Gesellschaft wurden 1600 russische Bürger befragt. Nur sieben Prozent von ihnen stellten positive Veränderungen in diesem Bereich fest.

    Zu den besonders unmoralischen Handlungen zählten die Befragten Rauschgiftabhängigkeit, Alkoholismus und Rauchen (36 Prozent). Auf Platz zwei landete „gegenseitige Gleichgültigkeit" (26 Prozent), gefolgt von Lüge, Heuchelei und Gemeinheit (25 Prozent).

    93 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass die Umerziehung der Gesellschaft eine Aufgabe von staatlichem Ausmaß ist, deshalb müsse sich die Regierung und nicht das Sozium selbst damit befassen.

    Sergej Iwanenko, Vizevorsitzender der demokratischen Partei Jabloko, ist der Meinung, dass der Staat bei der Verbesserung der öffentlichen Moral bei sich selbst anfangen sollte. „Würden zumindest zwei Dutzend Personen an die Macht kommen, deren Ruf in der Öffentlichkeit unbefleckt ist, dann würden wir von einer Wiedergeburt der moralischen Prinzipien unter den Bürgern sprechen können." Diese Aufgabe lasse sich seiner Ansicht nach nur auf einem Weg lösen: „über faire Parlamentswahlen in den Jahren 2007 und 2011".

    Alexej Ostrowski, Mitglied der Fraktion der Liberaldemokratischen Partei, ist dagegen der Auffassung, dass „die zügellose Demokratie eingeschränkt werden müsste, deren Überfluss zu allen sozialen Gebrechen führt".

    Jelena Kondakowa, Vertreterin der Regierungspartei „Einheitliches Russland", stellt fest: „Das moralische Antlitz der Gesellschaft charakterisiert deren wirtschaftliche Lage." „Deshalb wird man erst dann von einer moralischen Widergeburt sprechen können, wenn die Wirtschaft angehoben wird", so die Abgeordnete.

    "ROSSIJSKAJA GASETA"

    Russland testet einmaliges Teleskop

    Russische Wissenschaftler haben das Modell des einmaligen Teleskops Radioastron getestet, das revolutionäre Durchbrüche in der Weltraumforschung bringen soll, berichtet die Tageszeitung „Rossijskaja Gaseta" am Mittwoch.

    Im Vergleich zum russischen Teleskop ist selbst das amerikanische Weltraumlabor Hubble faktisch blind, führt das Blatt weiter aus. Denn beim amerikanischen Teleskop beträgt die Auflösung ein Millionstel von der des russischen.

    Allerdings arbeitet jeder auf seinem astronomischen Feld: Hubble im optischen Bereich, während Radioastron Funkwellen verwendet. Nach dem heutigen Stand gibt es in der Welt keine astronomische Technik, die mit gleicher Detailliertheit Weltraumobjekte nicht nur in unserer Galaxis, sondern auch außerhalb dieser beobachten könnte. Die Detailliertheit des Bildes am russischen Apparat ist 20 Millionen Mal höher als beim menschlichen Auge.

    „Das Durchmesser der Antenne unseres Teleskops ist auf den ersten Blick nicht groß, nur zehn Meter, in Wirklichkeit hat sie aber nahezu eine Größe wie die Entfernung von der Erde bis zum Mond", sagt Nikolai Kardaschew, Mitglied der Russischen Wissenschaftsakademie und einer der Projektleiter. Der Trick besteht in folgendem. Im Orbit wird Radioastron die Weltraumobjekte nicht allein, sondern in Kooperation mit Funkteleskopen auf der Erde beobachten. Im Ergebnis entsteht ein gigantisches astronomisches Gerät mit einem Durchmesser von 350 000 Kilometern. Deshalb ist seine Auflösungskapazität wesentlich größer als bei einzelnen Teleskopen, so die Zeitung.

    Die Liste von Forschungsobjekten des neuen astronomischen Observatoriums ist umfangreich. In erster Linie sind es die exotischen „schwarzen Löcher", die die gesamte Materie um sich herum aufsaugen und kein Licht rauslassen. Dies sind Neutronensterne mit einer gewaltigen Dichte. Natürlich wird sich Radioastron mit dem Haupträtsel der modernen Wissenschaft befassen: Was ist „dunkle Materie"? Denn nur fünf Prozent der Masse des Universums machen sichtbare Sterne und Planeten aus, der Rest bleibt vorerst von den Augen und von den wissenschaftlichen Geräten verborgen.

    Mit Hilfe des neuen Superteleskops werden auch Erscheinungen auf der Erde untersucht. Der Apparat wird das Gravitationsfeld der Erde untersuchen und dessen dreidimensionale Struktur aufbauen. Dies würde die Möglichkeit eröffnen, viele Navigationsprobleme zu lösen und die Bewegung der Kontinente zu verfolgen, schreibt die „Rossijskaja Gaseta".

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