11:39 22 Februar 2017
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    In Russland besteht eine Bewegung Junger UN-Friedensstifter

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    MOSKAU, 27. Mai (von Olga Sobolewskaja, RIA Nowosti). Der 29. Mai ist der Internationale Tag der UN-Friedenstruppen. In Russland, das seit 32 Jahren an Friedenseinsätzen der Vereinten Nationen teilnimmt, besteht eine Bewegung Junger Friedensstifter und der Friedensschulen. Ihre Mitgliederzahl ist noch gering: 1100 Personen plus 60 Friedensschulen. Doch wird die Bewegung nach den Worten ihres Vorsitzenden, Waleri Gergel (der auch Kovorsitzender des Rates der gesellschaftlichen Kinderbewegung von Moskau ist), von beitrittswilligen Kindern überlaufen. Und nicht nur aus Russland, sondern auch aus der Ukraine und Weißrussland.

    „Den Kindern gefällt es, Friedensstifter zu sein. Das ist angesehen und ehrenvoll", sagt Gergel. Die Medien müssten als einer der wichtigsten Erzieher der Jugendlichen das Bild eines solchen Helden propagieren, der sein Ziel ohne Gewalt und Waffenanwendung erreichen kann", sagt Gergel überzeugt. „Jeden Tag riskieren hunderte Friedenssoldaten der UNO, sowohl aus Russlands als auch aus anderen Staaten, um des Friedens und der Ruhe in der Welt willens ihr Leben. Diese Soldaten treten unbewaffnet mit Konfliktparteien in Kontakt und verhandeln mit ihnen über einen Waffenstillstand", betont Gergel. Mit ihrem Beitritt zur Bewegung stimmen die Kinder „für eine zukünftige Strategie, für eine neue Entwicklungsrichtung Russlands". Mit diesen großen Worten meint der Kovorsitzende der Moskauer Kinderbewegung „die Vermittlungsmission Russlands bei der Lösung von Streitigkeiten in der Welt".

    „In der Welt von heute gibt es deutliche Widersprüche zwischen der prosperierenden „goldenen Milliarde" und der dritten Welt, deren Avantgarde der Islam ist. Die Länder der „goldenen Milliarde" haben ihr geistiges Potential praktisch ausgeschöpft, während die islamische Welt hingegen einen Aufschwung erlebt", stellt Gergel fest. Der geopolitische Vorteil Russlands bestehe darin, dass es weder dem einen noch dem anderen Lager angehört. „Den Weg der Friedenskultur betreten und seine Friedensmission (wahrscheinlich zwischen den genannten Lagern) zu erfüllen bedeutet für Russland, diesen Vorteil zu nutzen."

    Übrigens ist die Bewegung der jungen Friedensstifter nicht politisiert, betont Gergel. „Gesellschaftliche Kinderorganisationen sollten sich immer aus der Politik heraushalten. Ein demokratischer Staat braucht unterschiedliche Kinderorganisationen. Das ist eine der Voraussetzungen einer Zivilgesellschaft", meint er. „Sprachen wir zu Sowjetzeiten nur von guten Taten der Pioniere, so können wir heute nicht nur von den Wohltaten der Pionierorganisationen (diese bestehen noch, wenn auch in anderen Formen), sondern auch von denen der Pfadfinder, der jungen Friedensstifter und anderer Kinder- und Jugendorganisationen sprechen."

    „In den letzten Jahren nehmen die patriotischen Stimmungen unter den Kindern zu", konstatiert der Kovorsitzende der Moskauer gesellschaftlichen Kinderbewegung. „Noch vor drei bis vier Jahren konnten wir uns kaum vorstellen, dass unsere Kinder stolz über den Roten Platz marschieren." Gemeint ist die Beteiligung der Kinder an den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg. Bei den Paraden marschierten sie Hand in Hand mit Kriegsveteranen, auch pflegten sie Denkmäler für Heimatverteidiger und sammelten Materialien für das Gedenkbuch. Junge Friedensstifter veranstalteten Konzerte für Soldaten des Zweiten Weltkrieges, händigten ihnen Jubiläumsmedaillen aus.

    Heute setzt die patriotische Erziehung der Kinder nicht nur das Bewusstsein der Pflichten, sondern auch das Bewusstsein der Rechte voraus. Die Kinder müssen es können, sich unter anderem auch rechtlich zu verteidigen.

    Laut dem Programm der „Jungen Friedensstifter" müssen die Mitglieder der Bewegung die Allgemeine Menschenrechtsdeklaration und die Deklaration der Kinderrechte studieren. Die Zeit der „engstirnigen und unerwiderten" Liebe zum Vaterland ist vorbei, meint Gergel.

    „Momentan arbeiten wir an einem Projekt zur online-Ausbildung für Kinder in Sachen Konfliktbeilegung", erzählt er. „Das soll die notwendigen Bedingungen für eine künftige Verbreitung der Ideen der Friedensstiftung in anderen GUS-Staaten schaffen."

    Übrigens nicht nur in der GUS. Neulich trat ein kleiner Chinese der Bewegung bei, der in Moskau wohnhaft ist. Auf dem Beitrittsformular, das gewöhnlich von den Eltern des beitrittswilligen Kindes ausgefüllt wird, steht die Frage: „Sind sie bereit, die jungen Friedensstifter zu unterstützen?". „Aus allen Kräften", war die Antwort der chinesischen Familie.

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