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    MOSKAU, 27. Mai (RIA Nowosti)

    „KOMMERSANT"

    Algerien könnte russische Jagdflugzeuge und Panzer kaufen

    Algerien könnte eine bis zwei Staffeln der schweren Jagdbomber Su-30MKI bzw. Su-34 (Gesamtwert zwischen 0,8 und einer Milliarde Dollar) und drei bis vier Staffeln der preiswerteren Maschinen des Typs MiG-29SMT mit vergrößerter Reichweite (eine bis 1,2 Milliarden Dollar) kaufen, berichtet die Wirtschaftszeitung «Kommersant» am Freitag.

    Über die Großeinkäufe russischer Waffen verhandelte Generalmajor Salah Gajd, Stabschef der Nationalen Volksarmee Algeriens, diese Woche in Moskau.

    Dabei bot Russland dem ausländischen Besteller erstmals an, bei diesem einen Teil alter Jagdflugzeuge als Teilbezahlung der neuen abzunehmen: Die neuen MiG-29SMT würde Russland für 36 alte MiG-29-Maschinen tauschen. Dieses Tauschgeschäft soll die Attraktivität des russischen Angebots im Konkurrenzkampf, in erster Linie mit Frankreich, steigern, das seine Maschine des Typs Mirage-2000-5 in Algerien absetzen möchte.

    Darüber hinaus will Algerien in den nächsten zwei-drei Monaten einen längst abgestimmten Vertrag über den Kauf von 300 russischen Panzern des Typs T-90 unterzeichnen, teilte ein Sprecher der Föderalen Behörde für militärtechnische Zusammenarbeit mit.

    Algerien gehört zu den größten Käufern russischer Waffen in Afrika. In den letzten zehn Jahren erhielt Algerien 47 Hubschrauber des Typs Mi-8T, 42 Hubschrauber des Typs Mi-17, 96 Schiffsabwehrflügelraketen des Typs X-35, 18 Mehrfachraketenwerfer des Typs «Smertsch» sowie radiotechnische Erkundungsmittel, berichtet das Blatt.

    Im vergangenen Jahr schloss die Nowosibirsker Flugzeugbauvereinigung die Realisierung eines Vertrags über die Lieferung von 22 Frontbombenflugzeugen des Typs Su-24MK im Wert von 120 Millionen Dollar ab. Für diese erwarb Algerien außerdem sechs Tankflugzeuge des Typs Il-78.

    Eine Reihe von Verträgen mit Algerien in einem Gesamtwert von rund zwei Milliarden Dollar befand sich bereits in der Abschlussphase der Verhandlungen, konnte aber wegen den jüngsten personellen Umbesetzungen in der algerischen Armee nicht unterzeichnet werden. Dazu gehören Abkommen über den Erwerb von 50 Jagdflugzeugen des Typs MiG-29 für 1,5 Milliarden Dollar, von 300 Panzern des Typs T-90S für 650 Millionen sowie von kleinen Küstenschutzschiffen und Schnellbooten.

    Wie es in der Föderationsbehörde für die militärtechnische Zusammenarbeit hieß, hätten die Begegnungen mit dem algerischen Stabschef gezeigt, dass die Verhandlungen in einigen Bereichen praktisch wieder beim Nullpunkt anfangen müssen. So wollen die algerischen Militärs den Bedarf ihrer Fliegerkräfte am Austausch des Maschinenparks neu einschätzen. -

    "NESAWISSIMAJA GASETA"

    UNO erwartet harten Kampf russischer Unternehmen um Aufträge

    Russische Unternehmer möchten auf dem Markt der UNO-Aufträge die gleichen Vertragsbedingungen haben wie die Geschäftsleute aus anderen Ländern. Vorerst aber sieht es so aus, dass die russischen Geschäftsleute höchstwahrscheinlich mit größtem Einsatz um die UNO-Bestellungen werden kämpfen müssen, schreibt die Tageszeitung „Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    In der am Donnerstag zu Ende gegangenen zweitägigen 30. Tagung der UNO-Arbeitsgruppe für Einkäufe (IAPWG) in Moskau verwies der Präsident der Industrie- und Handelskammer Russlands, Jewgeni Primakow, auf die schwache Beteiligung russischer Firmen am Markt der UNO-Aufträge. Russlands Anteil an solchen Bestellungen ist jetzt gering und bezieht sich auf Transportdienstleistungen, hauptsächlich auf Charterflüge, obgleich das Potential der Konkurrenzfähigkeit bei russischen Waren und Dienstleistungen viel größer ist.

    Auf der Tagung in der Industrie- und Handelskammer wurde bekannt gegeben, dass die Informationen über die UNO-Ausschreiben und Beteiligungsbedingungen ab jetzt für die russischen Geschäftsleute zugänglich sein werden.

    Dennoch teilte James Provenzano, Vorsitzender der Tagung, mit, dass die UNO heute keine konkreten Bestellungen für Russland hat, die im Rahmen der Tagung unterzeichnet werden könnten. „Wir befinden uns erst in der Phase von Kontakten", hieß es. „Die UNO erwartet einen harten Kampf russischer Unternehmen um unsere Verträge. Und die größte Aufgabe für die Unternehmen besteht jetzt darin, mehr Verantwortung zu zeigen."

    Nach Ansicht von UNO-Experten haben russische Geschäftsleute vorerst Probleme mit der Risikoverwaltung. Die Tatsache, dass sie die Bildung nationaler Geschäftsnetze vermeiden, vergrößert die bestehenden Gefahren für die Geschäftskontakte zusätzlich.

    Die UNO-Verträge mit vielen Ländern der Welt beliefen sich 2003 wertmäßig auf mehr als fünf Milliarden US-Dollar. Auf die Russland-Verträge der UNO einfielen 2004 lediglich 140 Millionen. Sie alle wurden im Rahmen der Friedensprogramme realisiert, während andere Länder an einer größeren Anzahl von UNO-Programmen teilnahmen.

    Dennoch waren in der UNO-Liste nach dem Stand vom 1. Januar 2005 bereits 52 russische Unternehmen registriert, inzwischen sind weitere 28 dazugekommen. Vorerst arbeitet aber die Weltorganisation nur mit rund drei Dutzend Unternehmen aus Russland zusammen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta".

    „POLITITSCHESKI SCHURNAL"

    Zur politischen Entwicklung in Usbekistan

    Eine weitere Entwicklung der Ereignisse in Usbekistan nach dem Szenario der «bunten» Revolutionen ist wenig wahrscheinlich. Diese Meinung äußerte der Orientalist Sergej Andrejew, Doktor der Oxford-Universität, in einem Interview für die Wochenzeitschrift «Polititscheski Schurnal».

    Im Unterschied zu Georgien, zur Ukraine und zu Kirgisien gibt es in Usbekistan keine organisierte Oppositionselite, die in der Lage wäre, die bewaffneten Strukturen und die öffentliche Meinung auf ihre Seite zu ziehen, meinte der Experte.

    Außerdem würden die aufständischen Islamisten (einer der Anführer des Aufruhrs, Bachtijar Rachimow, erklärte ohne Umschweife, ihr Ziel sei die Herstellung eines islamischen Staates in Usbekistan) kaum von westlichen Sponsoren oder von Russland unterstützt.

    Die Meuterer könnten höchstens von der Islamistischen Internationale unterstützt werden, diesen würden aber kaum Kräfte für eine gesamtnationale Revolution ausreichen. Höchstwahrscheinlich werden die Islamisten zur Taktik von Terrorakten zurückkehren bzw. versuchen, die Führung der Volksaufstände gegen die schwere Wirtschaftslage und die repressive Politik der dortigen Behörden zu übernehmen.

    Im Endeffekt könnte dies zu einer Verwirklichung des Alptraums von Präsident Islam Karimow führen - einer usbekischen Reproduktion des tadschikischen Bürgerkriegs, der zwischen einzelnen regionalen Clans, aber unter der Fahne des Islams geführt wurde.

    Soweit sich das jetzige Regime von der Effektivität der gewaltsamen Lösung des Problems überzeugt hat, wird es sich kaum zu umfassenden politischen und wirtschaftlichen Reformen entschließen, so Andrejew. Wahrscheinlicher ist der Versuch, die Machtbasis mit bewährten Methoden - der Bestechung der regionalen Claneliten - zu erweitern.

    In Taschkent sind Gerüchte im Umlauf, Karimow sei schwer erkrankt. Sollte dies stimmen, dann ist jetzt außerdem ein zunehmender Machtkampf innerhalb der Eliten zu erwarten. Die wahrscheinlichsten Anwärter auf das Präsidentenamt sind Rustam Inojatow, Chef des Sicherheitsdienstes, Innenminister Sakir Almatow und der Präsidentenberater Ismail Dschurabekow. Keiner von ihnen unterscheidet sich hinsichtlich der politischen Färbung von Karimow. Insofern sind mit Karimows Abgang keine ernsthaften politischen Veränderungen in der Republik zu erwarten.

    Am 13. Mai war es in der viertgrößten usbekischen Stadt Andischan zu einer bewaffneten Erstürmung des Gefängnisses sowie einer Reihe von Regierungsgebäuden gekommen. Die Rechtsschutzorgane Usbekistans unternahmen eine bewaffnete Aktion, bei der laut offiziellen Angaben 170 Personen ums Leben kamen. Laut Berichten von Journalisten und Bürgerrechtlern gab es allerdings mehrere Hundert Tote.

    Gegenwärtig halten sich rund 500 Flüchtlinge im Westen Kirgisiens, hauptsächlich in dem an Usbekistan grenzenden Gebiet Dschalal-Abad, auf.

    "GASETA"

    Von Stromholding RAO EES werden nach Stromausfall Entschädigungen verlangt

    Der Stromausfall am Mittwoch in Moskau und mehreren benachbarten Gebieten könnte die Stromholding RAO EES teuer zu stehen kommen. Bei dem Unternehmen treffen erste Forderungen nach Entschädigung ein. Im Stab für die Beseitigung der Folgen des Stromausfalls werden die Verluste auf rund eine Milliarde Dollar geschätzt, berichtet die Tageszeitung «Gaseta» am Freitag.

    Wie der namhafte Moskauer Anwalt Igor Trunow mitteilte, hätten sich auch natürliche und juristische Personen an ihn gewandt, die Entschädigungen für die Verletzung von Vertragsbeziehungen, aber auch moralische Entschädigungen fordern wollen.

    Diejenigen, die eine Entschädigung für die an dem Tag nicht unterzeichneten Geschäftskontakte bekommen wollen, würden beweisen müssen, dass das Geschäft gerade infolge des Stromausfalls und nicht infolge der üblichen Verkehrsstaus nicht zustande gekommen ist, erklärte Trunow. Dazu werden alle Dokumente, darunter auch die geschäftliche Korrespondenz der Partner, erforderlich sein. Eine Klage kann auch gegen einen Laden eingereicht werden, in dem am Tag des Stromausfalls eine verdorbene Ware gekauft wurde. Erfolgschancen haben auch diejenigen, die infolge der Störungen ihren Zug bzw. ihr Flugzeug verpasst haben. Der Anwalt Andrej Knjasew empfiehlt, für diesen Fall die Reisedokumente aufzubewahren.

    Viel größere Unannehmlichkeiten könnten der Stromholding Klagen von Unternehmen bereiten. Wie Andrej Knjasew mitteilte, versichern die meisten Unternehmen ihre Waren, insofern wird RAO EES gegen sachkundige Versicherungsexperten prozessieren müssen. Die 700 000 Hühner, die in der Geflügelfarm Petelino bei Moskau an Luft- und Wassermangel umkamen, seien ein gewichtiges Beweisstück im Gericht.

    Auch die Administration der Stadt Tula gab bekannt, sie wolle eine zusammengefasste Klage einreichen. Wie der Gouverneur Wjatscheslaw Dudka sagte, werde im Gebiet Tula dazu eine Sonderkommission gebildet, an der die Staatsanwaltschaft teilnehmen werde.

    Allerdings wird niemand eine Entschädigung bekommen könnten, sollte der Stromausfall als höhere Gewalt anerkannt werden. Nach den Worten von Anatoli Juschin, Partner der juristischen Firma A. S. T. Legal, könnte das passieren, wenn bewiesen wird, dass die Panne nicht von konkreten Personen, beispielsweise von den Projektanten bzw. von den betreibenden Institutionen, verursacht wurde. Jewgeni Timofejew, leitender Partner der Gesellschaft Timothy's, ist allerdings der Auffassung, dass «Fälle höherer Gewalt in der juristischen Praxis äußerst selten vorkommen». Damit die Klagen gegen die Stromunternehmen Aussichten haben, müsse lediglich bewiesen werden, dass die Panne vorhersehbar war.

    Infolge der störungsbedingten Stromabschaltung hatte es am Mittwoch im Süden Moskaus kein Licht und kein Wasser gegeben. Fahrstühle sowie U-Bahn- und Nahverkehrszüge blieben stehen. Bankautomaten, Telefone und Ampeln setzten aus. Der Börsenhandel musste abgebrochen werden. Die Havarie führte zu Stromstörungen im Süden des Moskauer Umlands sowie in mehreren benachbarten Gebieten.

    GAZETA.RU

    In zehn Jahren wird Lukoil Gasförderung auf 10-faches steigern

    Der Präsident der größten russischen Ölholding, Lukoil, Wagit Alekperow, hat am Donnerstag vor Investoren in New York erklärt, sein Unternehmen wolle den Erdgasanteil in seiner Bilanz auf 30 Prozent erhöhen. Gegenwärtig fördert Lukoil rund sieben Milliarden Kubikmeter Gas (4,5 Milliarden davon sind das Begleitgas bei der Ölförderung). In zehn Jahren will das Unternehmen die Förderung auf 50 Milliarden Kubikmeter steigern, teilt die Internetzeitung Gazeta.ru mit.

    Nach Ansicht von Michail Bakulew, Analytiker der Investmentgesellschaft AVK, bieten die Lukoil-Vorräte (1,1, Billionen Kubikmeter) durchaus die Möglichkeit, die Förderung radikal zu erhöhen.

    Die Realisierung der ambitionierten Pläne könnte höchstens von Gasprom behindert werden. Der Gasmonopolist ist nicht immer bereit, unabhängige Gasproduzenten an seine Pipelines heranzulassen. Aber in weiser Voraussicht stellte Alekperow gute Beziehungen mit dem Monopol her. Ende März unterzeichnete er ein Abkommen über die strategische Partnerschaft mit Gasprom bis 2014. Darin bekundete Lukoil seine Bereitschaft, in die Entwicklung des Gastransportsystems von Gasprom zu investieren. Außerdem äußerten die Unternehmen die Absicht, gemeinsam Öl- und Gasprojekte in Russland, im Raum des Kaspisees und in Usbekistan zu realisieren. Lukoil gab seine Zustimmung, 2005 und 2006 das gesamte Gas aus dem Vorkommen Nachodka in Westsibirien (elf Milliarden Kubikmeter im Jahr) an Gasprom zu verkaufen, schreibt Gazeta.ru.

    Laut Dmitri Mangilew, einem Analytiker der Investmentgesellschaft Prospekt, wird Lukoil keine Konflikte mit Gasprom suchen. Sollte beim Monopol ein Gasdefizit entstehen, würde unter anderem auch Lukoil dieses wettmachen müssen. Diese Variante der Zusammenarbeit ist für beide Unternehmen von Vorteil. Das Monopol erwirbt Gas zu einem niedrigeren Preis und verkauft dieses an den Endabnehmer zu einem höheren, während Lukoil „nichts für den Transport ausgibt und keine Probleme mit dem Zugang zum Rohr hat", so Mangilew.

    „Oftmals können die unabhängigen Produzenten ihr Gas nicht absetzen, so dass die Pipeline als Gastanker verwendet werden muss. An Lukoil gibt es keine solche Ansprüche", stellte Sergej Glaser aus dem Unternehmen Vostok-Nafta, Minderheitsaktionär von Gasprom, fest. „Außerdem hilft die Ölfirma Gasprom bei der Entwicklung der Infrastruktur neuer Regionen. Deshalb sind zwischen Gasprom und Lukoil besondere Beziehungen entstanden."

    Die russische Ölfirma Lukoil förderte im Jahre 2003 81,5 Millionen Tonnen Öl und 5,5 Milliarden Kubikmeter Gas. Auf der von der Agentur Energy Intelligence Group zusammengestellten Liste der größten Öl- und Gasunternehmen der Welt für 2003 stand Lukoil auf Platz 20.