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    Japans Autohersteller konkurrieren in Russland

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    MOSKAU, 31. Mai (Alexander Jurow, politischer RIA-Nowosti-Kommentator). Das Unternehmen Toyota hat vor kurzem seine Absicht bekundet, einen Montagebetrieb in Russland zu bauen. Geplante Jahresproduktion: 200 000 Autos. Nun will aber auch Honda Motor um diese Nische kämpfen.

    Ende vergangenen Jahres hatten die Honda-Chefs beschlossen, den Absatz der Hondas in Russland in ihre Hand zu nehmen. Zu diesem Zweck wurde die Gesellschaft Honda Motor Rus gegründet. Bis dahin hatten diverse örtliche Einrichtungen in GUS-Ländern und Russland diese Autos abgesetzt. Natürlich hatten sie keine einheitliche Werbepolitik und verkauften die Autos nach eigenem Gutdünken. Als Folge war der Honda-Absatz in Russland einer der geringsten unter den japanischen Autoproduzenten.

    Gleichzeitig mit der Erweiterung des Handelsnetzes wird Honda neue Modelle auf dem russischen Markt anbieten. Vorerst gibt es 17 Honda-Fachzentren in Russland, in einem Monat sollen noch zwei hinzukommen. Die Honda-Präsenz auf dem russischen Markt soll weiter verstärkt werden. 2006 wird die Zahl der Honda-Händler auf 30 und 2007 auf 50 steigen.

    Kazuhiko Kato, Generaldirektor von Honda Motor Rus, vertritt die Meinung, dass der russische Markt ein immenses Wachstumspotential hat. In der Tat: Der Absatz von Honda-Autos ist in den letzten vier Jahren von 837 auf 6 000 Stück und damit mehr als auf das Siebenfache gewachsen. Das Unternehmen hofft, parallel mit dem russischen Markt wachsen zu können, und rechnet damit, dass sich der Absatz schon in einem Jahr praktisch verdoppeln und im Jahr 2007 20 000 Stück erreichen wird.

    Weltweit kauften im vergangenen Jahr 19 Millionen Autofahrer einen Honda. Die russischen Zahlen sind wesentlich geringer. Dafür gibt es nirgends ein solches Wachstum - trotz des schneereichen Winters konnte Honda in den ersten vier Monaten dieses Jahres mehr als 138 Motorräder und mehr als 2200 Autos in Russland verkaufen.

    Natürlich sitzen auch die anderen japanischen Autohersteller nicht tatenlos herum. 2004 hat sich der Absatz von Mazdas in Russland nahezu verfünffacht und mehr als 8 000 Stück betragen. Deshalb beschloss auch dieses Unternehmen, näher an die russischen Abnehmer zu rücken. 2005 wird es seine erste eigene Absatzgesellschaft in Moskau gründen. Mehr noch: Mazda will in Russland mit Ford kooperieren. Es ist nicht ausgeschlossen, dass es sogar zu einer Montage von Mazdas im Ford-Betrieb bei Sankt Petersburg kommen würde.

    Auch die Gesellschaft Mitsubishi Motor erweitert ihre Präsenz in Russland. Ab 2006 beginnt sie mit der Einfuhr von Autos der Marke Galant aus amerikanischer Produktion in Russland. Nissan hat auf dem russischen Markt bereits fest Fuß gefasst. Allein in den vier Monaten 2005 wurden mehr als 9 500 Nissan-Autos verkauft. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres belief sich der Nissan-Absatz nur auf die Hälfte davon.

    Praktisch alle Autos japanischer Herkunft, die sich in Russland maximaler Nachfrage erfreuen, gehören zur gleichen Preisgruppe: Der Stückpreis liegt selten über 20 000 Dollar. Ein russischer Pkw kostet dabei höchstens 10 000 Dollar. Das bedeutet, dass diese Unternehmen sich das gleiche Segment teilen und den umfangreichen Markt billigerer Autos praktisch ignorieren. Nach Angaben des Ministeriums für Industrie und Energiewirtschaft Russlands wurden dabei im vergangenen Jahr mehr als 1,6 Millionen Autos verkauft. Nur 500 000 davon waren ausländischer Produktion. Das heißt, dass der russische Automarkt wesentlich größer ist als das Segment, in dem sich die japanischen Autohersteller zu entwickeln versuchen.

    Allerdings ist auch ein aktiver Kampf um die Geldbörsen besser betuchter Russen im Gange. Vor kurzem gab Nissan die Absicht bekannt, ein Netz von Firmenläden für Infiniti - alles andere als preisgünstige Limousinen der mittleren und der Oberklasse G35 und M35 - in Russland einzurichten. Eindeutig sind sie als Konkurrenz zu Toyota Camry gedacht. Gerade diese Prestige-Marke soll in einem russischen Betrieb montiert werden, und zwar mindestens in einer Auflage von 20 000 Autos im Jahr.