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    NATO nimmt am russischen Programm zur Anpassung der in die Reserve versetzten Militärangehörigen teil

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    MOSKAU, 03. Juni /Viktor Litowkin, Militärkommentator der RIA Nowosti/. In Russland werden jährlich 30 000 bis 50 000 Angehörige der Streitkräfte in die Reserve versetzt. Das sind in ihrer Mehrheit junge Menschen im Alter zwischen 30 und 45 Jahren.

    Nur die Hälfte von ihnen findet im Zivilleben sofort Arbeit. Das sind jene, die gefragte Berufe haben, solche wie Jurist, Arzt, Programmierer, IT-Fachmann, Ingenieur für Wartung verschiedener Technik. Was sollen aber Panzerfahrer, mot. Schützen, Flieger, Steuerleute und Kommandeure verschiedener Dienstränge tun?

    Der Erörterung dieses Problems wurde das Rundtischgespräch gewidmet, das in Noginsk bei Moskau stattfand. Es wurde vom Direktorium der NATO für Wirtschaftsfragen der Verteidigung und der Sicherheit sowie dem Moskauer Lehrzentrum für soziale Anpassung der Militärangehörigen organisiert. Generaloberst Leonid Majorow, Direktor des Zentrums, sagte gegenüber der RIA Nowosti, dass die russische Regierung das staatliche Programm "Soziale Anpassung der Militärangehörigen, die der Entlassung aus den Streitkräften der Russischen Föderation, anderen Truppen, Militärformationen und -organen unterliegen, und ihrer Familienangehörigen für den Zeitraum von 2002 bis 2005" angenommen hat, das viele interessante Ideen enthält. Für diese Zwecke ist aber überhaupt kein Geld bewilligt worden. Hilfe bei der Lösung dieses Problems erweist die Nordatlantische Allianz. 2002 überwies die NATO für die soziale Anpassung russischer Offiziere 195 000 US-Dollar. 2004 - 420 000 Euro. Für das nächste Jahr sind 452 000 Euro geplant.

    Für dieses Geld wurden in sechs Ortschaften Russlands, darunter in Moskau, St. Petersburg, Kaliningrad und sogar in Anapa Zentren für die soziale Anpassung von Militärangehörigen eröffnet, die notwendige Organisationstechnik erworben und ein einheitliches Computernetz aufgebaut, das an das Internet angeschlossen ist, sowie die für die Umschulung der Offiziere notwendige Literatur vorbereitet und herausgegeben.

    Die Vorlesungen im modernen Management halten für sie die besten Pädagogen der örtlichen Hochschulen, das Praktikum leiten ehemalige Militärangehörige, die erfolgreich in Klein- und mittelständischen Unternehmen tätig sind.

    Wie Generaloberst Majorow mitteilte, hatte allein das Moskauer Zentrum 324 Fachleute als Tutor (jene, die selbst studiert haben und jetzt andere unterrichten können) ausgebildet, die im Bereich der Anpassung der Militärangehörigen tätig sind. Bereits etwa 900 bis 1200 Offiziere, darunter 50 Generäle und Admirale, sind umgeschult worden. Reiner Weichhart, stellvertretender Direktor des Direktoriums für Wirtschaftsfragen der Verteidigung und der Sicherheit der NATO, fügte hinzu: "Das Programm zur sozialen Anpassung der in die Reserve zu versetzenden Offiziere ist wohl das einzige im Rahmen des Rates Russland-NATO unterzeichnete Programm, das so erfolgreich funktioniert."

    Freilich ist die Umschulung von 1000 Offizieren von den 25 000, die keine Arbeit finden können, nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man den Umfang der Aufgabe bedenkt. Und davon, wie dieses Problem gelöst wird, wen Russland im Endergebnis erhalten wird - Tausende neue Fachleute, die bereit sind, gewissenhaft, wie es in der Armee üblich ist, zum Wohl ihrer Familie und des Staates zu arbeiten, oder auch erzürnte junge Männer, die von dem Element der Unzufriedenheit ergriffen und in asoziale Bahnen gelenkt werden.

    Wie Michael de-Muliner, Zweiter Sekretär der deutschen Vertretung bei der NATO, gegenüber der RIA Nowosti erklärt hat, werde die Nordatlantische Allianz den ehemaligen Offizieren helfen, sich in das Element der Marktwirtschaft einzuloggen und darin an einem würdigen Platz festen Fuß zu fassen.

    Russland verfügt bereits über solche Erfahrungen. In Noginsk, Serpuchow, Orechowo-Sujewo und anderen Städten des Moskauer Umfeldes funktionieren erfolgreich 39 000 Handelsfirmen, die von ehemaligen Militärangehörigen geleitet werden. Unter den Firmen gibt es auch solche, an deren Spitze Menschen stehen, die durch die Schule der sozialen Anpassung nach dem Programm Russland-NATO gegangen sind. Diese Firmen bestreiten 23 Prozent des gesamten Waren- und Dienstleistungsangebots des Gebietes Moskau.