16:58 20 Januar 2017
Radio
    Meinungen

    Zum 60. UNO-Jahrestag bringt Russland Kunstwerke aus acht Jahrhunderten nach New York

    Meinungen
    Zum Kurzlink
    0 6 0 0

    MOSKAU, 3. Juni (Olga Sobolewskaja, RIA-Nowosti-Kommentatorin) Russland wird im September mit seiner Kunst in die USA expandieren.

     Im New Yorker Guggenheim-Museum wird die Ausstellung „Russland!" eröffnet, in der eine ganze „Enzyklopädie" der russischen Malerei aus acht Jahrhunderten - von Ikonen des 12.

    Jahrhunderts bis zu den neuesten provozierenden Installationen und konzeptuellen Werken vorgestellt wird. Die ambitionierte russische Exposition ist dem 60. Jahrestag der UNO gewidmet.

    Die Meisterwerke der russischen Kunst sollen eine politische Resonanz hervorrufen - so planen das zumindest die Veranstalter. Michail Schwydkoi, Leiter der Föderalen Agentur für Kultur und Filmkunst, betonte, dass die Ausstellung „Russland!" ein symbolträchtiges Ereignis ist, dessen Ziel darin besteht, ein positives Antlitz Russlands entstehen zu lassen. „Für uns ist es überaus wichtig, dass der Name Russlands in den Tagen der 60-Jahr-Feier der UNO auf gebührende künstlerische Weise repräsentiert wird", sagte er bei der Vorstellung der Exposition.

    Die Werke werden aus der Petersburger Eremitage und dem Russischen Museum, aus der Moskauer Tretjakow-Galerie und den Kreml-Museen kommen. Aufklärung gehört zweifellos zu den Missionen der Ausstellung.

    Die Geschichte der russischen Malerei ist in den USA wenig bekannt: In der Regel beschränken sich diese Kenntnisse auf einzelne Werke der Avantgarde des 1. Viertels des 20. Jahrhunderts. Klingen die Namen von Malewitsch, Kandinsky und Chagall wie eine magische Parole zur Weltkunst, so haben nur die wenigsten Kunstkenner in den USA von anderen russischen Malern etwas gehört. Die russische Ikonenmalerei ist zwar im Ausland ein Begriff, die Namen der genialen Ikonenmaler Andrej Rubljow (1360- 1430) und Dionisius (1440 - 1503) sind aber in den USA weitgehend unbekannt, ebenso wie die Namen wesentlich späterer Maler, die in Russland als Klassiker gelten. Die Ausstellung „Russland!" wird zu einem Kunstpanorama, das eine einheitliche Vorstellung von der russischen Kunst bieten soll.

    Wie Eremitage-Direktor Michail Piotrowski, einer der Veranstalter der Exposition, feststellte, werde sie zwar einen „offiziell-zeremoniellen und feierlichen Charakter" haben, aber auch in kunstwissenschaftlicher Hinsicht wertvoll sein. Diese „Kurzfassung" der russischen Kunstgeschichte wird rund 300 Meisterwerke umfassen. Zum „Dessert" werden die Besucher Einblick in Kollektionen der größten russischen Sammler der ausländischen Kunst bekommen - vom Peter I. bis zum Mäzen Sawwa Morosow.

    Im Guggenheim-Ermitage-Museum in Las Vegas werden Exponate aus den Kreml-Museen ausgestellt. Das Guggenheim-Museum pflegt recht enge Beziehungen mit russischen Partnern. In New York fanden bereits Ausstellungen der russischen Kunst unter den Titeln „Die große Utopie" und „Amazonen der Avantgarde" wie auch Chagall- und Malewitsch-Ausstellungen statt. Die ständige Kooperation zwischen der Eremitage und den Guggenheim-Museen ist ein Projekt, das seinesgleichen in der Kunstgeschichte der Welt sucht.

    Allerdings ist es nicht der einzige Fall, wo Werke aus russischen Museen regelmäßig dem ausländischen Publikum vorgestellt werden. Eine intensive Expansion betreibt das Moskauer Puschkin-Museum der bildenden Künste, aktiv sind die Kreml-Museen und das Staatliche Historische Museum in Moskau.

    Dennoch kann die Ausstellung „Russland!" als das bisher größte „Gastspiel" der russischen Museen gelten. Die Liste der russischen Teilnehmer könnte sich noch erweitern, wenn die amerikanischen Gastgeber zusätzliche Ausstellungsflächen bereitstellen würden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren