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    Russische Lastkraftwagen fahren in Lateinamerika ein

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    MOSKAU, 08. Juni (Alexander Jurow, politischer Kommentator der RIA Nowosti). In letzter Zeit suchen die russischen Produzenten von Lastkraftwagen aktiv nach neuen Absatzmärkten für ihre Erzeugnisse. Und nicht ohne Erfolg.

    Die Länder der dritten Welt kauften traditionell intensiv Lastkraftwagen aus der damals noch sowjetischen Produktion. Aber mit dem Beginn der Perestroika verlor Russland praktisch die recht aufnahmefähigen Märkte Asiens und Afrikas. Und heute muss wieder von vorn begonnen werden. Um so mehr, als die Perspektive des Beitritts Russlands zur Welthandelsorganisation die russischen Unternehmer zur Suche nach neuen Absatzmärkten für ihre Erzeugnisse zwingt.

    Vor nicht zu langer Zeit besuchten Vertreter der mexikanischen Geschäftskreise das "Ural"-Autowerk in der russischen Stadt Miass. Das Ziel ihres Besuches bestand darin, über Lieferungen von Lastkraftwagen aus Miass auf den Markt dieses Landes zu verhandeln. Die mexikanische Delegation besichtigte im Werk die ganze Familie der "Ural"-Lastkraftwagen sowohl militärischer als auch ziviler Bestimmung. Diese Fahrzeuge schienen den Mexikanern gefallen zu haben, denn man kam auf Finanzschemen zu sprechen, nach denen die Geschäftsleute die Lieferung von Lastkraftwagen nach Mexiko realisieren könnten.

    Übrigens haben die Autowerker von Miass schon seit langem Beziehungen zu Mexiko. Wie der Pressesprecher des Autowerkes, Dmitri Fedetschkin, mitteilte, "werden etwa 30 Fahrzeuge jährlich nach Mexiko verladen. Aber alle werden in den Streitkräften dieses Landes eingesetzt. Einige Jahre lang arbeiteten sogar russische Spezialisten in Mexiko, die die Technik bedienten. Und da interessierten sich ausgesprochen zivile Organisationen für den Lastkraftwagen aus Russland".

    Übrigens ist der russische "Ural" in Lateinamerika sehr populär. Bei den russischen Kraftfahrzeugproduzenten entstanden gute Partnerschaftsbeziehungen mit Unternehmern aus Chile und mit Militärs aus Uruguay. Um so mehr, als Lateinamerika zu den Regionen gehört, wo die Straßenverhältnisse traditionell schwer sind. Und gerade der "Ural" ist ein geländegängiges Fahrzeug mit Allradantrieb, das sich für solche Verhältnisse eignet. In Russland war dieser Lastkraftwagen ursprünglich ein rein militärisches Fahrzeug. Aber heute wurde er universaler und wird unter schweren Verhältnissen und in schwer zugänglichen Regionen Russlands - im Norden, in Sibirien und in der Tundra - eingesetzt.

    Der Vorzug dieses Fahrzeuges besteht darin, dass die Witterungsverhältnisse für den "Ural" absolut bedeutungslos sind. "Es spielt keine Rolle, ob das Fahrzeug bei Frost oder Hitze eingesetzt wird. Vor allem geht es darum, dass die Technik dort arbeiten kann, wo es kompliziert ist", sagte Dmitri Fedetschkin. "Unser Werk wurde unlängst von Alexej Moskowski, dem Ersten Stellvertreter des Verteidigungsministers, besucht, der den "Ural"-Lastkraftwagen auf militärische Art deutlich als ‚Kraftfahrzeug der vorderen Reihe' bewertete."

    Wenn Brasilien und Argentinien eine liberalere Gesetzgebung hätten, so würde der "Ural"-Lastkraftwagen auch an diese Länder geliefert werden. Aber wegen der dortigen hohen Einfuhrzölle erweisen sich die russischen Fahrzeuge als zu teuer für ihr Niveau. Der "Ural" wie auch die ganze russische Kraftfahrzeugtechnik steht ausländischen analogen Modellen traditionell im Komfort nach. Was aber seine Eigenschaften als Geländewagen betrifft, so ist er unübertroffen. Das bekräftigten auch die jüngsten europäischen Trial-Wettkämpfe, bei denen der "Ural" Europameister wurde.

    Trial ist die Prüfung der Möglichkeiten von Lastkraftwagen und des Könnens der Fahrer bei der Überwindung von Hindernissen im Gelände oder der Überwindung von künstlichen Hindernissen auf einer Spezialstrecke. Gerade bei den Trial-Wettkämpfen werden die aussichtsreichen Konstruktionsentwicklungen unter extremsten Betriebsbedingungen getestet. Und das erfolgreiche Auftreten der Rennfahrer wirkt sich wesentlich auf das Image des Automodells aus und trägt zu seiner Einführung auf dem Markt bei.

    Deshalb sind die russischen Fahrzeuge in technischer Hinsicht auf den Weltmärkten nach wie vor recht konkurrenzfähig. Der russische Lastkraftwagen konkurrierte zum Beispiel bei einer Ausschreibung in Uruguay mit weltbekannten Produzenten. An der Ausschreibung beteiligten sich die Firmen Mercedes, Man und das russische Autowerk KamAS. Dabei war der "Ural" kein Außenseiter und überflügelte bei vielen technischen Daten die weltbekannten Modelle.

    Im Ganzen sind die russischen Lastkraftwagen billiger als die ausländischen Konkurrenten in ihrer Klasse. Außerdem ist die russische Technik anspruchslos und vor allem leicht reparierbar. Militärs bitten ständig darum, dass ein Fahrzeug einfacher ist und dass man es "im Feld" reparieren kann.

    Übrigens ist nicht nur dieser Lastkraftwagen Russland im Ausland vertreten. Ein anderes russisches Autowerk, GAS (Gorki-Autowerk), wird bis zum Jahresende 7500 Lastkraftwagen an die Türkei liefern. Bis heute wurden die ersten 1000 Fahrzeuge dieses Modells an dieses Land verkauft. Die Vereinbarung wurde erst unlängst getroffen, aber es ist bekannt, dass in den drei Jahren Laufzeit des Abkommens 15 000 Gas-Fahrzeuge an die Türkei geliefert werden sollen. Zuvor wurden kleine Partien dieser Lastkraftwagen an die Türkei geliefert. In diesem Jahr plant das GAS-Autowerk, mehr als 50 000 Fahrzeuge in verschiedene Länder der Welt zu exportieren.

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