Radio
    Meinungen

    Marks & Spencer demnächst in Russland - mit türkischer Hilfe

    Meinungen
    Zum Kurzlink
    0 511

    MOSKAU, 22. Juni (Alexander Jurow, politischer Kommentator der RIA Nowosti).

    Geschäfte der Firma Marks & Spencer, in denen viele ein Symbol des britischen Lebensstils sehen, könnten bereits in diesem Jahr auch in Russland eröffnet werden.

    Und ausgehend davon, wie erfolgreich das erste M&S-Geschäft sein wird, könnte die Gesellschaft eine Entscheidung über die weitere Entwicklung des Handelsnetzes auf dem gesamten Territorium Russlands treffen.

    M&S ist eine der bekanntesten Handelsmarken der Welt. Das Unternehmen verfügt über 375 Geschäfte in Großbritannien und über 155 weitere in 28 Ländern. Monatlich zählen diese mehr als 30 Millionen Besucher. Der Gewinn belief sich im Finanzjahr 2004-2005 auf 1,3 Milliarden Dollar.

    Obgleich es in Russland noch keine M & S-Geschäfte gibt, ist die Marke dort bereits bekannt. Viele Englisch-Lehrbücher für Anfänger enthalten nämlich die Legende über Marks und Spencer, die zu Beginn ihrer Karriere alle Waren zu einem gleichen Preis verkauft haben - für einen Pence.

    Höchstwahrscheinlich wird auch die heutige Gesellschaft Marks & Spencer ähnliche Wunder auf dem russischen Markt wiederholen müssen. In Russland warten nämlich bereits zahlreiche Handelsnetze, darunter auch von ausländischen Konkurrenten, auf die Briten. In der Moskauer Region sind bereits die internationalen Netze von Metro und Auchan präsent. Jedes davon hat jeweils mindestens fünf Hypermarkets mit aggressiv niedrigen Preisen. Auch die deutsche Gesellschaft Rewe verstärkt aktiv ihre Präsenz in Russland und entwickelt gemeinsam mit ihren russischen Partnern das Supermarketnetz Billa. Nach dem heutigen Stand zögert praktisch nur Wal-Mart als einziges größeres internationales Einzelhandelsunternehmen mit der Erschließung des russischen Marktes.

    Auf vielen Entwicklungsmärkten fangen Marks & Spancer-Läden bescheiden an. Offenbar wird die M & S-Strategie in Russland ähnlich sein wie in Indien, wo innerhalb eines Jahres fünf einstöckige Geschäfte eröffnet wurden.

    Dennoch sind russische Experten der Ansicht, dass die Firma M & S ihre infolge der geringen Konsumaktivität in Westeuropa geschwächte finanzielle Situation in Russland aufbessern könnte. Im 1. Halbjahr 2004 ging der Absatz des Unternehmens gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres zurück. Um die Geschäfte im Heimatland der Firma weiter führen zu können, musste M & S 220 Läden in den USA und Asien sowie 18 Läden in Frankreich schließen. Zugleich wächst der Einzelhandelsmarkt in Russland jährlich um 13 Prozent.

    Um in Russland Fuß zu fassen, hat Großbritanniens größtes Handelsnetz einen Partner in der Türkei gefunden. Für die Rolle der Lokomotive wählte M & S die türkische Gesellschaft FIBA, die mit M & S bereits in der Türkei kooperiert hat. Die größten Investitionen werden dabei gerade auf die türkischen Partner entfallen. Der Bau des ersten russischen M & S-Ladens wird sie 800 000 Dollar kosten.

    Bis dahin machten die europäischen Handelsnetze in Russland in der Regel von der Hilfe der Firmen Gebrauch, die sich auf diesem Markt bereits durchgesetzt hatten. So stützen sich C & A und British House auf eine Unterstützung des Unternehmens „Russkaja Torgowaja Gruppa" (Russische Handelsgruppe), während das Netz Zara von der Gesellschaft Stockmann unterstützt wird.

    Nach Angaben der russischen Presse wird das erste M & S-Geschäft in einem Handelszentrum eröffnet, das derzeit von der Körperschaft BIN errichtet wird. Früher stand diese Abkürzung für „Bank Inguschetiens", seit einiger Zeit aber lassen die Besitzer diese als „Bank für Innovationen und Investitionen" entschlüsseln.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren