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    MOSKAU, 27. Juni(RIA Nowosti)

    "GASETA"

    Chef der russischen Luftstreitkräfte droht Terroristen mit Fernstreckenbombern

    Der Chef der Luftstreitkräfte Russlands, Armeegeneral Wladimir Michailow, hat versprochen, dass russische Fernstreckenbomber gezielte Schläge gegen Terroristenstützpunkte im Ausland unternehmen werden, berichtet die Tageszeitung „Gaseta" am Montag.

    „Wenn wir wissen, wo eine Terroristenbande steckt, sei es auch außerhalb Russlands, warum sollte diese nicht zerschlagen werden?", erklärte er bei einem Besuch des Regiments der strategischen Raketenträger Tu-160 in Engels (Gebiet Saratow im Wolgaland) am Sonnabend.

    „Der Kalte Krieg wurde unsererseits eingestellt", fügte er weiter aus. „Was aber die Amerikaner anbelangt, so ist dieser Kalte Krieg ihrerseits nicht eingestellt worden, wenn man berücksichtigt, was sie heute herstellen und womit sie sich bewaffnen."

    Im September 2001 hatte Verteidigungsminister Sergej Iwanow erklärt, Luftangriffe der Fliegerkräfte und Sondereinheiten gegen tschetschenische Terroristenstützpunkte in Georgien wären möglich. Kurz nach der Tragödie in Beslan im September 2004 drohte auch Armeegeneral Juri Balujewski, Chef des Generalstabs der russischen Armee, mit gezielten Bombenbangriffen gegen die Terroristenstützpunkte.

    Experten sind allerdings zuversichtlich, dass der Erklärung Michailows keine realen Handlungen folgen werden. „Beliebige Schläge gegen das Territorium eines anderen Staates, seien das gezielte oder massive, wären eine flagrante Verletzung des Völkerrechts", meinte Viktor Oserow, Vorsitzender des Verteidigungs- und Sicherheitsausschusses des Föderationsrates. „Wir werden nicht die Amerikaner nachahmen, die Irak und Serbien bombardierten."

    „Die Militärs begreifen die neue politische Realität und akzeptieren sie nicht. Sie sind bestrebt, auf das gewohnte Konfrontationsschema zurückzukommen", sagte Alexej Malaschenko, Professor des Moskauer Staatlichen Instituts für internationale Beziehungen. „Zugleich wollen sie sich selbst und ihre Wichtigkeit in Erinnerung rufen."

    "KOMMERSANT"

    Konsumenten sichern Zustrom ausländischer Investitionen nach Russland

    Russland hat ein beträchtliches Potential für ausländische Direktinvestitionen, das hauptsächlich dank des Konsumbooms und nicht von der Wirtschaftspolitik der Regierung realisiert wird.

    Diesen Schluss enthält ein dieser Tage veröffentlichter Bericht der Organisation für ökonomische Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) „Die jüngsten Tendenzen in den direkten ausländischen Investitionen", berichtet die Wirtschaftszeitung „Kommersant" am Montag.

    „Die direkten ausländischen Investitionen in Russland verbesserten ihre Positionen und beliefen sich 2004 auf 11,7 Milliarden Dollar", heißt es im Bericht. Das ist zwar wesentlich mehr als Indien im gleichen Jahr bekommen hat (5,3 Millairden Dollar), von China mit Direktinvestitionen von 54,9 Milliarden Dollar ist aber Russland noch weit entfernt.

    Wie OECD-Wirtschaftsexperten meinen, liegt die Ursache des Investitionsbooms im „Einzelhandelsboom in Russland, der von wachsenden Einkommen der Bevölkerung und einem Aufschwung der Konsumkredite gespeist wird".

    Ausländische Unternehmen, die über Vertreternetze in Russland aktiv waren, „verlegen nun ihre Produktionskapazitäten näher zum Absatzmarkt".

    Hinsichtlich des Umfangs der direkten ausländischen Investitionen der letzten Jahre „tut sich der Kfz-Bau hervor".

    Dem OECD-Bericht nach zu urteilen, gehen die direkten ausländischen Investitionen in Russland vorwiegend in die Sektoren, wo die Konsumentennachfrage derart hoch ist, dass sie mit den für die Überwindung der bürokratischen Barrieren verbundenen Unkosten unvergleichbar ist.

    Indessen ruft das allgemeine Investitionsklima im Lande bei den OECD-Experten Besorgnis hervor. Laut dem Bericht haben die russischen Geschäftsleute im vergangenen Jahr 9,6 Milliarden Dollar im Ausland investiert, was unter anderem auf „Probleme mit der Steuerregelung in Russland und mit der Einmischung des Staates in die Tätigkeit von Unternehmen" zurückzuführen ist.

    „Im Laufe der letzten anderthalb Jahre haben wir fast nichts Gutes über die Wirtschaftspolitik Russlands gehört", stellt William Thomson, leitender Wirtschaftsexperte der OECD, fest. „Dafür haben wir gesehen, was mit Yukos geschehen ist, wodurch das Investitionsklima ernsthaft untergraben wurde.

    "WEDOMOSTI"

    Russland brachte neuen Fernmeldesatelliten in Erdumlaufbahn

    Der Telekommunikationssatellit der neuen Generation Express-AM3, der fünfte in den letzten zwei Jahren, ist in der Nacht zum Sonnabend vom Kosmodrom Baikonur gestartet worden.

    Damit schloss der russische nationale Satellitenoperator „Kosmitscheskaja swjas" das Programm zur Modernisierung des Satellitensystems des Landes ab, berichtet die wirtschaftspolitische Zeitung „Wedomosti" am Montag.

    Die garantierte Einsatzdauer von Satelliten der Express-AM-Serie beträgt 12 Jahre. Der neue Sputnik deckt Sibirien und den Fernen Osten ab sowie das Territorium der Länder Asiens und des Asiatisch-Pazifischen Raums (Mongolei, China, Japan, Indonesien, Malaysia, Singapur und Australien).

    Mit der Inbetriebnahme dieses Sputniks wird die Gesamtkapazität der Sattelitengruppierung von „Kosmitscheskaja swjas" 352 Einheitsantennen von je 36 MHz betragen.

    Zu den Abnehmern der Satellitenkapazität des neuen Apparats gehören ausländische Unternehmen. So werden Eutelsat 20 und Intersputnik 12 weitere Antennen pachten. Nach Ansicht von Experten ist dies ein überzeugendes Beispiel dafür, wie Russland nicht nur seine Dienstleistungen bei der Entsendung von Satelliten, sondern auch wissenschaftsintensive Technologien exportiert.

    Mit der Inbetriebnahme des neuen Sputniks steigt „Kosmitscheskaja swjas" vom 10. auf den 8. Platz auf der Liste der größten globalen Satellitenoperatoren.

    Das Programm der Erneuerung der russischen Sputnik-Gruppierung war 2001 gestartet worden. Der erste der fünf Satelliten wurde im Dezember 2003 gestartet. Der Gesamtetat des Programms belief sich auf 770 Millionen Dollar. Die Modernisierung wurde notwendig, weil viele Satelliten ihre Ressource ausgeschöpft haben.

    „Kosmitscheskaja swjas" verfügt über die größte, aus 16 Sputniks bestehende Orbitalgruppierung (sechs Satelliten des Typs „Horizont", drei vom Typ „Express-A", vier Sputniks „Express-AM", ein Satellit des Typs „Bonum-1 und Eutelsat W4". Die Satelliten bedienen das Territorium Russlands, der GUS, der europäischen Länder, des Nahen Ostens, Afrikas, des Asiatisch-Pazifischen Raums, Nord- und Südamerikas und Australiens.

    "ISWESTIJA"

    Jeder fünfte Bürger hat Rauschgiftsüchtigen in seinem Umkreis

    Rund 20 Prozent der russischen Bürger geben an, dass ihre Angehörigen bzw. Bekannten Rauschgift, und zwar nicht zu medizinischen Zwecken, nehmen. Diese schockierenden Angaben veröffentlichten Soziologen des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentr im Vorfeld des Internationalen Tages des Kampfes gegen die Rauschgiftsucht, der am Sonntag begangen wurde, schreibt die „Iswestija" am Montag.

    Nach Angaben des Meinungsforschungsinstituts WZIOM beunruhigt die wachsende Zahl der Rauschgiftabhängigen viermal mehr Russen als die Entwicklung in Tschetschenien. Nur drei Probleme sind für sie akuter als Drogensucht: Armut (darüber sind 48 Prozent der russischen Bevölkerung besorgt), Willkür und Korruption der Beamten (38 Prozent) und Arbeitslosigkeit (35 Prozent). Die Rauschgiftgefahr (wurde von 21 Prozent der Teilnehmer einer landesweiten WZIOM-Umfrage erwähnt) macht den Bürgern mehr Sorge als die Krise des medizinischen Systems (20 Prozent), die organisierte Kriminalität (zehn Prozent) und die anhaltenden Spannungen in und um Tschetschenien (fünf Prozent).

    „Das Tschetschenien-Problem trifft die Russen erst, wenn etwas geschieht, was über den Rahmen der Republik selbst hinausgeht", so der WZIOM-Generaldirektor Valeri Fjodorow. „Die Rauschgiftsucht ist dagegen ein soziales Übel, das alle begreifen."

    „Der jetzige halbherzige Kampf gegen die Rauschgiftverbreitung ist wenig effektiv und löst das Hauptproblem nicht: Der Kreis der Rauschgiftabhängigen wächst weiter."

    Nach Angaben des Fonds „Obschtschestwennoje Mnenije" (Öffentliche Meinung) stellten drei Viertel der Landesbevölkerung fest: Es gibt immer mehr Rauschgiftabhängige im Lande. Nach Ansicht von 56 Prozent der Befragten ist dieses Problem in Russland akuter als im Ausland.

    Laut WZIOM-Angaben halten fünf Prozent der Bevölkerung den Rauschgiftkonsum für zulässig. Weitere zwei Prozent betrachten dieses Problem mit Nachsicht, 92 Prozent der Befragten sind aber überzeugt dass man sich unter keinen Umständen selbst freiwillig vergiften dürfe.

    "KOMSOMOLSKAJA PRAWDA"

    Bekannter russischer Unternehmer kaufte Stalins Datscha in Abchasien

    Der Besitzer der größten Verwaltungsgesellschaft der privaten Investmentfonds, „Basowy Element", Oleg Deripaska, hat die Lieblingsdatscha des sowjetischen Diktators Jossif Stalin am Cholodnaja-Retschka-Fluss in Abchasien (nicht anerkannte Republik im Bestand Georgiens) für zehn Millionen Dollar gekauft, berichtet das Massenblatt „Komsomolskaja Prawda" am Montag unter Berufung auf die Administration des abchasischen Präsidenten.

    Das abchasische Parlament hatte das Schicksal der Stalin-Datscha ein ganzes Jahr lang behandelt. Im Ergebnis wurde beschlossen, das Angebot des „Basowy-Element"-Chefs anzunehmen. Es ist vorerst nicht bekannt, ob der russische Geschäftsmann die oben genannte Summe bereits überwiesen hat oder nicht. In seinem Unternehmen wollte niemand zu diesem Geschäft Stellung nehmen. Allerdings wurde es auch nicht dementiert.

    Die Datscha war in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts auf persönliche Anweisung Stalins gebaut worden. Sie ist von Fichten umgeben und ist vom Meer aus nicht zu sehen - der Staatsführer war um seine Sicherheit sehr besorgt. Er ging nicht einmal ins Meer baden, das Meereswasser wurde ihm über ein Spezialrohr direkt in die Badewanne gepumpt. Über zwei andere Rohre wurde die Datscha mit heißem und kaltem Süßwasser versorgt.

    Stalins Bett wurde gemäß seiner Körpergröße - 173 cm - angefertigt. Die Anforderungen an die Bedienung waren hart: Niemand durfte ins Blickfeld des Staatsführers fallen, nicht einmal die Leibwächter. Die Letzteren versteckten sich vor ihm hinter den alten Fichten. Einmal verliefen sich einige Buben aus der Ortschaft und gelangten zufällig auf Stalins Strand - die Eltern der Jungs erhielten dafür zehn Jahre Straflager.

    Stalins Datscha war stets ein populäres Reiseziel in Abchasien. Gäste, die Nervenkitzel suchten, durften in Stalins Bett übernachten - für 50 Dollar, was für diese Republik sehr viel Geld ist. In Stalins Räumen blieb alles wie zu seinen Lebzeiten.

    In den letzten Jahren wurde die Datscha auch als ein Empfangshaus des früheren abchasischen Präsidenten Wladislaw Ardsinba verwendet. Bei einem dieser Empfänge verursachte ein Zigarettenstummel einen Brand, der einen Teil des Hauses und etliche Fichten vernichtete.

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