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    MOSKAU, 30. Juni (RIA Nowosti)

    „Nesawissimaja Gaseta"

    Usbekistan bereit, Präsenz russischer Militärs auf seinem Territorium zu gestatten

    Usbekistan könnte sein Territorium für die Stationierung russischer Militärs im Falle einer Destabilisierung der Situation in Zentralasien bereitstellen. Das ist das Hauptergebnis des am Mittwoch zu Ende gegangenen Moskau-Besuchs des usbekischen Präsidenten Islam Karimow, schreibt die Tageszeitung „Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Der Besuch Karimows fand in einer halboffiziellen Atmosphäre statt. Wladimir Putin empfing den usbekischen Kollegen in seiner Vorstadtresidenz und nicht im Kreml. Das Treffen verlief ohne spekulative politische Erklärungen und ohne Unterzeichnung von Dokumenten.

    Ein besonders wichtiges Dokument unterzeichneten die Seiten dennoch während eines Treffens Karimows mit Russlands Verteidigungsminister Sergej Iwanow.

    Auf Initiative der russischen Seite wurde über die Stationierung eines russischen Militärstützpunkts auf dem Territorium Usbekistans gesprochen. Moskau ist an einem engeren militärischen Zusammenwirken mit Taschkent als bloß an der Modernisierung von Waffen und Militärtechnik für Usbekistan interessiert.

    Mit der Frage nach einer russischen militärischen Präsenz wurde Karimow in Verlegenheit gebracht. Er wich einer direkten Antwort aus und erklärte lediglich, Usbekistan sei vorerst zu einer ständigen Stationierung eines russischen Militärkontingents nicht bereit.

    Dennoch versprach der usbekische Staatschef, er könnte Russland im Falle einer Zuspitzung der politischen Situation in Zentralasien rund zehn Flugplätze bereitstellen, erfuhr die Zeitung aus einer gut informierten anonymen Quelle im Verteidigungsamt. Bei den Verhandlungen wurde ein entsprechendes Abkommen unterzeichnet.

    Zugleich wäre das offizielle Taschkent laut einigen Angaben bereit, das 25-jährige Abkommen zu revidieren, das mit den USA über die Benutzung des Militärstützpunkts Chanabad geschlossen wurde. Damit beschloss Usbekistan endgültig einen Wechsel in der Richtung seiner Außenpolitik und wandte sich wieder Russland zu, schreibt die Zeitung. Nun kann Usbekistan zum wichtigsten Bollwerk Russlands in Zentralasien werden.

    Außerdem hat das Repräsentantenhaus des USA-Kongresses am Vortag Usbekistan aus dem Programm der militärischen Finanzierung im Ausland gestrichen. Nun wird sich Taschkent hauptsächlich auf die wirtschaftliche und militärische Hilfe Moskaus stützen müssen, stellt die „Nesawissimaja Gaseta" fest.

    „Wedomosti"

    Heineken kauft eine der letzten unabhängigen Brauereien Russlands

    Die Firma Heineken hat dieser Tage bei der Föderalen Antimonopolbehörde Russlands einen Antrag auf Genehmigung des Erwerbs des „Stepan Rasin"-Kombinats in Petersburg eingereicht. Das erfuhr die Wirtschaftszeitung „Wedomosti" von einem anonymen Beamten dieser Behörde.

    Wie die Zeitung am Donnerstag unter Berufung auf diese gut informierte Quelle berichtet, haben die Verhandlungen zwischen Heineken und den Kombinatsbesitzern das Endstadium erreicht.

    „Stepan Rasin" ist eine der letzten attraktiven unabhängigen Brauereien des Landes, dementsprechend wird Heineken tief in die Tasche greifen müssen, meinen Marktanalytiker. Nach Ansicht von Marat Ibragimow, Experte der Investmentgesellschaft UralSib, werden die Holländer 120 bis 130 Millionen Dollar dafür zahlen müssen. Jelena Borodenko, Analytikerin der Alfa-Bank, schätzt „Stepan Rasin" allerdings auf rund 80 Millionen Dollar.

    Dies ist ein überaus attraktives Objekt für einen strategischen Investor. „Auf dem Markt gibt es zwar noch Betriebe, die sich zum Kauf anbieten, sie sind aber angesichts einer geringen Produktionsleistung für große Investoren kaum von Interesse", sagte Wjatscheslaw Mamontow, Vorsitzender des Exekutivkomitees des Verbands der russischen Bierbrauer.

    Heineken hatte vor dreieinhalb Jahren ausgerechnet in Petersburg mit der Erschließung des russischen Marktes begonnen. 2002 kaufte der Konzern den Petersburger Betrieb „Bravo" bei zwei isländischen Unternehmern für 400 Millionen Dollar. Im zurückliegenden halben Jahr erwarb Heineken die Betriebe „Patra" (Jekaterinburg), „Schichan" (Sterlitamak), „Wolga" (Nischni Nowgorod) und „Sobol beer" (Nowosibirsk). Analytiker schätzten diese Käufe auf insgesamt rund 170 Millionen Dollar.

    Nach Ansicht der Experten will Heineken auf dem zweitattraktivsten russischen Biermarkt, dem Petersburger, Fuß fassen. „Stepan Rasin" ist nämlich der unbestreitbare Marktführer in der Stadt mit einem Anteil von rund 31 Prozent. Selbst Russlands größter Brauerei „Baltika" gehören nur 20 Prozent des Petersburger Marktes. Indessen entfallen auf diese Stadt sieben Prozent des gesamten Bierabsatzes in Russland.

    Nach Angaben der Forschungsgesellschaft Bisnes Analitika kontrolliert „Stepan Rasin" 2,8 Prozent des russischen Biermarktes, während 8,6 Prozent des Biermarktes Russlands unter Heineken-Kontrolle sind.

    „Wremja Nowostej"

    Malaysias größter Autohersteller will in Russland Produktion aufnehmen

    Proton Holdings Bhd, der größte Autohersteller Malaysias, will dem Beispiel von Renault, General Motors, Daewoo, BMW und Toyota folgen und eine eigene Produktion in Russland aufnehmen, schreibt die Tageszeitung „Wremja Nowostej" am Donnerstag.

    Seine Russland-Aktivitäten will das Unternehmen mit dem Export des jüngsten Proton-Modells Gen-2 und des in Malaysia überaus populären Proton-Modells Waja beginnen. In Zukunft soll die Automontage direkt in Russland aufgenommen werden.

    Mit den ersten Posten der Autos wird ein Teil der Lieferung von Militärflugzeugen des Konstruktionsbüros „Suchoi" nach Malaysia bezahlt.

    Eine Probelieferung von mehreren Tausend Pkws wird bereits im September in Russland eintreffen. „Wird sie erfolgreich sein, so soll der Hauptposten schon im Januar-Februar nach Russland kommen, bis zum 1. Vierteljahr 2006 hoffen wir auch, unsere Vertretung eröffnen zu können", erklärte Haris Fadzilla Hassan, Leiter der Proton-Abteilung für strategische Planung, gegenüber der Zeitung.

    Indem das Unternehmen Russland gewählt hat, ging es von der absoluten Zuversicht aus, die Wirtschaft dieses Landes sei stabil, und laut Prognosen sei ein Anstieg der Nachfrage nach Autos zu erwarten.

    Insgesamt stellt Proton 380 000 Autos im Jahr her. Die größten Absatzmärkte des Unternehmens sind Singapur, Großbritannien und der Nahe Osten. Außerhalb Malaysias hat die Gesellschaft vorerst nur einige Unternehmen in Iran und Indonesien, die die Autos aus zugelieferten Teilen montieren. Vor einiger Zeit nahm das Unternehmen Verhandlungen mit Peking über die Produktion in China auf.

    Russische Experten führen die aktive Expansion von Proton auf die Verringerung des Anteils des Unternehmens auf dem Inlandsmarkt zurück. Infolge einer offensiven Politik ausländischer, in erster Linie japanischer, Hersteller verringerte sich der Proton-Anteil auf dem Markt Malaysias von 60 auf 44 Prozent.

    „Bisnes"

    Russland wird unabhängig von ukrainischen Motorenproduzenten

    Der Marinesalon IMDS-2005, der am Mittwoch in Sankt Petersburg eröffnet wurde, begann für die Forschungs-Produktions-Vereinigung „Saturn" und für die gesamte russische Antriebsbranche mehr als erfolgreich. Zwei Verträge über die Lieferung von Aggregaten für die Seekriegsflotte Russlands sowie die Luftstreitkräfte Indiens bringen dem Unternehmen eine reale Auslastung und Gewinn, während Russland von den ukrainischen Antriebsherstellern unabhängig wird, schreibt die Wirtschaftszeitung „Bisnes" am Donnerstag.

    Der indische Vertrag sieht die Lieferung von Flugzeugmotoren des Typs AL-55 für die Übungsmaschinen HGT-36 vor. „Der Vertrag besteht aus zwei Teilen: die Versuchs- und Konstruktionsarbeiten im Rahmen der Entwicklung des Motors und eine Lizenz für die Produktion von rund 1000 Motoren in Betrieben der indischen Gesellschaft Hindustan Aeronautics Ltd (HAL)", teilte der Saturn-Generaldirektor Juri Lastotschkin mit.

    Der Wert des Vertrags und die Bedingungen der Realisierung des Geschäfts werden geheim gehalten. Laut Expertenschätzungen kostet ein AL-55-Motor mindestens eine Million Dollar. Der erste Posten wird aus 200 Motoren für HGT-36-Maschinen bestehen. Das zweite Dokument, das Lizenzabkommen, ist für die Montage des Antriebs an einem schwereren Trainingsflugzeug des Typs HGT-39 bestimmt.

    „Für das indische Geld werden wir im Grunde genommen einen ausgereiften Motor für unsere eigenen Trainingsflugzeuge bekommen", meint Konstantin Makijenko, stellvertretender Direktor des Zentrums für Strategien- und Technologienanalyse. Gegenwärtig ist das wichtigste Übungsflugzeug der russischen Luftstreitkräfte, Jak-130, mit dem ukrainischen AI-222-Motor ausgestattet.

    Der andere im Rahmen des Salons unterzeichnete Vertrag der Firma „Saturn" - mit dem Betrieb Kirow-Energomasch und der Forschungs- und Produktionsvereinigung „Awrora" - bringt auch der russischen Marine Unabhängigkeit von den ukrainischen Lieferungen. Nun werden russische Kriegsschiffe mit Gasturbinenantrieben der 4. Generation Saturn-M75RU (6 000 bis 7000 PS) und Saturn-M70FRU (12 000 PS) ausgestattet.

    „Das Abkommen bietet im In- und im Ausland neue Möglichkeiten für die Entwicklung von konkurrenzfähigen hochwirtschaftlichen automatisierten Gasturbinenantrieben der 4. Generation für Kampfschiffe", stellte Juri Lastotschkin fest.

    „Rossijskaja Gaseta"

    Russlands Jugendliche positiver als europäische Altersgenossen eingestellt

    Die Forschungsagentur BBDO Moscow hat die Ergebnisse einer Untersuchung von Stimmungen der Jugendlichen in Russland, Tschechien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Großbritannien, Italien und Schweden veröffentlicht. Wie die Regierungszeitung „Rossijskaja Gaseta" am Donnerstag berichtet, wirkt dabei das Bild Russlands dynamischer und positiver als in Europa insgesamt.

    Der Hauptschwerpunkt der Studie galt der Frage, was Männer und Frauen im Alter zwischen 18 und 31 Jahren vom Leben erwarten.

    79 Prozent der befragten russischen Jugendlichen sind der Ansicht, dass ihr Leben besser sein wird als das ihrer Eltern. Dies ist 33 Prozent mehr als in Europa (46 Prozent).

    93 Prozent der befragten Russen und Russinnen haben konkrete Lebensziele, was ein absoluter Rekord für Europa ist, wo die maximale Zahl bei 80 Prozent lag.

    82 Prozent der russischen Jugendlichen sind bereit, dafür zu kämpfen, woran sie glauben. In diesem Punkt liegen die Europäer nur um zwei Prozent zurück.

    45 Prozent der Europäer stimmten der Behauptung zu: „Ich möchte Geld verdienen und mich möglichst jung zur Ruhe setzen." In Russland sind nur 13 Prozent bereit, diese Position zu teilen. Einerseits bedeutet das, eine Workaholiker-Generation sei herangewachsen, andererseits dass sich der Markt von Waren und Dienstleistungen, die komfortable Arbeitsbedingungen gewährleisten, in Russland aktiv entwickelt.

    Ein interessanter Trend wird im Kapitel beschrieben, das den Titel „Im Dritten Weltkrieg werden die Russen siegen" trägt. 64 Prozent der jungen Russen wären bereit, für ihre Heimat mit Waffe in der Hand zu kämpfen. Diese Zahl ist nahezu zweimal höher als die der potentiellen Verteidiger Europas (34 Prozent). Theoretisch gesehen, hätte Russland nach Ansicht der Verfasser der Studie wesentlich mehr Siegeschancen im Falle von Kampfhandlungen als die Industrieländer Europas.

    Nur 22 Prozent der russischen Jugendlichen würden Russland in den nächsten zehn Jahren gerne verlassen. In Europa sind 34 Prozent mit ihrer Heimat unzufrieden. Diese Tendenz ließe sich nach Ansicht der Soziologen u. a. mit der Öffnung der Grenzen erklären, mit der auch die Idealisierung des Westens verschwand.